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Riesa gewinnt, Stauchitz verliert

Die Volksbank eröffnet ihre neue Geschäftsstelle an der Hauptstraße – und verkündet nicht nur gute Nachrichten.

Von Stefan Lehmann

Die Automaten sind ins Bankinnere gerückt, der provisorische Bankschalter ist wieder verschwunden, und von den Wänden grüßen ein neues Logo und Schlagworte mit den unternehmenseigenen Werten. Nur im Eingangsbereich der Volksbank-Geschäftsstelle steht noch eine kleine Bauleiter. Ein Automat werde von dort noch ins Innere der Bank geholt, erklärt Vorstandsmitglied Kai-Uwe Schulz. Es sind die letzten Schritte, ehe der Umbau der Geschäftsstelle an der Hauptstraße abgeschlossen ist.

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Nach acht Monaten ist die Volksbank-Geschäftsstelle an der Hauptstraße ausgebaut – ein Grund zur Freude für Vorstandsmitglied Kai-Uwe Schulz und Bereichsleiterin Nancy Klima. Für die Bankfiliale in Stauchitz (kl. Foto) sieht die Zukunft schlechter aus – s
Nach acht Monaten ist die Volksbank-Geschäftsstelle an der Hauptstraße ausgebaut – ein Grund zur Freude für Vorstandsmitglied Kai-Uwe Schulz und Bereichsleiterin Nancy Klima. Für die Bankfiliale in Stauchitz (kl. Foto) sieht die Zukunft schlechter aus – s

Acht Monate lang wurde das Gebäude an der Hauptstraße umgebaut. Ziel war es, „das Gebäude effizient zu nutzen“, erklärt Volksbank-Vorstand Kai-Uwe Schulz. In den 90er Jahren seien alle Banken sehr groß konzipiert worden. Mittlerweile brauche man nicht mehr so viel Platz. „Dafür muss jede Bank Lösungen finden“, sagt Schulz. Einen ersten Schritt hat die Bank bereits gemacht, indem sie neue Mieter gefunden hat, mit denen sie sich das Gebäude teilt. Die Krankenkasse Barmer GEK war schon im Herbst 2015 eingezogen. „Ab 1. April wird außerdem eine Steuerberatungsfirma die Mietfläche im dritten Obergeschoss beziehen“, kündigt Schulz an.

Auch die übrige Fläche im Erdgeschoss soll effizienter genutzt werden. Im ehemaligen Kassenbereich habe es viel Raum gegeben, der nicht permanent genutzt wurde, erklärt Schulz. Nun befindet sich dort der Raum der Vielfalt – ein Zimmer, das auch außerhalb der Bank-Öffnungszeiten zugänglich sein soll und beispielsweise für Sitzungen und Schulungen genutzt werden kann. „Sehr gerne auch von externen Veranstaltern, zum Beispiel Vereinen“, sagt Schulz.

Videoschaltung zum Bankkunden

Mit dem Umbau hat sich auch die Zahl der Beratungsräume erhöht. „Vorher hatten wir zwei abgeschlossene Räume für Kundengespräche, jetzt sind es insgesamt sieben“, sagt Volksbank-Bereichsleiterin Nancy Klima. Hier könnten sich Bankmitarbeiter und Kunde diskret miteinander unterhalten. In nicht allzu ferner Zukunft vielleicht auch per Videoschaltung. Wer in Dresden oder Leipzig arbeite, der schaffe es schließlich nicht immer zu den Öffnungszeiten in die Filiale, erklärt Klima. Denkbar sei dann eben eine Videoberatung über das Internet, zum Beispiel in der Mittagspause. Noch sei das eine Vision. „Aber wir planen den Ausbau der Internetfiliale“, betont Kai-Uwe Schulz. Der persönliche Kontakt bleibe zwar wichtig, doch die Zugriffe über das Internet stiegen weiter. „Man darf sich dem nicht verschließen.“

Eine bittere Pille gibt es dann bei allen guten Nachrichten doch noch, die die Volksbank-Kunden schlucken müssen – jedenfalls ein Teil der 32 000 Privatkunden im Einzugsbereich zwischen Gröditz, Wermsdorf und Großenhain. Die anhaltend niedrigen Zinsen zwingen die Bank laut Kai-Uwe Schulz dazu, die Filialkonzepte zu durchdenken. Die Volksbank-Filialen würden einem „Fitnesstest“ unterzogen. „Dabei ist auch die Entscheidung gefallen, die Geschäftsstelle in Stauchitz zu schließen.“ Bereits am 29. Februar soll das passieren. Der Standort stand in den vergangenen Jahren schon einmal zur Diskussion, erklärt Schulz. „Wir entschieden uns damals gegen die Schließung – mit dem Ziel, mehr Kunden zu gewinnen. Das ist uns leider nicht gelungen.“ Die Bank arbeite nun daran, ihren bestehenden Kunden vor Ort weiter das Geldabheben zu ermöglichen, etwa über die Supermarktkasse. Man sei dafür gerade in Verhandlungen mit Edeka. Wer sich beraten lassen möchte, müsste dagegen nach Riesa kommen. Auch Hausbesuche wären denkbar, sagt Nancy Klima. Die betroffenen Kunden würden in den nächsten Tagen noch einmal über die Schließung informiert. Vorstandsmitglied Schulz macht deutlich, dass die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. „Aber die Rahmenbedingungen sind, wie sie sind“, sagt er mit Blick auf das niedrige Zinsniveau, das nicht nur der Volksbank zu schaffen macht. Auch die Servicezeiten in den bestehenden Filialen wird die Volksbank Riesa voraussichtlich verkürzen. Auch hier spiele die Digitalisierung eine wichtige Rolle, sagt Kai-Uwe Schulz. Das reine Servicegeschäft spiele mittlerweile eine geringere Rolle. Ein- und Auszahlungen, Kontoauszüge und Überweisungen – diese Geschäfte werden überwiegend im Internet oder an Automaten abgewickelt. Die Beratungszeiten sollen dagegen erweitert werden. Außerdem ist es gut möglich, dass die Bank in einigen Monaten erneut auf Mietersuche geht. Ein Stockwerk im Bankgebäude sei nämlich noch frei, verrät Kai-Uwe Schulz.