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Riesa lockt mehr Touristen an

Viele Angebote waren 2014 stärker gefragt als im Vorjahr. Ein Grund dafür sind die Großveranstaltungen.

Von Stefan Lehmann

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Ein Rundgang durchs Kloster, ein Besuch im Nudelmuseum oder eine Führung durch die Stadt: Riesa hat für Touristen einiges zu bieten. Dass sich diese Ansicht herumspricht, macht sich auch mit Blick auf die Jahresbilanz der Branche bemerkbar. Viele touristische Angebote waren 2014 so gefragt, wie lange nicht.

Besonders deutlich ist dieser Aufschwung beim Blick auf die Besucherzahlen bei den Stadtrundgängen und -fahrten. Die gingen seit 2009 stetig zurück. 2013 nahmen – bedingt wohl auch durch die Hochwasser – gerade einmal 886 Menschen an den Führungen teil. „Im vergangenen Jahr haben wir dann aber viele Reisegesellschaften bedient“, freut sich Museumsleiterin Maritta Prätzel. 2846 Besucher zählte das Stadtmuseum auf den Rundgängen und -fahrten, mehr als das Dreifache des Vorjahres. Nur die Klosterführungen waren etwas schlechter besucht als 2013.

Viele Besucher aus der Region

Viele Teilnehmer kämen aus den Neuen Bundesländern, erklärt Prätzel. Gerade die Klosterrundgänge erfreuten sich bei Tagesausflüglern aus der näheren Umgebung großer Beliebtheit. „Aber bei den Stadtrundfahrten kommen mehr als die Hälfte der Leute von weiter her.“ Ganz ähnlich ist es im Nudelmuseum. Rund 49 000 Besucher haben im vergangenen Jahr an den Führungen teilgenommen, das sind 7000 mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt besuchen jährlich rund 300 000 Menschen das Nudelwerk. Sie kommen überwiegend aus der Region. „Aber insbesondere in der Ferienzeit sind unsere Besucher auch zunehmend aus den Alten Bundesländern“, erklärt eine Mitarbeiterin.

Auch aus Sicht der Hotels lief 2014 wieder etwas besser als das Hochwasserjahr. Knapp 38 000 Übernachtungen zählten sie laut Statistischem Landesamt, 2013 waren es noch rund 36 000 gewesen. „Gerade in der Sommerzeit, ungefähr von Mai bis September, macht sich der Elberadweg total bemerkbar“, erklärt Heiderose Dörschel, Hoteldirektorin im Wettiner Hof. Es habe in der Tat eine leichte Steigerung gegenüber 2013 gegeben. „Ansonsten kommen zu den Reisegruppen und den Radtouristen vor allem Dienstreisende hinzu.“ Von Tourismus alleine könnten die Hotels in der Stadt wohl nicht leben.

Meist sind die Ausflüge nach Riesa kurz: Im Durchschnitt buchten die Gäste ihre Hotelbetten in Riesa nur für 1,7 Tage. Und Betten waren auch 2014 noch zur Genüge frei: Die Auslastung liegt laut Statistischem Landesamt seit Jahren relativ konstant bei 25 Prozent. Vor allem die Sachsenarena sei eine wichtige Grundlage für die Hotels in der Stadt, betont Dörschel. „Die Events dort machen sich jedes Mal bemerkbar. Ohne die Arena könnte sich das Hotel wahrscheinlich gar nicht halten.“

Auch die Chefin der Riesa Information, Sandra Hoinkis, führt die Nachfrage im touristischen Bereich vor allem auf die Großveranstaltungen zurück, die zum Beispiel in der Sachsenarena stattfinden. „Zur Automeile beispielsweise werden in diesem Jahr wieder viele Touristen hierherkommen“, sagt Hoinkis. „Die sehen bei solchen Gelegenheiten dann wiederum, dass sich Riesa auch einmal für einen längeren Ausflug lohnt – und kommen dann noch einmal wieder.“

Sehenswürdigkeiten im Gepäck

Außerdem bemühen sich die Mitarbeiterinnen der Riesa Information laut Hoinkis ständig darum, die Stadt zu bewerben. „Wir waren beispielsweise zuletzt auf der Reisemesse in Chemnitz. Bei diesen Veranstaltungen haben wir natürlich immer Broschüren mit allen Sehenswürdigkeiten aus Riesa im Gepäck.“ Ganz ähnlich sei es auch mit den Reisebüros, zu denen die Riesa Informationen einen engen Kontakt pflege. Trotzdem: Der Tourismus-Aufschwung, den die Stadt gerade erlebe, liege ganz maßgeblich an „attraktiven Angeboten und Veranstaltungen wie der Tanz-WM oder der Enduro-WM.“ Und in die Riesa Information kämen längst nicht nur Besucher aus der Region. „Es sind auch viele Leute aus Bayern und Österreich dabei, und aus dem Ausland – etwa aus Polen und Tschechien.“

Museumsleiterin Maritta Prätzel hat noch eine ganz einfache Erklärung dafür, dass die Stadt bei den Touristen zunehmend erfolgreicher ist: die Vielfalt. Es gebe eben ein breitgefächertes Angebot für Besucher. „Dieser Mix all dessen, was sie hier erleben können, der gefällt den Leuten.“ Viele Reisegesellschaften hätten Riesa als Ziel gleich mehrfach hintereinander gebucht. Für Prätzel ein gutes Zeichen, dass doch einiges in Riesa richtig läuft.

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