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Rohbau für Altenberger Sportzentrum vergeben

Das Landratsamt gibt grünes Licht für die Arbeiten. Doch noch fehlen Gelder. Gibt es einen Notfallplan?

© Repro: SZ/wei

Von Mandy Schaks

Altenberg. Das Landratsamt treibt den Bau des neuen Leistungszentrums für den Nachwuchs- und Spitzensport am Altenberger Gymnasium voran – obgleich die Finanzierung noch nicht 100-prozentig gesichert ist. So hat die erneute Ausschreibung der vorbereitenden Arbeiten inzwischen ein positives Ergebnis gebracht, nachdem im ersten Anlauf kein einziges Angebot abgegeben worden war. Der Abriss der alten Tischlerei und weitere Nebenleistungen konnten vergeben werden und sind mittlerweile beauftragt, informiert der Beigeordnete Heiko Weigel, der im Landratsamt für dieses Bauvorhaben zuständig ist.

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Auch für den Rohbau konnte der Zuschlag erteilt werden. Nach einer europaweiten Ausschreibung hatten hier sogar sieben Bieter ihre Angebote abgegeben, aber sie lagen deutlich über den bisherigen Kostenschätzungen. Nachdem der Kreistag auf einer Sondersitzung Mitte August mehrheitlich den Weg freigemacht hat und eine weitere Million Euro für das Gesamtprojekt zur Verfügung stellte, konnte auch die Vergabe für den Rohbau erfolgen, sagt Weigel. „Wir freuen uns, dass mit Kleber-Heisserer ein Unternehmen aus der Region den Zuschlag erhalten hat.“ Die Bauanlaufberatung fand bereits statt. Doch noch fehlen ein paar Millionen.

Denn die ursprünglich veranschlagten rund 8,3 Millionen Euro für den Bau des Sportzentrums werden nicht ausreichen angesichts einer boomenden Baubranche und steigender Preise. Voraussichtlich wird das Sportzentrum knapp vier Millionen Euro mehr kosten. Das ergab eine neue, an die Marktlage angepasste Kalkulation. Doch in der Kreisverwaltung ist man zuversichtlich, das Geld zusammenzubekommen und den Bau so hinzustellen, wie er geplant ist. Die Hoffnungen liegen nun auf dem Freistaat. „Der Landkreis hat am 28. August einen Antrag auf Nachförderung in Höhe von knapp 2,9 Millionen Euro gestellt“, sagt Weigel. Auf dieses Verfahren habe sich die Kreisverwaltung mit dem für die Sportförderung in Sachsen zuständigen Innenministerium verständigt. Folgen habe das derzeit für das Vorhaben keine. Mit dem Bau könne trotzdem begonnen werden, da die Gelder für die Rohbau- und Nebenleistungen im Haushalt des Landkreises vorhanden seien. „Natürlich wünschen wir uns Klarheit so schnell wie möglich“, so der Beigeordnete. Sportminister Markus Ulbig habe sich in seinem Schreiben vor dem Sonderkreistag deutlich für den Bau positioniert. „Aber der Antrag auf Nachförderung muss beim Fördermittelgeber baufachlich geprüft und die Mittelfreigaben müssen haushaltsseitig abgestimmt werden. Wir wissen, dass diese Prozesse Zeit brauchen.“

Und was ist, wenn die Gelder auf sich warten lassen oder nicht in der Höhe wie nötig fließen? Überlegungen für einen Notfallplan – also zum Beispiel eine abgespeckte Variante oder eine Kombination mit dem städtischen Sportkomplex, um die Kosten zu minimieren – werden offensichtlich nicht angestellt. Dazu Heiko Weigel: „Wir haben für Varianten- und Kostenvergleiche viel Zeit aufgewendet. Das war gut, und die Ergebnisse waren eindeutig“. Auch die Fördermittelgeber und die Sportfachverbände hätten genau dieses Vorhaben gewollt. „Ein zügiger und planmäßiger Bau ist das, was jetzt die Kosten minimiert. Wenn ich mir die wirtschaftliche Entwicklung der Region ansehe, rechne ich nicht mit einem Auftragsrückgang in der Bauwirtschaft, wohl aber mit günstigeren Preisen bei Ausschreibungen über den Winter hinweg.“

Ziel war, das neue Leistungssportzentrum für Bob, Rennrodeln, Skeleton, Mountainbike und Biathlon im nächsten Jahr fertigzustellen. Dieser Termin – so ließ das Landratsamt bereits im Juli durchblicken – wird unter diesen Umständen nicht zu halten sein. Jetzt bleibt abzuwarten, was die nächsten Ausschreibungen bringen.