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Rigoros gegen Rücksichtslosigkeit

Die Eishockey-Profis müssen auch weiterhin die Macht der Videobilder fürchten.

© Dehli-News

Von Berthold Neumann

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Nein, in der Deutschen Eishockey-Liga 2 wird auch in Zukunft kein Mädchen-Eishockey gespielt. Diese Befürchtung zerstreute Liga-Geschäftsführer René Rudorisch nach dem gestrigen Gipfel der DEL 2 in Dresden. Ralf Hantschke, Sportdirektor der Lausitzer Füchse, war in Rage geraten und hatte diesen Vergleich gewählt, als sein Stürmer Maxime Legault schon die dritte nachträgliche Sperre aufgrund eines eingereichten Videos aufgebrummt bekam. Die Praxis der nachträglichen Sperren seit dieser Saison sind seit Monaten ein Ärgernis in der Liga. Einige Vereine vermuten sogar eine Benachteiligung für sich.

„Dafür gibt es jedoch keinen Grund. Alle werden gleich behandelt“, erklärte Rudorisch. Eine Abkehr vom System der Strafen nach der Video-Auswertung schloss der Liga-Geschäftsführer aus. „Wir werden auch weiterhin gefährliche Angriffe auf den Körper nachträglich untersuchen und bewerten“, kündigte Rudorisch an. Gemeint sind vor allem die Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich, die sowohl im Oberhaus DEL als auch in der zweiten Liga zu erheblichen Verletzungen führten.

„Wir tragen die Verantwortung, dass die Spieler gesund bleiben und ihren Sport bis zum Alter von 35, 40 Jahren ausüben können“, begründete der frühere Geschäftsführer der Crimmitschauer Eispiraten. Während des internen Treffens habe der langjährige Schiedsrichter und heutige DEL-Regelreferent Gerhard Müller noch einmal anhand von strittigen Fällen die Entscheidungen der Disziplinarkommission verteidigt. „Bis zum vorigen Wochenende wurden 20 Verfahren mit Videobeurteilung durchgeführt. Bei 17 Verfahren gab es keinen Streit über die Entscheidung“, erklärte Rudorisch. Er halte damit die – bei den Vereinen umstrittene – Praxis für „regelkonform und damit auch legitim“. Deshalb stehe die Regelung, die aus der DEL übernommen wurde, nicht zur Debatte. „Ich warne vor einseitigen negativen Diskussionen. Wir müssen in der Liga an einem Strang ziehen“, sagte Rudorisch. Und: „Wir setzen unseren Weg im Kampf gegen gefährliche und rücksichtslose Aktionen im Spiel fort“, erklärte Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb der DEL.

Die Gefahr, dass die Regelung eine gegenseitige Petzerei begünstigt und damit die Vereine entzweien könnte, sieht Rudorisch nicht. Schon aus finanziellen Gründen. Der Sachse erklärte: „Wer ein solches Verfahren beantragt, muss 1 000 Euro hinterlegen. Wird der Antrag abgelehnt, sind auch diese Mittel für den Verein futsch.“

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