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Riesaer Polizei ist mit der Bilanz zufrieden

Im vergangenen Jahr ging im Altkreis die Zahl an kriminellen Delikten zurück. Zudem ist die Aufklärungsquotestark gestiegen.

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Von Thomas Riemer

Dafür können wir uns ruhig mal selbst loben“, sagt Rico Müller, neuer Chef der Kriminalpolizeilichen Außenstelle in Riesa. Gemeinsam mit Revierleiter Hermann Braunger legte er jetzt die Statistik für das vergangene Jahr für den Altkreis Riesa vor. Und die besagt: Es gab weniger kriminelle Delikte als im Vorjahr. „Der Rückgang ist phänomenal“, kommentiert Hermann Braunger das Minus von 12,2 Prozent. Und noch eine Zahl bereitet ihm Freude. Denn 65,5 Prozent aller Fälle konnten aufgeklärt werden.

Den Schulterschluss zwischen Revier und Kriminalaußenstelle nennen Müller und Braunger übereinstimmend als einen Grund des Erfolges. Dadurch konnten hier und da Beamte vom Ermittlungsdienst freigelenkt werden, weil die Kripo ihnen einiges an Arbeit abnahm.

Und so konnte die Kriminalität in fast allen Bereichen zurückgedrängt werden. Dazu trugen natürlich auch absolute „Glücksfälle“ bei. So konnte im Februar dieses Jahres ein diebisches Pärchen dingfest gemacht werden, das innerhalb eines Dreivierteljahres in fast 100 Fällen vor allem in Pkws eingebrochen war und alles klaute, was wertvoll war. Wie überhaupt Diebstähle das Gros der Delikte ausmacht. Doch zum Beispiel beim Fahrradklau hat sich das Polizeikonzept in und um Riesa ausgezahlt. „Wir haben das Risiko erhöht, dass man dabei erwischt wird“, nennt Revierchef Braunger die Strategie. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wurden 2005 noch 493 Drahtesel gestohlen, waren es im Jahr darauf „nur“ noch 367. Und 10,9 Prozent dieser Diebstähle wurden aufgeklärt, bei nicht angeschlossenen Rädern waren es sogar 28 Prozent. „So etwas nehmen die Leute zur Kenntnis und fühlen sich ein bisschen sicherer“, sagt Braunger.

Kampfansage an Autoknacker

Natürlich gibt es auch Dinge, die Kripo und Schutzpolizei Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Dazu gehören unter anderem die 159 aufgebrochenen Autos. „Dieser Bereich wird in diesem Jahr eine Kampfansage von uns erhalten“, kündigt Hermann Braunger schon einmal an. Und auch 62 Unfälle unter Alkoholeinfluss lassen ihn nicht ruhig. „Da werden wir ohne Ende weiter kontrollieren“, sagt der Revierchef.

Verstärktes Engagement müssen auch Drogen-Konsumenten fürchten. 2006 habe es weit mehr Kontrollen als zuvor gegeben – damit wurden natürlich auch mehr Berauschte aufgegriffen. „Wir haben aber keine offene Rauschgiftszene“, sagt Rico Müller trotzdem. Die alleinige Zuständigkeit der Polizei zu diesem Thema weist er allerdings energisch zurück. „Hier müssen zu allererst die Eltern und die Schulen sowie Ausbildungsbetriebe mit ran“, sagt er. Doch seine Erfahrungen in den Bildungseinrichtungen sind nicht nur gute. „Ich habe gemerkt, dass selbst Lehrer darüber viel zu wenig wissen“, so Müller.