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Niesky

Robert Koch vermisst seine Jugend-Kicker

Trainiert wird in Niesky seit Wochen nur noch individuell. Aber der Fußballer wirbt dafür, die Einschränkungen zu akzeptieren.

Ex-Profi Robert Koch trainiert bei Eintracht Niesky die A-Junioren. Corona-bedingt hat er im Moment allerdings viel Zeit.
Ex-Profi Robert Koch trainiert bei Eintracht Niesky die A-Junioren. Corona-bedingt hat er im Moment allerdings viel Zeit. © André Schulze

Für die erste Mannschaft der Eintracht Niesky ist Robert Koch nur noch im Standby-Modus aktiv, eine Verletzung hat ihn im Winter außer Kraft gesetzt. Als Trainer der A-Junioren lief es dafür umso besser - bis das Coronavirus ein vorläufiges Ende setzte, wie er hier berichtet: 

"Das letzte Spiel haben meine 17- und 18-jährigen Schützlinge am 8. März bei Turbine Dresden bestritten. Heraus sprang ein 5:0-Kantersieg. Damit stehen wir auf Tabellenplatz zwei. Inzwischen läuft der Fußball deutschlandweit auf Sparflamme. Auch in der Landesklasse Ost der A-Jugend gibt es seit Wochen kein Gekicke mehr. Eine blöde Situation. Jeder Fußballer hat Lust, wieder Gas zu geben. Als einstiger Vollblut-Stürmer von Dynamo Dresden, dem 1. FC Nürnberg und von FSV Zwickau reizt es mich, wieder gegen den Ball zu treten. Oder zumindest meine Jungs auf dem Rasen zu dirigieren, ihnen Tipps zu geben, wie das Spiel für sie noch besser laufen kann.

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Abbruch im Amateurbereich wäre vernünftig

Zwar habe ich ihnen beim letzten Treff einen Trainingsplan in die Hand gedrückt, doch allein aktiv sein ist kein Ersatz fürs Mannschaftstraining. Taktische, teamspezifische Sachen kannst du einfach nicht machen. Und irgendwann wird es langweilig, da kannst du dich noch so sehr anstrengen und motivieren. Ich vermute, dass die Saison im Amateur- und Nachwuchsbereich abgebrochen wird. Das ist die vernünftigste Lösung. Für die Neuordnung der Ligen gibt es dann im Herbst genügend Zeit.

Koch hätte nichts gegen Geisterspiele im Fernsehen

Dass meine Schützlinge die Verlockung mangelnder Kontrolle nutzen und das eigene Laufpensum herunterschrauben, glaube ich nicht. Das sind junge Kerle. Die haben Bewegungsdrang und wollen für die nächsten Monate eine Sommerfigur. Wie ich auch: Joggen, Sport mit den Kindern, sowie Bauarbeiten an Haus und Wohnung lassen keine Langeweile aufkommen. Mit einstigen Profi-Kollegen stehe ich noch in engem Kontakt. Für sie ist es schwierig, weil ja noch keiner weiß, ob es unter den vorgeschlagenen Bedingungen eine Fortsetzung in der 1. und 2. Bundesliga geben wird. Geisterspiele sind jedenfalls nicht das, was sich die Fans wünschen. Manche Dinge muss man aber einfach akzeptieren. Ich jedenfalls würde notfalls den Kampf um die Punkte im Fernsehen erleben.

Perspektive als Trainer im Profibereich

Ich hoffe, dass ich mit den Nieskyer Jungs irgendwann im Sommer wieder ins Training einsteigen kann. Als Coach will ich dann die nächsten Schritte machen. Die DFB-Elite-Jugend-Lizenz habe ich in der Tasche, die A-Lizenz soll folgen. Ich sehe meine Perspektive als Trainer und will versuchen, im Profibereich Fuß zu fassen."

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