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Riesa gibt Radlern Orientierung

In der Region gibt es deutlich mehr Routen, als nur den Elberadweg. Man muss sie nur kennen.

Drei Regionen, ein Projekt: Petra Vetter vom Elbe-Röder-Dreieck, Conrad Seifert vom Förderverein der Lommatzscher Pflege und Heike Kandel von der Riesa-Information (v. l.) haben jetzt eine neue Radwanderkarte vorgestellt.
Drei Regionen, ein Projekt: Petra Vetter vom Elbe-Röder-Dreieck, Conrad Seifert vom Förderverein der Lommatzscher Pflege und Heike Kandel von der Riesa-Information (v. l.) haben jetzt eine neue Radwanderkarte vorgestellt. © Sebastian Schultz

Riesa. Hohe Berge, idyllische Täler - das bietet die Region um Riesa eher nicht. Aber dafür reichlich ebene Routen, die auch Radler ohne elektrische Unterstützung oder Familien mit Kindern gut meistern können. Den Elberadweg kennt dabei jeder. Aber die anderen Routen rund um Riesa sind offenbar selbst den Einwohnern nicht alle bekannt. Darauf deutet zumindest die Nachfrage hin, die sich jetzt in der Riesa-Information geradezu explosionsartig entwickelt hat.

Die neue Radtourenkarte war gerade erst wenige Tage im Sortiment, da waren von den 2.500 Exemplare der Start-Auflage schon 1.300 Stück vergriffen. Offenbar haben die Einwohner von Riesa und den Nachbargemeinden sowie die Touristen genau darauf gewartet. "Wir werden von Wohnmobil-Touristen gezielt danach gefragt", sagt Heike Kandel, Chefin der Riesa-Information. Viele von ihnen brächten ihre eigenen Fahrräder mit oder liehen sich vor Ort welche aus.

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Neun verschiedene Touren durch das Umland weist die Karte auf: von der 15-Kilometer-Route vom Riesaer Riesen zur Strehlaer Nixe bis zur 66-Kilometer-Runde quer durch die Lommatzscher Pflege, die über Stauchitz und Ostrau bis zum Stausee Baderitz führt.

"Wir haben dabei mit den Nachbarn zusammengearbeitet", sagt Heike Kandel. Mit dem rechtselbischen Elbe-Röder-Dreieck genauso wie mit der Lommatzscher Pflege auf der linken Elbseite. Die Chefin der Riesa-Info ärgert sich deshalb nur, dass derzeit die Elbfähre von Diesbar-Seußlitz nach Niederlommatzsch nicht fährt - lässt diese sich doch sonst auf verschiedenen Radtouren nutzen. "Wir empfehlen Radlern häufig für ihre Tour die Elbweindörfer. Aber ohne die Fähre hat man 20 Kilometer oder mehr Umweg. Das ist für viele zu weit."

Zumal der Wechsel der Elbseiten für Radfahrer eigentlich einen besonderen Reiz ausmacht, sagt Conrad Seifert. Der Hirschsteiner Bürgermeister ist als Vorstandsmitglied im Förderverein der Lommatzscher Pflege am Radkarten-Projekt beteiligt. "Vom anderen Ufer aus betrachtet, sieht die ganze Landschaft anders aus, nicht nur Schloss Hirschstein", sagt Seifert.

Neun Radrouten im Umland von Riesa weist die neue Karte aus. Die Rückseite zeigt Fotos und Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten an den Strecken.
Neun Radrouten im Umland von Riesa weist die neue Karte aus. Die Rückseite zeigt Fotos und Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten an den Strecken. © Sebastian Schultz

Zwei Jahre lang war an der Karte gearbeitet worden. Da wurden Touren entworfen, vor Ort geprüft und mit Fotos und Texten zu Sehenswürdigkeiten an den neun Strecken ergänzt. "Nicht nur Dresden, Meißen oder Torgau sind interessant: Auch bei uns gibt es ganz viel zu entdecken", sagt Heike Kandel. Das Sächsische Feuerwehrmuseum Zeithain etwa, den O-Schatz-Park oder das Palais Zabeltitz dürften dabei viele kennen. Aber das Rittergut in Hof, die Dorfkirche Bauda oder den Burgwall Kosilenzien gelten wohl eher als Geheimtipps.

Von Dutzenden Orten Fotos und Informationen zusammenzutragen, brauchte einige Monate. Aber dadurch erschien die Karte offenbar genau zur richtigen Zeit: Durch die Folgen der Corona-Pandemie steht Radfahren und Urlaub in Deutschland plötzlich wieder ganz hoch im Kurs. Und die neue Karte gibt den Überblick, wie sich vorhandene Radwege miteinander kombinieren lassen. "Auch der Gohrischheideradweg ist ja mittlerweile wieder offen", sagt Petra Vetter vom Elbe-Röder-Dreieck. Die erst vor wenigen Jahren freigegebene Route vom Alten Lager Richtung Lichtensee hatte nach Munitionsfunden noch einmal abgesucht werden müssen.

Digitale Karte in Vorbereitung

Conrad Seifert freut sich, dass auf der Karte auch eine Mühlen-Route mit verzeichnet ist. "Wir haben ja mal fast in jedem Ort eine Mühle gehabt. In Pahrenz und Schänitz gibt es noch welche, dann noch die Ruine in Prausitz - und sonst immerhin Infotafeln." Heike Kandel findet den Jahnatal-Radweg landschaftlich schön und weist darauf hin, dass man Radtouren auch mit Führungen kombinieren kann - etwa in der Schlosskapelle Tiefenau oder durch Schloss Hirschstein.

Was sich nicht in der Karte findet, sind Gaststätten: "Das wäre sonst zu viel geworden", sagt Heike Kandel. Man habe sich auf die touristischen Ziele konzentriert. Zumal die Angebote von Gaststätten sich oft ändern würden, etwa die Öffnungszeiten. "Da empfiehlt es sich, sich kurz vor der Tour selbst noch einmal zu informieren."

Finanziert wurde die für den Nutzer kostenlose Karte durch den Riesaer Handels- und Gewerbeverein HGV, während sämtliche beteiligten Gemeinden und viele Kirchen Fotos kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Aktuell arbeite man daran, noch eine digitale Variante der Karte zu erstellen.

Die Gegend rund um Riesa biete abwechslungsreiche Routen, die zur Entschleunigung beitragen, ist sich Conrad Seifert sicher. Zumal jetzt auch noch Störche und Schwäne mit ihren Jungen zu beobachten seien. "Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen."

Zu haben ist die neue Karte in der Riesa-Information an der Hauptstraße 61, aber auch in mehreren Umlandgemeinden.

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