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Hunderte Arbeitslose mehr als im Vorjahr

Im Agenturbezirk Riesa sind mehr als 7.300 Menschen arbeitslos. Die Corona-Pandemie macht sich deutlich bemerkbar.

Die Arbeitsagentur an der Riesaer Breitscheidstraße ist für das Gebiet des kompletten Landkreises Meißen zuständig.
Die Arbeitsagentur an der Riesaer Breitscheidstraße ist für das Gebiet des kompletten Landkreises Meißen zuständig. ©  Archiv/Sebastian Schultz

Riesa. Etwas besser als im Monat zuvor - aber deutlich schwieriger als im Vorjahr: So stellt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Arbeitsagentur Riesa dar. Im Juli waren im Landkreis Meißen 7.320 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 1,2 Prozent weniger als im Juni, aber fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damals waren fast 900 Menschen weniger arbeitslos. Dadurch stieg die Arbeitslosenquote innerhalb eines Jahres von 5,1 auf 5,9 Prozent.

Nach wie vor spielt in der Region das Kurzarbeitergeld eine große Rolle, sagt der Riesaer Agenturchef Thomas Stamm. „Da die Unternehmen für die Abrechnung der Kurzarbeit drei Monate Zeit haben, liegt uns erstmalig eine Hochrechnung für den Monat März vor. Insgesamt rechneten knapp 1.200 Unternehmen für über 7.200 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld ab. Die Corona-Pandemie hinterlässt also deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt."

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Die Arbeitsagentur beschäftige sich neben der Leistungsgewährung derzeit vor allem mit den Jugendlichen. "Unsere Berufsberaterinnen begleiten die jungen Menschen intensiv beim Übergang von der Schule ins Berufsleben, und im Arbeitgeber-Service sind noch über 600 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet", sagt der Vorsitzende der Agentur-Geschäftsführung. Junge Menschen, die sich nach dem Ausbildungsende arbeitslos melden müssen, stünden ebenfalls im Fokus der Riesaer Agentur. 

"Ich empfehle allen Arbeitsuchenden, über das Thema Qualifizierung nachzudenken. Zahlreiche Bildungsträger haben ihren Lehrbetrieb wieder aufgenommen und so können notwendige Qualifikationen erworben werden", sagt Thomas Stamm.

Riesa vorn, Radebeul hinten - bei der Arbeitslosenquote

Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen gibt es noch Personen, die rechtlich nicht als arbeitslos gelten - weil sie beispielsweise an Weiterbildungen oder Praktika in Betrieben teilnehmen oder in Arbeitsgelegenheiten beschäftigt sind. Das betraf im Juli 1.310 Frauen und Männer, die nicht in der Zahl der gut 7.300 Arbeitslosen enthalten sind.

Gleichzeitig gibt es aber wieder Hunderte freie Stellen - im Juli verzeichneten die Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service der Riesaer Arbeitsagentur 537 neue Stellenangebote. Das sind 25 Stellen mehr als im Juni. 

Im Vergleich zum Juli 2019 sind es neun Stellen weniger. Personal wurde im verarbeitende Gewerbe (96 Stellen), im Gesundheits- und Sozialwesen (67 neue Stellen) sowie im Handel (66 Stellen) gesucht. Aus dem Bereich der Zeitarbeit  wurden 110 neue Stellenangebote gemeldet.

Insgesamt waren 2.053 freie Arbeitsstellen in der Region zur Besetzung gemeldet. Das sind 680 Angebote weniger als vor einem Jahr.

Aufgegliedert nach den vier Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Riesa, stellt sich die Arbeitslosenquote so dar: Geschäftsstelle Riesa 7,0 Prozent, Geschäftsstelle Großenhain 5,9 Prozent, Geschäftsstelle Meißen 6,4 Prozent, Geschäftsstelle Radebeul 4,4 Prozent. (SZ)

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