merken
PLUS Dresden

Dresden: Das Super-Riesenrad ist zurück

Das Wheel of Vision dreht sich ab Freitag wieder auf dem Dresdner Postplatz. Doch einiges ändert sich dieses Jahr. So können Sie Karten gewinnen.

55 Meter ragt das Riesenrad Wheel of Vision jetzt am Postplatz empor. Es steht dieses Jahr auf der Fläche zwischen Freiberger und Annenstraße.
55 Meter ragt das Riesenrad Wheel of Vision jetzt am Postplatz empor. Es steht dieses Jahr auf der Fläche zwischen Freiberger und Annenstraße. © Sven Ellger

Dresden. Hoch empor ragt das Aussichtsriesenrad Wheel of Vision am Dresdner Postplatz. Aus bis zu 55 Metern Höhe werden sich den Fahrgästen spektakuläre Aussichten auf Dresden bieten, die bis zu den Höhen am Stadtrand und darüber hinaus reichen. Diese konnte die SZ bereits am Mittwoch bei einer Testfahrt bewundern. 

Stadtfest-Organisator Frank Schröder ist froh, dass der Düsseldorfer Unternehmer Oscar Bruch das Wheel of Vision aufgebaut hat. „Wir freuen uns, dass das Riesenrad wieder in Dresden ist und damit eine neue Zeit nach Corona einläutet“, sagt er. „Die Leute haben wieder eine Attraktion, bei der sie über den Dächern von Dresden einen tollen Blick auf ihre Stadt haben.“

Anzeige
Story à la Romeo & Julia – inklusive Welthit
Story à la Romeo & Julia – inklusive Welthit

Die Dresdner Staatsoperette präsentiert mit "Die Fantasticks" das erste große Musical nach dem Lockdown.

Dieser und viele andere Blicke bieten sich aus den Gondeln des Aussichtsriesenrades.
Dieser und viele andere Blicke bieten sich aus den Gondeln des Aussichtsriesenrades. © Sven Ellger

Die Erfahrungen: Viele Besucher bei Skyliner und Riesenrad

Den Auftakt für derartige Attraktionen konnte Schröder 2018 organisieren. Auf dem Platz vor dem Schauspielhaus wurde damals zum Stadtfest mit dem City-Skyliner erstmals eine solche Attraktion aufgebaut. Rund 30.000 Fahrgäste konnten binnen sechs Wochen den Ausblick von einer 72 Meter hohen Aussichtsplattform genießen. 

2018 konnten Schaulustige mit der Aussichtsplattform des City-Skyliners 72 Meter am Postplatz empor fahren.
2018 konnten Schaulustige mit der Aussichtsplattform des City-Skyliners 72 Meter am Postplatz empor fahren. ©  Foto: Rene Meinig

Ab August 2019 folgte in dieser Zeit erstmals Bruchs Riesenrad mit seinen voll klimatisierten 42 Gondeln. Rund 1.000 Fahrgäste nutzten täglich dieses Angebot, erklärt der Betreiber. Für Stadtfest-Organisator Schröder war Anfang dieses Jahres jedoch erst einmal Zittern angesagt. Denn der Platz vor dem Schauspielhaus sollte für den Promenadenring um die Altstadt ausgebaut werden. Wäre es nach den ursprünglichen Vorstellungen gegangen, hätte sich dort kein Riesenrad mehr drehen können. Doch die Stadt zeigte sich flexibel und änderte die Pläne für die Beete. Schröder war glücklich. Bis zum September wird die Fläche ausgebaut, sodass das Riesenrad nächstes Jahr dort stehen kann.

Von August bis Oktober vergangenen Jahres drehte sich das Riesenrad des Düsseldorfer Unternehmers Oscar Bruch erstmals am Postplatz.
Von August bis Oktober vergangenen Jahres drehte sich das Riesenrad des Düsseldorfer Unternehmers Oscar Bruch erstmals am Postplatz. ©  Foto: Rene Meinig

Die Tradition: Urgroßvater hatte 1895 erstes Riesenrad

„Bei mir steckt das Riesenrad im Blut“, erklärt der 53-jährige Betreiber. Oscar Bruchs Urgroßvater Emil hatte bereits 1895 ein Riesenrad gekauft. Von Kindesbeinen an gehört es für den rheinländischen Unternehmer mit 55 Mitarbeitern dazu. Seine drei Riesenräder sind die größten Deutschlands. Das größte ist sogar 60 Meter hoch. „Mein Großvater hat mir gesagt, dass vom Riesenrad drei Meere zu sehen sind: am Tag das Häusermeer, nachts das Lichtermeer und nach Feierabend nichts mehr“, erzählt er schmunzelnd. Und so gehe es jetzt schon sein Leben lang.

Oscar Bruch setzt mit seinem modernen Riesenrad eine alte Familientradition fort.
Oscar Bruch setzt mit seinem modernen Riesenrad eine alte Familientradition fort. © Sven Ellger

Das Riesenrad: In Budapest, Lyon und Bern im Einsatz

Vor 14 Jahren hatte Bruch das jetzt am Postplatz aufgebaute Riesenrad für rund sechs Millionen Euro gekauft. Er habe unter anderem in Budapest, Lyon, Danzig, Bern und Basel gestanden. Sein ältester Fahrgast war, laut Bruch, eine 103-jährige Düsseldorferin, die mit ihren Enkeln gekommen war. „Nächstes Jahr sehen wir uns wieder, hat sie mir zum Abschied gesagt“, so Bruch.

