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Rohne bereitet den Umzug vor

Die Gemeinschaft im Dorf soll erhalten werden. Deshalb gehören der Njepilahof, die Milenka-Kita und Linden dazu.

Von Andreas kirschke

Im Ernstfall der Abbaggerung soll Rohne am Groß Dübener Weg nördlich von Schleife mit deutsch-sorbischem Ortskern wiedererstehen. Grundlage ist die regionaltypische Bauweise. „Wir orientieren uns am tatsächlichen Stand unseres Dorfes. Wir wollen die Bürger mitnehmen. Ganz klar wollen Wir die Inhalte und die Gestaltung bestimmen“, unterstrich Ortsvorsteher Jörg Funda am Freitag zur Informationsversammlung in der Mehrzweckhalle. „Wir wollen den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft bewahren.“

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In zähen, intensiven Verhandlungen mit Vattenfall vom 3. Mai bis 11. September konnte der Ortschaftsrat wichtige Kernpunkte zu 100 Prozent durchsetzen. Im Ortskern sollen Dorfgemeinschaftshaus, Witaj-Kindergarten Milenka, Njepila-Hof, Feuerwehr-Turm und Mietwohnungen entstehen. „Der Njepila-Hof wird naturgetreu und denkmalgerecht umgesetzt. Er soll seine klassische Nutzung als Museum behalten“, erläuterte Kommunalberater Thomas Jansen. „In einem neuen angrenzenden Hof sollen Veranstaltungen wie Feste, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte möglich sein. Im Gebäude soll großzügiger als bisher Platz für 60 Gäste sein.“ Auch das Bienenhaus, die Scheune und der Schau-Garten sollen mit zum Hof-Areal gehören. Zwischen neuer Dorfstraße und altem Groß Dübener Weg soll die Witaj-Tagesstätte Milenka mit 60 Plätzen für zwei Gruppen Krippe und zwei Gruppen Kindergarten wiedererstehen. Ideen der Erzieherinnen wurden beachtet. Gymnastik-Räume, Rätselecke, Spielplatz, Tobe-Scheune, Garten und kleiner Rodelberg gehören mit zum Konzept.

Vielseitig und lebendig soll das künftige Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden. Hier sollen einziehen der Rohner Jugendklub, der Ortschaftsrat, der Dorfklub und weitere Vereine sowie die Feuerwehr mit Traditionszimmer. Entstehen soll auch ein Saal. „Noch Luft für Gestaltung ist im Dachgeschoss“, so Jansen. „Hier können Gymnastik- und Fitness-Räume entstehen.“ Wert legt der Ortschaftsrat auf den Bau von bis zu acht Mietwohnungen. Möglich sind sie für Umsiedler. Sie erhalten eine Förderung von 62 000 Euro pro Wohnung. Vier Rückmeldungen gibt es bereits. Weitere Interessierte können sich melden. Bereits 2011 forderte der Ortschaftsrat auch die Realisierung einer Arztpraxis. Sie soll jetzt bis 2021 in Neu-Rohne entstehen. Die Praxis kann bis zu 120 Quadratmeter groß sein. Dem Arzt zur Seite stehen soll eine ausgebildete Praxis-Assistentin.

Mit in die neue Heimat können die Rohner Bäume nehmen. Vorstellbar ist das für die Winterlinde am Sportplatz und die Rosskastanie am Kita-Spielplatz. Insgesamt steht ein Budget von je 75 000 Euro für Rohne, Mulkwitz und Mühlrose für die Umsetzung wichtiger Gehölze bereit. Eine gemeinsame Lösung der drei Orte gibt es für die Feuerwehr. Das künftige Gerätehaus soll zwischen Rohne und Mulkwitz stehen und nutzbar sein für 100 Kameraden, davon 20 Frauen und 20 Jugendliche. Bei Bereitschaft des Kreises könnte dieser eine Rettungsleitstelle mit einrichten.

Eine gemeinsame Lösung gibt es zudem für die Friedhöfe. So soll ein Standort mit gemeinsamer Trauerhalle sowie drei separaten Friedhöfen für Rohne, Mulkwitz und Mühlrose entstehen. Nahe des Friedhofes sollen auch die zwölf historischen sorbischen Grabsteine des Alten Rohner Friedhofes als Rondell wieder aufgestellt werden, ebenso entlang des Weges die weiteren 50 geretteten, derzeit eingelagerten sorbischen Grabsteine.