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Döbeln

Rollt der E-Scooter-Trend in die Region?

Fachhändler haben die elektrischen Tretroller aktuell nicht in ihrem Sortiment. Die Skepsis ist noch groß.

Die E-Tretroller sind vor allem in den Großstädten angesagt. Ob sich Döbelner dafür begeistern können, ist fraglich.
Die E-Tretroller sind vor allem in den Großstädten angesagt. Ob sich Döbelner dafür begeistern können, ist fraglich. © Pixabay

Döbeln. Dass weltweite Trends und Neuigkeiten meistens mit etwas Verspätung in der ländlichen Region ankommen, ist kein Geheimnis. Die Elektro-Roller, die sogenannten E-Scooter, sind ein solcher Trend, mit dem sich kürzlich sogar die Politiker in Berlin ausführlich beschäftigt haben. 

Doch ob sich künftig tatsächlich auch in Döbeln, Hartha oder Leisnig erwachsene Menschen auf einen Tretroller stellen, und sich mittels Elektromotor durch die Innenstädte vom Bäcker zur Apotheke und zur Bushaltestelle rollen, dürfte noch abzuwarten sein.

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In der Döbelner Region ist das Zeitalter des Elektro-Rollers jedenfalls noch nicht angebrochen. Eine stichprobenartige Umfrage bei Fahrrad-Fachhändlern fiel nahezu identisch aus: „Damit haben wir uns noch nicht richtig beschäftigt, bei dem Thema ist alles noch viel zu ungewiss“, lautete eine Antwort im Radsportgeschäft Döbeln. 

„Diese Dinger werden sich hier in unserer Region nicht durchsetzen können. Wir haben viel zu viele Berge und viel zu wenige Radwege“, so eine andere Erklärung von Zweirad-Fischer in Hartha. Die immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder und Pedelecs dagegen sind bereits ein fester Bestandteil in ihren Sortimenten, wie beispielsweise im Cube Store in Döbeln.

Bisher gibt es die E-Roller hauptsächlich bei verschiedenen Anbietern im Internet. Auch in den digitalen Regalen der Elektromärkte, wie zum Beispiel bei Euronics, sind die Roller zu finden. Nach der Online-Bestellung werden die entweder nach Hause oder in die Heimatfiliale geliefert. „Eine Beratung dazu gibt es hier bei uns im Markt dann aber nicht“, heißt es auf Nachfrage in der Döbelner Filiale. „Einfach draufstellen und losfahren, dabei aber möglichst nicht hinfallen“, gibt es lediglich als Tipp dazu.

Im Discounterriese Marktkauf in Döbeln können Kunden zumindest schon mal eine erste Fühlung mit dem Gerät aufnehmen. Mehrere Modelle in verschiedenen Preis- und Qualitätsklassen stapeln sich in den Kartons. Von relativ günstigen 250 bis zu teuren 600 Euro kosten dort die Roller. 

Allerdings sind diese Modelle ausschließlich für den Betrieb auf dem eigenen Grundstück gedacht. Denn sie sind mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde noch viel zu schnell. Tatsächlich sind zwar einige dieser schnellen Zweiräder bereits auch in der Döbelner Region unterwegs, die Besitzer rollern aktuell jedoch illegal, wenn sie sich damit im öffentlichen Raum fortbewegen.

Die Modelle, die für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sein werden, müssen zunächst nachproduziert werden. Mit der nun in Kraft tretenden Verordnung werden diese E-Roller zum regulären Verkehrsmittel: Man muss mindestens 14 Jahre alt sein und braucht weder einen speziellen Führerschein noch einen Helm. 

Die Geräte dürfen maximal 20 Stundenkilometer schnell und ausschließlich auf Radwegen oder der Straße zum Einsatz kommen. Außerdem muss für diese Roller eine allgemeine Betriebserlaubnis beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorliegen und der Nutzer muss eine Haftpflichtversicherung abschließen.

„Wir haben diese Fahrzeuge in unser Programm aufgenommen. Die Haftpflichtversicherung ist vergleichbar mit der für ein Moped, die kostet pro Jahr etwa um die 30 Euro“, erläutert die Döbelner Versicherungsexpertin Andrea Thürigen von der Huk-Coburg. 

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Dafür gibt es dann das grüne Versicherungskennzeichen, das als eine Art Aufkleber auf dem Roller angebracht werden muss. Nachfragen habe sie dazu allerdings noch keine beantworten müssen. In den nächsten Tagen werde sie mit den Versicherungsstickern ausgestattet sein, schätzt sie ein.

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