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Riesaer Bibliothek baut Angebot aus

In der Corona-Krise gab es Bücher nur per Fensterrutsche. Dann folgte ein Leseransturm – und jetzt eine Neuigkeit bei den elektronischen Medien.

In vollen Regalen zu stöbern, ist doch etwas anderes, als in Online-Katalogen zu suchen: Susan Bazylak von der Riesaer Stadtbibliothek ist froh, dass nun wieder Besucher kommen dürfen.
In vollen Regalen zu stöbern, ist doch etwas anderes, als in Online-Katalogen zu suchen: Susan Bazylak von der Riesaer Stadtbibliothek ist froh, dass nun wieder Besucher kommen dürfen. © Lutz Weidler

Riesa. Wie sehr die Riesaer ihre Bibliothek vermissten, zeigte sich am ersten Tag der regulären Öffnung nach der Corona-Schließung: Da waren fast 150 Leser an einem Tag gekommen, so dass sich Schlangen bildeten. Zuvor hatte sich die Einrichtung im Haus am Poppitzer Platz damit behelfen müssen, vorbestellte Bücher über eine Rutsche aus dem Fenster zu befördern – vor dem die Kunden draußen warten mussten.

Im Vergleich dazu ist mittlerweile fast wieder Normalität in der Einrichtung der Stadt-Tochter FVG eingekehrt. Zwar stehen überall Flaschen mit Desinfektionsmittel, gibt es Hinweise auf Sicherheitsabstände, sollen Nutzer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Aber immerhin: Die Besucher dürfen wieder selbst durch die Regalreihen schlendern. „Wenn auch nur zehn gleichzeitig“, sagt Mitarbeiterin Susan Bazylak. Deshalb gibt es jetzt nur noch zehn Körbe in der Stadtbibliothek, weitere zehn in der Kinder- und Jugendbibliothek nebenan.

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„Wir bekommen immer noch zu hören, dass die Leute froh sind, wieder in die Bibliothek zu dürfen“, sagt die Mitarbeiterin. Und auch ihre Kolleginnen sind glücklich, endlich wieder Bücher, CDs und Videos ausleihen zu dürfen, damit die nicht in den Regalen stehen bleiben. 

Im Gegenzug müssen jetzt aber auch die Kunden schauen, ob zuhause vielleicht noch ein Stapel ausgeliehener Bücher liegt: Die Einrichtung hatte in der Corona-Krise alle ausgeliehenen Medien pauschal verlängert – aber nur bis Ende Mai. Danach sollen wieder die regulären Fristen gelten.

Verlängert wurde allerdings eine Aktion der Riesaer Rotarier: Die haben Schulanfängern wieder eine einjährige Mitgliedschaft spendiert. Der dafür ausgereichte Gutschein ist nun einen Monat länger gültig – statt bis Ende Mai bis Ende Juni.

Wer unsicher ist und sich nicht länger als unbedingt nötig zwischen anderen Leuten aufhalten will, kann sich auch weiterhin Bücher per Internet oder telefonisch vorbestellen. Dann packen die Mitarbeiter schon Päckchen zusammen, die die Nutzer nur noch am Einlass abholen brauchen. 

Thematisch allerdings habe sich die Corona-Krise nicht im Ausleihverhalten niedergeschlagen, sagt Susan Bazylak. „Krimis gehen wie immer am besten.“ Eine verstärkte Nachfrage etwa nach medizinischen Ratgebern gäbe es nicht.

Gleichzeitig bahnt sich aber eine Neuerung für die Nutzer an, die auf elektronischem Wege Medien aus der Riesaer Bibliothek leihen – etwa Hörbücher oder E-Books. Dort kooperiert Riesa bislang mit 30 weiteren Bibliotheken aus ganz Sachsen in der sogenannten „Liesa-Onlinebibliothek“. Diese schließen sich nun mit der Konkurrenz aus Leipzig zusammen, der sogenannten „Onleihe Leipziger Raum“. 

Zusammen will man den größten sächsischen Online-Bibliotheksverbund bilden, der künftig 52 Bibliotheken umfasst und als „Onleihe Sächsischer Raum“ fungieren wird.„Bei den Gebühren ändert sich nichts“, sagt Susan Bazylak. „Aber der verfügbare Medienbestand vergrößert sich deutlich, vor allem bei den Zeitschriften.“ 

Bislang gab es bei Liesa 13.000 Titel, in Leipzig 12.000. Zusammen werden es demnach 25.000 nutzbare Lizenzen. Voraussichtlich soll das Portal schon ab nächste Woche nutzbar sein, wenn alles klappt.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.