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Riesiger Sandstein ziert Mühlsdorf

Der Großbaustelle im Ort ist ein Denkmal gesetzt worden. Doch mit dem Gesteins-Koloss gab es mehr als nur ein Problem.

Von Heike Wendt

Bauen im Lohmener Ortsteil Mühlsdorf geht nicht spurlos an den Anwohnern vorbei. Im ersten Bauabschnitt, bei dem die Anschlüsse ans zentrale Abwassernetz gebaut und weitere Leitungen verlegt wurden, war ein aufgetürmter Berg von Aushub zur sogenannten „Mühlsdorfer Alm“ erklärt worden. Nett gepflegt und immer im Gespräch war der Berg. Sogar als Motiv für eine Ansichtskarte war er später auserkoren worden. Nun wird auch der zweite Bauabschnitt der Großbaustelle seine Spuren hinterlassen. Und zwar unübersehbar. Denn seit wenigen Tagen ziert ein überdimensional großer Sandsteinblock den Ortseingang von Mühlsdorf an der Kirschallee. In der Mitte prangt in edlem Weiß das Ortswappen.

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Sandsteinwerke sponserten Platte

„Für uns ist die Bauerei eine Jahrhundertbaustelle“, sagt Claus Kaden vom Heimatverein Mühlsdorf. So etwas habe in den letzten hundert Jahren nicht stattgefunden. Dass später nichts mehr an die Großbaustelle erinnern wird, wenn Lärm und Staub vergessen sind, beschäftigte den Mühlsdorfer sehr. „Der Gedanke bestärkte mich darin, dem Ganzen in irgendeiner Form ein Denkmal zu setzen“, sagt Claus Kaden. Auf einem Zwischenlager mit Erdmassen fiel ihm ein großer Sandstein auf, der dafür geeignet schien. Mit einer Inschrift versehen, könnte er gut an die zehrenden Bauarbeiten erinnern, dachte sich der Mühlsdorfer. Unterstützung von den Mitarbeitern der Baufirma HEF Flottmann beim Bergen kam prompt.

Mit der Suche nach einem Steinmetz kam jedoch die Ernüchterung. Jochen Wustmann, pensionierter Steinmetz aus Goes, sah auf den ersten Blick: Dieser Stein lässt sich nicht bearbeiten. Es handelt sich um einen sogenannten Schwartensandstein, der wegen der waagerechten Gesteinsschichten zwar als Packlager gute Dienste leisten kann. Nicht aber für die Bearbeitung mit Hammer und Meißel. Doch aufgeben stand nicht auf dem Plan der Mühlsdorfer. Durch die Initiative von Jörg Deliga sponserten die Sächsischen Sandsteinwerke eine geeignete Steinplatte. Der Sandsteinbrocken mit den Ausmaßen eines Scheunentores kam schließlich in die Hände des Steinmetzen. Er fertigte das Mühlsdorfer Wappen und setzte es in den Stein ein.

Doch der Plan für die Aufstellung wurde weiter durchkreuzt. Ursprünglich sollte der Stein zum Kinder- und Ortsfest im Juni dieses Jahres eingeweiht werden. Doch wenige Tage zuvor hatten Regenmassen das Land überschwemmt. Auch in Mühlsdorf war der Untergrund derart aufgeweicht, dass an ein sicheres Aufstellen nicht zu denken war. Immer wieder musste der Termin verschoben werden.

Dritter Bauabschnitt folgt

Erst im November konnten ein Fundament gebaut und der Stein eingesetzt werden, gerade noch rechtzeitig vor dem Ende des zweiten Bauabschnitts. Sämtliche Leitungen sind verlegt. In der letzten Woche wurde Asphalt auf der Straße eingebaut. Pünktlich zum Nikolaustag soll sie wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Seinen Plan hat Claus Kaden umgesetzt. Den Bauarbeiten auf der Richard-Wagner-Straße in Mühlsdorf ist nun ein Denkmal gesetzt worden. Folgen wird ein dritter Bauabschnitt. Die Pläne liegen bei der Gemeinde fertig in der Schublade. Sobald Fördermittel zur Verfügung stehen, wird es den Startschuss geben.