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Riesenbohrer am Heiligenborner Viadukt

Das Gerät wird zum Einbringen der Bohrpfähle gebraucht. Ab Freitag gibt es Einschränkungen für Bahnreisende zwischen Chemnitz und Waldheim.

Auf einer Seite des Heiligenborner Viadukts konnte das Traggerüst bereits zurückgebaut werden.
Auf einer Seite des Heiligenborner Viadukts konnte das Traggerüst bereits zurückgebaut werden. © Dietmar Thomas

Waldheim. Wer von Waldheim in Richtung Reinsdorf fährt, kann die Arbeiten am Heiligenborner Viadukt direkt verfolgen. Die Deutsche Bahn (DB) lässt das Bauwerk aufwendig sanieren. Dort ändert sich beinahe täglich etwas.

Derzeit wird am Gleis Waldheim – Mittweida gearbeitet, teilt die Pressestelle der Deutschen Bahn mit. „Die Arbeiten laufen auf Hochtouren und liegen im Plan“, so die Sprecherin. Nach dem Rückbau der bestehenden Fahrbahnplatte und der Brückenkappe sowie dem Aufbringen von Beton sei am Montag mit dem Herstellen der Schalungsanker begonnen worden, die horizontal in das Brückenbauwerk eingebracht werden. Außerdem werden derzeit die Ausgleichsplatten im Bereich der sogenannten Querfugen installiert.

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Wie die Sprecherin weiter mitteilte, wird demnächst ein Großbohrgerät an dem Eisenbahn-Viadukt zum Einsatz kommen. Dafür werden derzeit die Voraussetzungen geschaffen. Zudem wird aktuell eine Baugrube für ein Widerlager fertiggestellt.

Bereits zurückgebaut werden konnte das sogenannte Traggerüst am Gleis Mittweida – Waldheim. Dort sind die Arbeiten bereits abgeschlossen.

Reger Austausch mit Waldheimer Kleingärtnern

Besonders betroffen von den Bauarbeiten sind die Kleingärten der Gartensparte „Am Pfaffenberg“. Eine Baustraße führt unmittelbar an den Kleingärten vorbei. „Die Baufirmen stehen mit den Kleingärtnern im regen Austausch. Die Abstimmung läuft gut“, teilt die Bahnsprecherin mit. Das bestätigt Bertram Handschuh, Vorsitzender des Kleingartenvereins. „Probleme wegen einer kurzzeitig aufgetretenen Belästigung durch Staubwolken konnten rasch ausgeräumt werden“, so Bertram Handschuh. „Es klappt alles super. Die Gärtner arrangieren sich gut mit der Baustelle.“

Mit Einschränkungen müssen dagegen Zugreisende ab Freitag, 11. Juli, rechnen. Bis zum 27. Juli wird das Gleis auf der Strecke in Richtung Mittweida erneuert. Außerdem werden die vorbereitenden Arbeiten zum Bau des Widerlagers auf der Seite Chemnitz erledigt. „Die Bohrpfähle werden eingebracht“, so die DB-Sprecherin.

Symbolbild: Heiligborner Viadukt
Symbolbild: Heiligborner Viadukt © Archiv/Dietmar Thomas

In der genannten Zeit kommt es laut Pressestelle der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die die Strecke bewirtschaftet, zu Fahrplanabweichungen sowie Schienenersatzverkehr bei ausgewählten Abfahrten von Chemnitz Hauptbahnhof und Waldheim. Die Busse halten an den bekannten Zughaltepunkten. Laut MRB werden alle Zwischenhaltepunkte mit dem Bus bedient. Wegen des Schienenersatzverkehrs müssen die Abfahrts- und Ankunftszeiten jedoch früher oder später gelegt werden. Alle anderen, nicht im Baufahrplan aufgeführten, Züge verkehren nach dem regulären Fahrplan.

Insgesamt investieren die Deutsche Bahn und der Bund 13 Millionen Euro in das Projekt. Bis zum Fahrplanwechsel Ende dieses Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

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Damit die Gleisarbeiten beginnen können, bekommt das Viadukt ein rot-weißes Gerüst.

Das Heiligenborner Viadukt überspannt das Tal zwischen Bornberg und Pfaffenberg, ist 180 Meter lang und 40 Meter breit. Das vor knapp 170 Jahren erbaute Viadukt hatte erhebliche Schäden aufgewiesen. Wasser war eingedrungen und hatte die Substanz beschädigt. Eine Sanierung war deshalb unumgänglich.

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