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Riesa bekommt ein neues Krankenhaus

Anfang 2011 rücken die Bagger an. Die Finanzierung ist gesichert. Der Freistaat hält Wort und unterstützt den 68Millionen Euro teuren Krankenhausneubau in Riesa mit 43,5Millionen Euro. Im Doppelhaushalt...

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Von Antje Becker

Anfang 2011 rücken die Bagger an. Die Finanzierung ist gesichert. Der Freistaat hält Wort und unterstützt den 68Millionen Euro teuren Krankenhausneubau in Riesa mit 43,5Millionen Euro. Im Doppelhaushalt für die Jahre 2011 und 2012 wurde das Geld eingeplant, sagte gestern Sozialministerin Christine Clauß (CDU) bei einem Besuch der Elblandkliniken Riesa. Nun muss zwar noch der Landtag im Oktober zustimmen, doch das positive Votum gilt als sicher. In der Koalition habe man sich darauf bereits geeinigt, so der Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth (CDU).

Schliesst das Krankenhaus während der Bauzeit?

Nein. Laut Elblandkliniken-Geschäftsführer Markus Funk wird das Vorhaben während des laufenden Betriebes durchgeführt. Die medizinische Versorgung bleibe in vollem Umfang erhalten, alle Stationen offen. Allerdings werden einige Abteilungen umziehen müssen.

Wird die komplette Klinik abgerissen?

Nein. Das erst 2003 eingeweihte Haus5 mit Kinderklinik, geriatrischer Tagesklinik, Palliativstation und Kardiologie – in der Grafik hellgrau gekennzeichnet – bleibt stehen. Neu gebaut werden nach den vorläufigen Planungen – in der Grafik orange gekennzeichnet – ein Funktionstrakt inklusive Hubschrauberlandeplatz, ein Bettenhaus und eventuell sogar ein Facharztzentrum.

Dadurch werden unter anderem die Notfallambulanz, die Intensivstation, Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Operationssäle, Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, Caféteria und Verwaltung verlegt, vergrößert und modernisiert.

Vor allem die bisher sehr langen und umständlichen Wege für Personal und Patienten könnten so verkürzt und vereinfacht werden. Auch die derzeit manchmal etwas beklemmend wirkenden niedrigen Decken und zum Teil recht kleinen Räume gehören dann der Vergangenheit an.

Die Klinikleitung erhofft sich dadurch einen effizienteren Betrieb, Ärzte und Mitarbeiter eine Erleichterung der Arbeit. Für den Patienten soll unterm Strich eine bessere Versorgung in einem „tollen Krankenhaus“ rauskommen, so Markus Funk.

Wann geht das neue Krankenhaus in betrieb?

Spätestens 2015, sagte Markus Funk gestern. Während man auf den Beschluss des Landtages und danach auf den Fördermittelbescheid wartet, sollen parallel bereits die Detailplanungen erarbeitet werden. Danach werden die Altbauten hinter dem jetzigen Hochhaus (Haus 1) geräumt und abgerissen. Damit ist dort Platz für den neuen Funktionstrakt und das neue Bettenhaus. Der Krankenhausbetrieb läuft indes in den vorderen Bauten weiter. Zum Beispiel die Verwaltung soll gemäß dem vom Kreistag verabschiedeten Strukturkonzept für die Elblandkliniken aber an einen anderen Standort verlegt werden. Steht die neue Klinik, wird das Hochhaus und der benachbarte Flachbau, hier befindet sich derzeit unter anderem die Urologie, schrittweise außer Betrieb gesetzt.

Perspektivisch sollen auch diese beiden Gebäude abgerissen und somit die Möglichkeit für den Neubau eines Facharztzentrums geschaffen werden. Das würde das Angebot abrunden, sagte Elblandklinikensprecherin Daniela Bollmann. Fachärzte, ambulante Partner und eben das Krankenhaus würden so eine zentrale Anlaufstelle für die Patienten darstellen.

Wie kommen Patienten und Besucher zur neuen Klinik?

Da sich der Standort des Klinikums nicht ändert, brauchen sich Patienten und Besucher nicht groß umgewöhnen. Geparkt werden kann wie bisher auf dem großen Parkplatz an der Dr.-Külz-Straße oder dem kleineren am Hospitalweg. Dort wird auch der Haupteingang eingerichtet. Der Zugang über die Weinbergstraße wird geschlossen. Die Notfallaufnahme ist im hinteren Teil des Ensembles geplant.