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Sebnitz

Was wird aus diesem besonderen Rittergut?

Der immer weiter verrottende Privatbesitz in Rennersdorf bei Stolpen ärgert die Einwohner mächtig. Immerhin ist es der bleibende Eindruck von ihrem Ort.

Das Trauerspiel um das Rittergut in Rennersdorf-Neudörfel.
Das Trauerspiel um das Rittergut in Rennersdorf-Neudörfel. © Daniel Schäfer

Wer von Dresden nach Stolpen fährt, kommt direkt an dem großen ehemaligen Rittergut in Rennersdorf-Neudörfel vorbei. An der Staatsstraße gelegen, vermittelt es sozusagen den einzigen Eindruck von dem Stolpener Ortsteil - einen bleibenden. 

Von dem einstigen herrschaftlichen Anwesen ist nicht mehr viel übrig. Im hinteren Teil fällt das Haus fast ganz ein. Und im vorderen Teil sieht es nicht viel besser aus. Auch der einst schöne Garten verkommt immer mehr: ein desolater Zustand. Und das das ärgert die Einwohner. 

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Aber nicht nur die. Auch bei Franziska Westhoff aus Dresden hat der Zustand offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Das eigentlich wunderschöne Gebäude verfällt seit Jahrzehnten, weil sich der Eigentümer nicht darum kümmert. Das Haus steht berechtigterweise unter Denkmalschutz. Ein weiterer Verfall wäre sehr schade", schreibt Franziska Westhoff in ihrer E-Mail an Saechsische.de. Und sie hat auch Ideen, wie der Komplex genutzt werden könnte. So zum Beisiel als Wohnanlage oder etwas für Senioren.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es tatsächlich ein erhaltenswertes Gebäude ist.  Der dreiflügelige Bau mit dem barocken Portal wurde 1742 auf dem schönen und großzügigen Anwesen errichtet. Der Terassenbau und die Treppe zum Park kamen im Jahr 1892 hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen zur Stallanlage des volkseigenen Gutes Stolpen. Später befand sich hier eine Ausbildungsstätte mit Lehrlingswohnheim für die Landwirtschaft. Und daran haben viele ehemalige Absolventen, nicht nur aus Stolpen, noch ziemlich gute Erinnerung. Die Letzten zogen 1992 aus.

Damit begann das Trauerspiel. Das Areal samt Gebäude ging in das Eigentum der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft GmbH in Berlin über. Und dort wurde dann der fatale Fehler begangen, den Komplex an einen Investor zu verkaufen, der entweder nicht in der Lage war oder das Objekt nicht sanieren wollte. Möglicherweise ist es auch ein Spekulationsgeschäft gewesen, in der Hoffnung, in 20 Jahren vielleicht einmal viel Geld für die Fläche zu bekommen und es als Bauland verkaufen zu können. Auf jeden Fall kam er seinen Investitionsverpflichtungen nicht nach. Er bekam Auflagen, die er nicht einhielt, weil die Verwertungsgesellschaft auch nicht kontrollierte.

Mit dem Verkauf an den Investor im Jahr 1999 war es nicht getan. Das Haus fiel immer mehr zusammen, was die Bauaufsicht des Landratsamtes auf den Plan rief. Die Anwohner hatten auch das Fernsehen eingeladen. An das Anwesen kam ein Schandfleck-Schild. Geändert hat sich nichts. Die Stadt Stolpen signalisierte schon vor Jahren, dass sie den Komplex nicht kaufen wird. Allerdings fordern die Einwohner von Rennersdorf-Neudörfel nun auch, endlich wieder Druck auf den Eigentümer auszuüben. Denn inzwischen scheint Gefahr in Verzug, dass die Gebäude auseinanderfallen könnten.

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