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Riesa baut weiter auf die Unternehmen

Riesaer fühlen sich im Landkreis oft belächelt. Dabei ist die Stadt der Wirtschaftsmotor.

Was ist noch da von den DDR-Industriehochburgen?

Riesa ist zu DDR-Zeiten eine der großen Industriestädte des Landes gewesen. Allein im Stahlwerk arbeiteten 13 000 Menschen. Das Kombinat der DDR prägte mit seinen Schornsteinen die Silhouette der Stadt. Die Wende führte zum Zusammenbruch der alten Industrien. Und doch ist Riesa heute noch Industriestadt. Größter Arbeitgeber ist die Firma BuS Elektronik. Sie ging aus dem alten Robotron-Werk hervor und bestückt heute Leiterplatten. Dort Arbeiten etwa 800 Menschen. Größter Gewerbesteuerzahler ist Feralpi Stahl am Standort des alten Stahlwerks. Pneumant wurde von Goodyear & Dunlop übernommen und produziert auch heute noch Reifen. Auch das Nudel- und das Seifenwerk gibt es unter neuer Führung heute noch.

Wie teuer ist die Stadt für Unternehmen?

Riesa hat einen Satz von 300 Punkten bei der Grundsteuer A und 420 Punkte bei der Grundsteuer B. Der Rat diskutiert aber mögliche Erhöhungen. Insgesamt spült die Steuer 3,3 Millionen Euro ins Stadtsäckel.

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Wie läuft die Wirtschaftsförderung?

Die Wirtschaftsförderung in Riesa obliegt im Rathaus Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer. Ihr Augenmerk liegt auf der Erschließung des RIO-Gewerbegebiets am Stadtrand. Es gibt im Landkreis Meißen zudem die Gesellschaft „Wirtschaftsförderung Region Meißen“, die sich die Ansiedlung neuer Unternehmen auf die Fahne geschrieben hat. In dieser Gesellschaft ist auch Riesa verankert. Die Stadt zahlt dafür einen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Größere Erfolge sind aber in der jüngsten Zeit ausgeblieben.

Wie wird Riesa im Kreis wahrgenommen?

Landrat Arndt Steinbach (CDU) erklärte jüngst, dass sein Landkreis zum einen für Wein und zum anderen für seinen Stahl bekannt ist. Mit Ersteren meinte er Radebeul und Meißen, mit Zweiteren Riesa. Die Stadt gilt nach wie vor als der Industriestandort im Kreis, wird aber genau deswegen von den kulturellen Hochburgen Meißen und Radebeul gern einmal als Proletarierstadt belächelt. Die ganze Industrie sorgt zudem nicht dafür, dass Riesa seine sinkenden Einwohnerzahlen in den Griff bekommt. War die Stadt bis letztes Jahr noch größte Stadt im Kreis, wurde sie nun von Radebeul überholt. Größtes Problem Riesas ist die Anbindung an eine Autobahn. Hier haben alle anderen Städte im Landkreis die Nase vorn, was auch bei möglichen neuen Gewerbeansiedlungen eine Rolle spielt. Seit Jahren kämpften die Wirtschaftsbosse der Stadt um einen vierspurigen Ausbau der B 169 hin zur Autobahnauffahrt Döbeln – bisher aber vergeblich.

Welche Rolle spielt die Gewerbemesse?

Gewerbemessen spielen in Riesa keine Rolle. Es hat schon seit vielen Jahren keine mehr in der Stadt gegeben. Nach Aussagen mancher Gewerbetreibenende steht das Riesa nicht gut zu Gesicht.

Wie lebendig sind die Innenstädte?

Riesa rühmt sich gern damit, mit über zwei Kilometern den längsten Einkaufsboulevard Sachsens zu haben. Der erstreckt sich vom Puschkinplatz bis hin zum Rathausplatz. In der Realität sind jedoch viele Geschäfte leer, gerade im hinteren Bereich in der Nähe des Rathauses. Die Versuche, das zu ändern, blieben bisher fruchtlos. Eine Belebung erfolgt dagegen am Kino. Dort wird derzeit das innerstädtische Einkaufszentrum ausgebaut. Erst kürzlich öffneten dort ein C&A und ein Mediamarkt. Mit ihnen als Magnet ist die Hoffnung verbunden, Kunden auch in kleinere Geschäfte zu locken. Manche bezweifeln das. Auch dem Riesapark auf der grünen Wiese wird vorgeworfen, er ziehe Kunden aus der City ab.Die Stadt arbeitet an neuen Ideen für die Belebung der Einkaufsstraße