Allerdings hat die Corona-Krise einen herben Einschnitt für ihn mit sich gebracht. Zur Weihnachtszeit drehte sich das jetzt aufgebaute Riesenrad noch in Düsseldorf. Seitdem drehte sich nichts mehr. Die Umsatzeinbuße schätzt er auf über eine Million Euro. „Ich habe zwar eine Hilfe von 25.000 Euro bekommen. Doch es hat puff gemacht, dann war das Geld weg“, sagt er. Kein Wunder bei 55 Mitarbeitern. Deshalb freut sich Bruch umso mehr, dass er ab Freitag Fahrgäste am Postplatz begrüßen kann.

Auf 26 Lkw waren die Teile des insgesamt 350 Tonnen schweren Riesenrades ab 15. Juni in Dresden angerollt. Zwölf Mitarbeiter haben es dann aufgebaut. Dabei ist ein 200-Tonnen-Kran zum Einsatz gekommen.

Das ist eine der 42 voll klimatisierten Gondeln des Riesenrades, die je acht Plätze bieten. In Coronazeiten gelten aber verschärfte Hygiene-Bestimmungen.
Das ist eine der 42 voll klimatisierten Gondeln des Riesenrades, die je acht Plätze bieten. In Coronazeiten gelten aber verschärfte Hygiene-Bestimmungen. © Sven Ellger

Das Hygienekonzept: Gondeln werden nach Fahrt gereinigt

Allerdings werde es coronabedingt dieses Jahr weniger Fahrgäste als zu normalen Zeiten geben. Bis zu acht Personen passen in jede Gondel. Doch zusteigen dürfen nur Fahrgäste, die zu einem Haushalt gehören. Das können Alleinstehende, Paare oder auch eine Familie mit drei Kindern sein. Geachtet wird auf den Mindestabstand von zwei Metern beim Einsteigen. 

Am Mittwoch hatten Bruchs Mitarbeiter gerade die rot-weißen Markierungsstreifen aufgeklebt. Am Ein- und Ausstieg zur Gondel ist ein Desinfektionsspender angebracht. Zudem werden die entsprechenden Flächen in der Gondel nach jeder Fahrt gereinigt. „Wir haben mit dem Betreiber ein Hygiene-Konzept entworfen, das vom Gesundheitsamt geprüft und bestätigt wurde“, erklärt Schröder. Er ist froh, dass zumindest das Riesenrad steht. Ob das bereits auf den 2. bis 4. Oktober verschobene Stadtfest überhaupt stattfinden kann, sei noch immer unklar.

Nach jeder Fahrt werden die benutzten Gondeln gereinigt.
Nach jeder Fahrt werden die benutzten Gondeln gereinigt. © Sven Ellger

Die Fahrten: Frühstückstour für Paare oder Familien

Ab Freitag dreht sich das Riesenrad täglich von 10 bis 22 Uhr. Eine Fahrt dauert etwa zwölf Minuten. Sie kostet wie bereits im vergangenen Jahr 7,50 Euro für Erwachsene und fünf Euro ermäßigt. Angeboten werden jetzt auch einstündige Frühstücks- oder Picknickfahrten für Paare oder auch Familien. Dafür wurde jeweils eine Gondel speziell hergerichtet, in denen die Tische gedeckt werden. Die Fahrt muss allerdings 24 Stunden vorher online bei der Erlebnisfabrik angemeldet werden, erklärt Schröder. „Dort könnte man ja auch hoch über den Dächern Dresdens einen Hochzeitsantrag stellen“, sagt er. 

Täglich von 10 bis 22 Uhr werden sich ab Freitag die Gondeln in luftige Höhen erheben und solche Ausblicke bieten.
Täglich von 10 bis 22 Uhr werden sich ab Freitag die Gondeln in luftige Höhen erheben und solche Ausblicke bieten. © Sven Ellger

Eine Frühstücksfahrt kostet 118 Euro für zwei Personen und 156 Euro für vier. Bei der Picknickfahrt sind es 98 beziehungsweise 148 Euro. Das Riesenrad wird sich mindestens bis zum 23. August am Postplatz drehen. „Ich möchte, dass sich die Dresdner mit dem Riesenrad identifizieren und es hier zur Tradition wird“, sagt Betreiber Bruch. Er freue sich schon, wenn er es im kommenden Jahr auf der neu gestalteten Promenade vorm Schauspielhaus aufbauen kann.

Das ist die Gondel, die für ein einstündiges Frühstück gebucht werden kann.
Das ist die Gondel, die für ein einstündiges Frühstück gebucht werden kann. © Sven Ellger

Weiterführende Artikel

Besondere Perspektiven am Postplatz

Besondere Perspektiven am Postplatz

Jetzt dreht sich das Riesenrad am Dresdner Postplatz. Von oben ist zu sehen, wie viel sich in der Stadt verändert. Von Augustusbrücke bis Zwinger-Ausstellung.

Warum das Riesenrad am Postplatz bleibt

Warum das Riesenrad am Postplatz bleibt

Der Dresdner Promenadenring soll weiter ausgebaut werden. Doch dafür ist eine besondere Lösung nötig.

Die erste Runde mit dem Riesen-Riesenrad

Die erste Runde mit dem Riesen-Riesenrad

Nach dem City Skyliner steht zum Stadtfest das Wheel of Vision auf dem  Postplatz. Ist die Fahrt in 55 Meter Höhe die 7,50 Euro wert? Sehen Sie selbst im SZ-Video.

Die SZ verlost zehn Fahrkarten für das Riesenrad. Dazu bitte bis zum Freitag, 26. Juni, eine E-Mail an [email protected] schicken, Stichwort: Riesenrad. 

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden