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Rollstuhlfahrer auf Händen tragen

Die Wirtin des Hutbergkellers reagiert auf den Aktionsplan – und weist auf Klippen hin.

Von Anja Beutler

Sylvia Kauerauf war nicht gerade begeistert, als sie gerade ihren Hutbergkeller als Beispiel für nicht barrierefreie Orte in Herrnhut in der Zeitung entdeckte. Ein begeisterter Gast des Lokals hatte am Montagabend bei der Vorstellung des Aktionsplanes für Herrnhut, der Wege für eine barrierefreie Stadt aufzeigen will, die Tücken des Gasthauszuganges bedauert. Wirtin Kauerauf will das so nicht stehen lassen: „Wir wissen, dass das bei uns schwierig ist, aber wir tragen unsere Gäste in solchen Fällen buchstäblich auf Händen“, sagt sie. Ihr Koch und auch sie persönlich packen mit an, um Rollstuhlfahrern in die Gaststätte zu helfen. Das sei eben ihre Art, die Barriere zu überwinden.

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Die Idee einer barrierefreien Stadt findet die Wirtin generell gut. Sie zweifelt nur daran, ob sich überall wirklich eine befriedigende Lösung finden lässt. Bauliche Veränderungen seien in ihrem Fall mit Blick auf die Enge kaum möglich. „Das müsste ohnehin mein Vermieter entscheiden“, betont sie. Dass man Menschen mit Handicap helfen müsse, steht für sie aber fest: „Es kann ja jedem von uns mal so gehen“, sagt die Wirtin. Deshalb packe sie gern mit an.