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Rödertal unter Dampf

Die Zahl der Arbeitsplätze soll bis 2025 rasant steigen. Treiber sind Firmen in Radeberg und Wachau.

Die Wirtschaft brummt, große Unternehmen im Rödertal wollen in den nächsten Jahren investieren. Besonders in der Gemeinde Wachau, in der die Firma Sachsenmilch ihren Sitz hat, soll die Zahl der Arbeitsplätze stark steigen.
Die Wirtschaft brummt, große Unternehmen im Rödertal wollen in den nächsten Jahren investieren. Besonders in der Gemeinde Wachau, in der die Firma Sachsenmilch ihren Sitz hat, soll die Zahl der Arbeitsplätze stark steigen. © Thorsten Eckert

Radeberg. Solche Probleme hätten manche Kommunen gerne: Die Zahl der Plätze in den Kindergärten und Schulen in Radeberg und der Umgebung muss erweitert werden, die Bus- und Bahnverbindungen verbessert und hunderte Baugrundstücke zur Verfügung gestellt werden. Dieser Bedarf geht aus dem „Siedlungsentwicklungskonzept Wachstumsregion Kamenz - Radeberg“ hervor. Es wurde im Auftrag des Landkreises Bautzen vom Planungsbüro Schubert erarbeitet. Grund für die Anforderungen ist die brummende Wirtschaft in der Region. Nach den Autoren der Studie ist der unmittelbare Nachbar von Radeberg, die Gemeinde Wachau, der Wachstumstreiber schlechthin. Die Zahl der Beschäftigten in Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern wird von derzeit knapp 3 000 auf 4 300 im Jahre 2025 steigen. Das ist ein Anstieg um rund 36 Prozent. Auch wenn der Firmenname nicht genannt wird, ohne Zweifel geht die Zunahme auf das Wachstum von Sachsenmilch zurück. Für die Stadt Radeberg weisen die Autoren keine detaillierten Zahlen aus. Doch heißt es in dem Papier. „Während der Bearbeitung sind weitere Standortansiedlungen beziehungsweise Arbeitsplatzerweiterungen strukturbestimmender Unternehmen bekanntgeworden, beispielsweise in Ottendorf-Okrilla und Radeberg. Sie konnten nicht mehr in der Studie berücksichtigt werden.

Ausbau der Kita-Kapazitäten

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Für Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) zeigt eine weitere Zahl die wirtschaftliche Bedeutung Radebergs. „Wir haben anders als viele andere Städte vergleichbarer Größe mehr Menschen, die in die Stadt zum Arbeiten kommen, als solche, die hier wohnen und beispielsweise in Dresden arbeiten“, sagt er. Nach der Studie liegt die Zahl der Auspendler bei rund 5000 Menschen, die Zahl der Einpendler jedoch bei rund 7 500. Das macht eine Quote von +31 Prozent. Ein Plus weisen in der Region nur noch Wachau (+55 Prozent), Ottendorf (+24 Prozent) und Kamenz (+40 Prozent) aus. Um die Nachfrage nach Mitarbeitern auch angesichts des zu erwartenden Wachstums bedienen zu können, müssen laut der Studie mindestens 30 Prozent der künftig fehlenden Arbeitskräfte durch Zuzug in die Region geholt werden. Mehr Menschen brauchen mehr Angebote. Für Radeberg mahnt die Studie den Ausbau der Kindergarten-Kapazitäten an. Auch bei der Oberschule und im Humboldt-Gymnasium dürften die Plätze nicht reichen. Bei den Oberschulen gibt es erste Pläne. So soll eine solche Einrichtung in Arnsdorf entstehen. „Mit ihr würde auch Radeberg entlastet“, sagt OB Lemm.

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Verbesserungen im Nahverkehr muss es ebenfalls geben. So wird eine Erhöhung der Taktzeiten bei der Bahn angemahnt und die Umsetzung des PlusBus-Netzes mit dichten Taktzeiten. Auch Pendlerparkplätze an der Autobahn sollten geplant werden, sowie die Erweiterung eines Park+Ride-Parkplatzes am Bahnhof. In Radeberg ist das derzeit im Gange. In Ottendorf sollte die Ortsumfahrung B 97 mit Anschluss an die A 4 vorangetrieben werden. Nicht zuletzt legt die Studie ein Augenmerk auf den Ausbau von Radwegen. Gerade für Schüler und Senioren ist das Fahrrad gerade in dünn besiedelten Gebieten ohne regelmäßige Bus-Anbindung wichtig.

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