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Musikerin bittet um Geld und bietet was an

Sarah Brendel aus Röhrsdorf braucht Geld für ihr neues Album. Davon haben auch ihre Unterstützer etwas.

Von Heike Sabel
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Nicht ohne meine Gitarre: Sarah Brendel.
Nicht ohne meine Gitarre: Sarah Brendel. © Judith Ziegenthaler

Sarah Brendel hat wieder Lieder geschrieben. Eigentlich macht sie das immer. Nun aber sind es 15 Lieder, die ihr besonders am Herzen liegen. Lieder, die die Geschichten von Freunden erzählen und ihres eigenen Lebens. "Sie beweisen, Musik kann Wunden verbinden und manchmal sogar heilen", sagt sie. Nun will sie, dass viele ihre Lieder hören. Nicht nur in Konzerten, sondern auf CD. Das richtig gut zu machen, kostet Geld.

Entweder man sucht sich dafür eine Firma, die das auch nicht umsonst macht, oder versucht, die Produktion selbst zu finanzieren. Sarah Brendel hat sich für Letzteres entschieden. "Ich möchte frei an den Liedern arbeiten, damit es zu 100 Prozent nach mir klingt", sagt sie. Zwei finanzielle Ziele hat Sarah Brendel. 17.000 Euro sind die erste Stufe, 22.000 Euro die zweite. Das sind keine geringen Beträge. Und die Zeit läuft.  

Vom Videogruß bis zum Tourwochenende

Die 17.000 Euro decken die Kosten für das Album. Dazu gehören vor allem Studio, Musiker und Produzent. Doch erst mit den zusätzlichen 5.000 Euro kann das Album auch auf Vinyl veröffentlicht, Gema, Werbung und Video bezahlt werden. 

Früher setzte man sich mit dem Hut irgendwohin, die moderne Betteltour heißt Crowfunding. Das ist im Prinzip ähnlich, nur dass es übers Internet funktioniert und der, der etwas gibt, auch etwas bekommt. Was, hängt davon ab, wie viel man investiert. Sarah Brendel hat sich einiges einfallen lassen, womit sie ihre Finanziers erfreuen will: 19 Geschenke vom Videogruß bis zum Konzertwochenende.  Die meisten Unterstützer haben bisher 25 Euro gespendet und bekommen dafür ein Exemplar des neuen Albums.

Noch bis Freitag, Mitternacht, läuft die Aktion. 200 Unterstützer haben bisher reichlich 14.500 Euro investiert. Die höchsten Beträge sind dreimal 700 Euro. Dafür gibt es ein Konzert von Sarah. Das Tourwochenende für 3.000 Euro hat noch niemand "gebucht". Am gefragtesten ist das neue Album für 25 Euro. 

Das gibt's fürs Geld: 

  • Für sieben Euro: ein Videogruß
  • Für 30 Euro: das neue Album mit einem handgeschriebenen Songtext auf besonderem Papier
  • 100 Euro: eine Einladung zu Kaffee und Kuchen in die Künstlerkommunität auf Schloss Röhrsdorf mit einem Besuch im Tonstudio, Liedern und Geschichten
  • 350 Euro: den Besuch im Studio bekommt bisher ein Unterstützer

Und was passiert, wenn keine 17.000 bzw. 22.000 Euro zusammenkommen? Wenn es an den 17.000 Euro scheitert, ist das Projekt gescheitert und alle bekommen ihr Geld zurück. Aber daran will Sarah Brendel nicht denken. Sie kämpft. Nicht nur für ihr Projekt, sondern auch für die Lieder und die, für die sie sind und die zum Teil mitsingen. "Selten haben mich meine eigenen Lieder so bewegt wie bei diesem Album", sagt sie. Sie beschreiben unter anderem die Geschichte von Menschen, die ihre Heimat aufgrund von Krieg und Verfolgung verlassen mussten, Menschen, die Sarah Brendel getroffen hat und von denen ihr einige zu Freunden geworden sind. Einige von ihnen werden auf dem neuen Album zu hören sein. Auch Sarah Brendels kleine Tochter singt bei einem Lied mit. 

Sarah Brendel wurde 1976 geboren,  kam vor elf Jahren von Hannover nach Röhrsdorf und gründete hier mit Freunden die Künstlerkommunität. Sie stammt aus einer norddeutschen Künstlerfamilie. Mit 16 schrieb sie ihre ersten Songs, sie brachte sich Gitarrespielen bei, lernte Klavier und andere Instrumente. Sie tourt immer wieder durch ganz Deutschland und gibt auch im Schloss regelmäßig Konzerte. In Röhrsdorf hat sie für sich und ihre Familie ein Zuhause gefunden, das sie nicht nur musikalisch mit vielen Menschen teilt.

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