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Rittergut soll zweiter Wohnsitz werden

Der Eigentümer des Objektes im Ostrauer Ortsteil Obersteina will zumindest eine Etage in diesem Jahr bezugsfertig haben. Etwas stört ihn aber.

Vor dem Herrenhaus des Rittergutes Obersteina will der Besitzer einen Park anlegen.
Vor dem Herrenhaus des Rittergutes Obersteina will der Besitzer einen Park anlegen. © Frank Korn

Ostrau. Das Rittergut ist inzwischen mein zweiter Wohnsitz, sagt Johannes Werner Kraus von Sande. Er hat das Gut sowie angrenzende Grundstücke in Obersteina vor einigen Jahren gekauft. Die künftige Nutzung ist geklärt, berichtet der Eigentümer weiter. 

Zum einen will er sein Unternehmen DE Sande Garten & Natur, das sich mit Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau beschäftigt, ansiedeln. „Konkret will ich Obstbau mit Biosaft-Produktion betreiben“, so Kraus von Sande. In diesem Zusammenhang wird der Park auf dann insgesamt über drei Hektar bis zum nächsten Jahr im Stil eines englischen Landschaftsparks fertiggestellt.

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Sanierung des Ritterguts unter Denkmalschutz-Vorgaben

Dabei will Kraus von Sande naturnahe Elemente wie den auwaldartigen Bereich um die Kleine Jahna und eine Streuobstwiese mit alten sächsischen Sorten auf der Brachfläche östlich des Gutes integrieren. Auf dieser Fläche erfolgt eine Ausgleichsmaßnahme der Deutschen Funkturm AG. 

Nach einer Anfrage an die Gemeinde Ostrau zum Thema Streuobstwiese habe Bürgermeister Dirk Schilling diese Möglichkeit ins Spiel gebracht. „Die Verträge sind bereits unterzeichnet. Das Anlegen der Streuobstwiese erfolgt laut Auskunft in der nächsten Pflanzperiode“, so Kraus von Sande. 

Gepflanzt werden dann etwa 50 Bäume. Die Pflege der Fläche erfolgt in den nächsten Jahren ebenfalls noch durch die Deutsche Funkturm AG. „Weitere Bäume können in den nächsten Jahren auf mir gehörenden weiteren Flächen im Ort und der Umgebung gepflanzt werden“, so der Besitzer.

Eigentümer Johannes Werner Kraus von Sande zeigt die alten Wandmalereien aus der Zeit des Klassizismus, die nach dem Entfernen alter Tapeten sichtbar geworden sind.
Eigentümer Johannes Werner Kraus von Sande zeigt die alten Wandmalereien aus der Zeit des Klassizismus, die nach dem Entfernen alter Tapeten sichtbar geworden sind. © Frank Korn

Am Haupthaus will Johannes Werner Kraus von Sande die Fertigstellung der Fenstersanierung vorantreiben. Dabei sollen zwei vorhandene barocke Fenster erhalten bleiben und der Rest an die noch vorhandenen Fenster des Klassizismus/Historismus angepasst werden. Die Dächer sind in den vergangenen Wochen überarbeitet worden. Sie sind jetzt abgedichtet, außerdem sind die Sturmschäden beseitigt.

Auch die Reinigung der Wände und Decken im Innenbereich des Herrenhauses will Kraus von Sande demnächst abschließen, sodass dann die weitere Vorgehensweise beim Innenausbau mit der Denkmalbehörde geklärt werden kann.

Unter der Tapete im Treppenhaus und auch in den Räumen sind die Bemalungen aus der Zeit um 1870 zu erkennen. Diese könnten nach Auffassung des Eigentümers restauriert werden. Auch die barocke Version aus der Zeit um 1750 scheint teilweise noch durch.

Verbale Angriffe gegen Eigentümer

Zumindest die Räume im ersten Obergeschoss will der Bauherr noch in diesem Jahr fertigstellen lassen, um sie als Wohnung nutzen zu können. Eine Bauvoranfrage habe er gestellt.

Allerdings wird die Vorfreude auf die Fertigstellung des Zweitwohnsitzes getrübt. „In der Vergangenheit gab es verbale Angriffe von einigen Nachbarn“, sagt Kraus von Sande. Er habe die Grundstücke günstig erworben und bekomme jetzt auch noch irgendwelche Fördermittel, so der Vorwurf. 

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Es sei jeder Euro zu schade, der in dieses Objekt gesteckt werde. „Das waren schon heftige Worte“, sagt Kraus von Sande. Irritieren lässt er sich jedoch davon nicht, auch wenn ihm diese Äußerungen zu denken geben.

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