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Riesas Innenstadt-Händler öffnen wieder

Die gelockerten Regelungen lassen die Inhaber aufatmen. Trotzdem glaubt die Chefin der Werbegemeinschaft nicht, dass gleich alles beim Alten sein wird.

Claudia Mückel-Branig ist Vorsitzende der Werbegemeinschaft Innenstadt Riesa. Sie hofft darauf, dass im Zuge der Corona-Krise mehr Menschen lokal einkaufen statt im Internet.
Claudia Mückel-Branig ist Vorsitzende der Werbegemeinschaft Innenstadt Riesa. Sie hofft darauf, dass im Zuge der Corona-Krise mehr Menschen lokal einkaufen statt im Internet. © Sebastian Schultz

Riesa. In diesem Punkt ist sich Claudia Mückel-Branig sicher: "Ich denke, viele Geschäfte werden schon am Montag wieder öffnen", sagt die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Innenstadt Riesa (WIR) zu der angekündigten Lockerung der Ausgangsregeln

Ob direkt am Montag allerdings jeder Inhaber schon seinen Laden entlang der Hauptstraße aufschließen kann, steht auf einem anderen Blatt. Ähnlich wie das Verbot kam die Ansage, dass die kleineren Geschäfte wieder Waren anbieten können, relativ kurzfristig. "Manche Händler stehen jetzt vor dem Problem, dass sie und die Mitarbeiter erst einmal die Betreuung für ihre Kinder organisieren müssen", sagt Claudia Mückel-Branig. Sie könne sich deshalb vorstellen, dass manches Geschäft vorerst nur eingeschränkte Öffnungszeiten anbietet. 

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Stühle für wartende Kunden

"Spätestens im Laufe der Woche wird aber wohl der Großteil der Läden wieder offen sein", prognostiziert die WIR-Chefin. Es werde voraussichtlich ähnliche Einschränkungen geben, wie jetzt schon bei Bäcker, Fleischer und den Supermärkten, beispielsweise ein Limit für die Zahl der Kunden, die gleichzeitig im Laden sein dürfen. Über die Details für ihr Geschäft müsse sie sich auch erst noch informieren. Die Einschränkung werde aber wohl kein großes Problem. "Möglicherweise stelle ich noch Stühle hin, falls doch mal ein Kunde draußen warten muss." 

Auf der Hauptstraße in Riesa kann ab Montag wieder eingekauft werden.
Auf der Hauptstraße in Riesa kann ab Montag wieder eingekauft werden. © Sebastian Schultz

In jedem Fall öffnen will auch die Riesa Information. "Wenn wir komplett wieder öffnen dürfen, tun wir das natürlich", sagt Chefin Heike Kandel. "Auf alle Fälle gibt es ab Montag Fahrscheine." Für den Eintrittskarten-Verkauf gilt das dagegen nicht. In einer Mitteilung verweist die Riesa Information darauf, dass derzeit an einer Gutscheinlösung gearbeitet wird, um die Veranstalter vor existenzbedrohenden Schäden zu bewahren. Dafür fehlt aber noch eine Gesetzeslösung. "Bis dahin bleibt dieser Bereich der Riesa Information geschlossen. Wir bitten deshalb auch davon abzusehen, uns Tickets per Post zuzusenden, da diese zur Sicherheit unserer Kunden umgehend retour gehen."

HGV-Chef plädiert für Maskenpflicht

Kurt Hähnichen vom Riesaer Handels-, Gewerbe- und Verkehrsverein (HGV) sieht die neuen Ansagen aus Dresden insgesamt als "positiven Anfang" für die Händler. "Entscheidend wird sein, wie sich die hygienischen Bedingungen einhalten lassen." Er hoffe, dass die Händler das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Vorgaben sollten so umgesetzt werden, dass sie auch einer Kontrolle standhalten. Sonst könnte mancher Einzelhändler angesichts im Raum stehender Strafen ein böses Erwachen erleben. 

Kurt Hähnichen vom HGV Riesa hofft, dass die Händler die Vorgaben nicht auf die leichte Schulter nehmen. Er vermutet, dass intensiv kontrolliert werden wird.
Kurt Hähnichen vom HGV Riesa hofft, dass die Händler die Vorgaben nicht auf die leichte Schulter nehmen. Er vermutet, dass intensiv kontrolliert werden wird. © Archiv/ CDU

Man sei hin- und hergerissen zwischen ökonomischen und gesundheitlichen Fragen, sagt Hähnichen noch. "Aber die Gesundheit ist höher zu bewerten." Es stehe viel auf dem Spiel, und man sehe den Menschen nun einmal nicht an, wer das Virus in sich trägt und schon ansteckend ist. Generell würde er sich deshalb wünschen, dass "die Maskenpflicht nicht nur im Raum steht", sondern beschlossen wird. 

Händler hoffen auf bewusstes Einkaufsverhalten

Damit, dass die Umsätze mit den nun gültigen Regeln sofort wieder auf ein normales Niveau steigen, rechnet Claudia Mückel-Branig nicht. "Wir werden sicher nicht die gleichen Umsätze erzielen, wie im April 2019." Welche Folgen die Corona-Pandemie letztlich für den Einzelhandel in Riesas Innenstadt haben wird, werde sich wohl auch erst Ende des Jahres seriös abschätzen lassen. "Ich hoffe aber, dass es die Händler und Dienstleister hier überstehen." 

Dass sie und die anderen Händler wieder öffnen können, sieht sie zumindest als wichtigen Schritt. Zwar hätten eine Reihe von Läden auch in Riesa übers Ostergeschäft Gutscheine verkauft, in den Werkstätten weitergearbeitet oder Ware geliefert. "Aber das deckt nicht ab, was man sonst über den lokalen Verkauf hat. Wir sind alle nicht auf Online-Handel ausgerichtet, im großen Stil geht das nicht." Die WIR-Vorsitzende setzt jetzt darauf, dass auch die Kunden in Riesa ihr Kaufverhalten anpassen. "Vielleicht ist ja der Sinn für den regionalen Handel ein bisschen gestiegen." 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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