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Riesenkarpfen aus dem Zwingerteich

Gestern wurde am Zwinger abgefischt. Das warme Wetter machte den Männern und dem Fang dabei zu schaffen.

Von Dominique Bielmeier

Oliver Naumann hat schwer zu tragen: Über zehn Kilo wiegt der Karpfen, den er ins Auffangbecken hievt. Das Tier ist eines von Hunderten, die gestern aus dem Zwingerteich gezogen wurden. Insgesamt 14 Männer sind nötig, um das Gewässer im Herzen der Stadt abzufischen. Das dauert rund drei Stunden. Nachdem die Fischer die Tiere – hauptsächlich Karpfen – mit ihren Netzen in die Enge getrieben haben, wird ihnen zunächst der Fluchtweg Richtung Kronentorbrücke abgeschnitten. Dann ziehen die Arbeiter ein zweites Netz durch den Teich und treiben die Fische ans Ufer. Nun ist Handarbeit gefragt: Denn ein Karpfen nach dem anderen wird mit einem Kescher ins Becken getragen.

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Naumann sorgte dafür, dass alles reibungslos klappte. Der 42-jährige Diplom-Biologe ist Geschäftsführer der Angel-Service GmbH aus Dresden. Das Unternehmen ist seit 17 Jahren für die Fische im Zwingerteich verantwortlich. Im Frühjahr setzen die Mitarbeiter Jungtiere aus, im Herbst wird abgefischt. Weil das flache Gewässer nicht winterfest ist, würden die meisten Karpfen sonst erfrieren, so Naumann. Deshalb werden sie in andere Teiche rund um Dresden gebracht oder geschlachtet. Doch einige Fische bleiben auch während der kalten Jahreszeit im Zwingerteich. Denn kleinere Tiere gehen den Männern durchs grobmaschige Netz. Diese überleben aber teilweise trotzdem. Das beweist die unterschiedliche Größe der gestern gefangenen Karpfen. Die schwersten Exemplare wogen um die 13 Kilogramm und sind fast so groß wie ein kleiner Hund. „Mit dem Schlachten warten wir aber noch, bis sie 20 bis 25 Kilo haben“, so Naumann.

Das diesjährige Abfischen dauert länger als gewöhnlich. Schuld daran ist auch das milde Herbstwetter. „Heute ist es viel zu warm. Die Tiere sind zu agil, ihr Kreislauf ist hochgefahren und sie brauchen mehr Sauerstoff“, sagt Naumann. Am Ende landet eine gute Tonne Fisch in den Behältern – geschätzte 600 bis 650 Exemplare und damit guter Durchschnitt. Etwa die Hälfte dieses Fangs n kann ab dem 7. November in der Rennersdorfer Straße in Dresden sowie bei der Teichwirtschaft in Zschorna gekauft werden.