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Robin Wood besetzt Kran auf der Brückenbaustelle

Mit einem Transparent in 30 Metern Höhe hat die Gruppe erneut gegen die Waldschlößchenbrücke protestiert. Jetzt ermittelt die Polizei gegen sie.

Von Andreas Rentsch und Thilo Alexe

Mit einer weiteren Aktion haben Mitglieder von Robin Wood den Bau der Waldschlößchenbrücke kurzzeitig gestoppt. Gestern um 8.25Uhr hissten fünf Aktivisten auf dem Ausleger eines Baukrans ein Transparent mit der Aufschrift „Politik für Menschen statt Autos – Brücken stoppen“. Auf den Kran waren sie unbemerkt am frühen Morgen geklettert. Bauleute verständigten kurz danach die Polizei.

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„Grund unseres Protestes ist, dass hier weiterhin Fakten geschaffen werden“, sagte Robin-Wood-Sprecher Daniel Häfner mit Verweis auf die zügig voranschreitenden Arbeiten. So solle offensichtlich verhindert werden, dass sich der Brückenbau noch durch einen Bürgerentscheid, Klagen oder öffentlichen Protest stoppen lässt. Allerdings ermögliche es der Rücktritt des „harten Brückenverfechters“ Georg Milbradt, „Alternativen zur Monsterbrücke neu zu denken“.

Bauleute reagieren schnell

Begleitet wurde die mehrstündige Aktion am Waldschlößchen von Jubelrufen der Robin-Wood-Anhänger und wütenden Gegenreaktionen der Brücken-Befürworter, die sich vor der Baustelle versammelt hatten. Die beauftragten Firmen reagierten kurz nach dem Eintreffen der Polizeibeamten und ließen einen mobilen Lkw-Kran anfahren, um bereitliegende Lasten zu heben. Danach machten sich Handwerker daran, weiteren Bewehrungsstahl in das Fundament des Neustädter Brückenwiderlagers einzubauen.

Zwischen 16 und 16.30 Uhr seilten sich die fünf Aktivisten vom Kranausleger ab, wo sie von Polizisten in Empfang genommen wurden. Danach seien die Personalien der Gruppenmitglieder festgestellt worden, sagte eine Sprecherin. Gegen die fünf Männer werde nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Ob sie weitere Straftaten wie Sachbeschädigung oder Nötigung begangen haben, wird geprüft.

Fest steht laut Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU), dass die Umweltschützer für den verursachten Schaden zivilrechtlich belangt werden. „Ich sehe nicht ein, dass die Stadt oder der Baubetrieb diese Kosten tragen.“ Die Blockade des Krans jedenfalls sei mutwillig herbeigeführt worden. Ob das Rathaus die Baustelle künftig schärfer bewachen lassen wird, ließ Feßenmayr zunächst offen. Auf den Beginn des Hochbaus an Brückenpfeilern werde sich die Stadt jedenfalls „anders vorbereiten“.

Ausschuss: Brücke wird teurer

Gestern Abend hat die Stadt im nichtöffentlichen Wirtschaftsausschuss bekannt gegeben, dass das 157-Millionen-Euro-Projekt teurer wird. Ein erster Nachschlag wurde nach Angaben der Teilnehmer auf rund zwei Millionen Euro veranschlagt – Firmen hätten gestiegene Materialkosten geltend gemacht. Straßenbauamtsleiter Reinhard Koettnitz habe weitere Nachschläge in Millionenhöhe angekündigt.

Für Dienstag haben Bürgerinitiativen zu einer Kundgebung vor dem Rathaus eingeladen. Dort wollen sie für einen Teil-Baustopp demonstrieren. Auch Robin Wood kündigt neue Aktionen an. Daniel Häfner: „Es wird nicht das letzte Mal sein, dass man von uns hört.“

Mehr Bilder unter: www.sz-online.de