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Rockoratorium auf den Spuren slawischer Ahnen

I n diesem Oratorium steckt eine tiefe slawische Seele. Das lässt sich so nicht beschreiben“, meint Komponist Mìræin Weclich. „Das muss man hören.“ Zu seiner Musik schrieb Madlena Nasticcyna die Texte....

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Von Andreas Kirschke

I n diesem Oratorium steckt eine tiefe slawische Seele. Das lässt sich so nicht beschreiben“, meint Komponist Mìræin Weclich. „Das muss man hören.“ Zu seiner Musik schrieb Madlena Nasticcyna die Texte. Das erste sorbische Rockoratorium „Wìtrnik a èasy“ („Und ewig weht der Wind“) entstand. Beide freuen sich auf die Premiere am 8. Juli im Bischof-Benno-Haus Schmochtitz.

Rund hundert Interpreten wirken mit. Das Sorbische Kammer-orchester, die Malte-Rogacki-Band, Chor und Tänzer des Jugendensembles am Sorbischen Gymnasium, die Sorbische Mittelschule Bautzen, das Tanzstudio Wendisch und die Tanzgruppe Schmerlitz bringen sich ein. Friedemann Böhme dirigiert. Constanze Wendisch sorgt für die Choreografie. Malte Rogacki obliegt der vierstimmige Chorsatz und die Partitur für das Orchester. Das Oratorium wurzelt tief in der Geschichte des sorbischen Volkes. „Kernpunkt ist eine hölzerne Windmühle“, sagt Weclich. 15 Musikszenen sollen das Leben der Vorfahren darstellen. Immer wieder tauchen Symbole auf. Die Linde etwa steht für das Heimatgefühl. Ein altes, längst verlassenes Haus erinnert an frühere Angehörige. „Hier spiegelt sich auch der Wegzug der Jugendlichen wieder“, sagt Weclich. „Die Hoffnung auf Rückkehr.“ Immer wieder dienen einige Tanzszenen zur Illustration der Handlung. Diese verbildlicht: Die Sorben heute leben nicht losgelöst von slawischen Nachbarn.

„Das Anspruchsvolle ist das Zusammenführen von Chor, Orchester, Rockmusikern und Tänzern“, betont der Komponist. „Das Gesamtbild muss stimmen.“ Bange ist ihm dafür jedoch nicht. Wirken doch erfahrene, gestandene Musiker mit. Seit Monaten laufen die Proben. Die intensive Phase folgt jetzt kurz vor der Premiere.

Die eigentliche Idee spross vor sechs Jahren. Komponist und Autorin, die bereits vorher gut kooperierten und etwa Lieder für die sorbischen Kinderkirchenchöre (die Scholas) schufen, fanden sich zusammen. Am Anfang standen die Melodien. „Ich habe sie auf mich wirken lassen. Mich Stück für Stück ans Thema herangetastet“, erzählt die Autorin. Die Idee reifte heran. Beide stimmten sich ab. „Ich hatte von vornherein das Gefühl: Das kann ein besonderes Werk werden. Ein Werk, das Jugendliche anspricht“, sagt Weclich.

Lieder des Oratoriums, so der Komponist, lassen sich entnehmen. Sie können das Chor-Repertoire bereichern. Dankbar ist er dem musikalischen Bearbeiter. „Malte Rogacki hat es vermocht, aus dem Knäuel an Melodien einen Leitfaden zu finden.“ Der Komponist hofft jetzt vor allem auf die jungen Mitwirkenden. „Ich bin sehr gespannt, wie es aufgenommen wird“, fiebert auch Madlena Nasticcyna der Premiere entgegen. Am Wochenende ist es so weit.