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Rosen am historischen Ort gepflanzt

Die berühmten Züchtungen von Friedrich August Pollmer werden auch künftig die Großenhainer und Besucher des Stadtparks erfreuen.

Ein herrlicher Blick von einst: das Rosarium im Großenhainer Stadtpark.
Ein herrlicher Blick von einst: das Rosarium im Großenhainer Stadtpark. © Foto: Stadtarchiv Großenhain

Großenhain. Es ist ein Genuss im Geheimen. Zumindest das "Wo" möchte die sonst so auskunftsfreudige Großenhainer Rathaussprecherin nicht verraten. Zu viele unangenehme Erfahrungen habe man in den letzten Jahren mit Vandalismus gemacht. "Deshalb wollen wir zwar verkünden, was sich Neues in unserem Stadtpark getan hat, aber nicht den genauen Standort benennen oder zeigen", bittet Diana Schulze im SZ-Gespräch um Verständnis.

Was gewissermaßen durch die Blume gesprochen wird, bedeutet praktisch die Anpflanzung von historischen Rosen im Großenhainer Park. „Dass Friedrich August Pollmer zwischen 1877 und 1893 den Park gestaltete und dessen Anpflanzung als Gartendirektor beaufsichtigte, ist den meisten Röderstädtern sicher bekannt. Weniger bekannt dürfte hingegen die Tatsache sein, dass sich Pollmer auch intensiv mit der Rosenzucht befasste“, erklärt Matthias Schmieder, Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung.

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Der Stadtparkschöpfer habe sich dabei vor allem große Verdienste bei der Auslese und Zucht einer geeigneten Veredlungsunterlage für die eigentlichen Edelrosen erworben, vor allem für die Hochstammrosen. Eine schöne Rose robuster und widerstandsfähiger zu machen, ihren Wuchs und vor allem besondere Eigenschaften wie Farbe und Duft zu fördern, habe Friedrich August Pollmers Tun bestimmt. Als Unterlage nutzte er dabei  Wildrosen, da sie kräftig wachsende Wurzeln besitzen und damit weniger anfällig für Krankheiten und Schädlingen sind.

Hintergrund für Pollmers Bemühungen sei der dramatische Rückgang von Rosenwildlingen gewesen, die Ende des 19. Jahrhunderts noch massenweise beispielsweise im Isergebirge oder Riesengebirge im Auftrag großer Rosenbaumschulen gesammelt und als Veredlungsunterlage verwendet wurden. Der Raubbau habe jedoch dazu geführt, dass die benötigten Mengen an Unterlagen in der Natur nicht mehr verfügbar waren und die Suche nach Alternativen die Rosengärtner umtrieb.

Pollmer, selbst Mitglied bei den Dresdner Rosenfreunden, testete in seinem Leben sehr viele Rosenwildformen, um geeignete und zuverlässige Unterlagen zum Veredeln zu finden. Dabei selektierte er eine besonders für die Gegend um Meißen und Großenhain geeignete Wildform der Rosa canina oder auch Hundsrose genannt, und brachte diese unter dem Namen Rosa canina „Pollmer“ in den Handel. Diese Rosa canina-Auslese wird heute noch verwendet, da sie ein ausgezeichneter Stammbildner ist. Sie verfügt über glatte Stämme und kaum Ansatzstellen der Blätter am Spross der Pflanze. Die Rosa canina “Pollmer“ wird heute noch als wichtigste Unterlage für Hochstammrosen in den großen deutschen Rosenbaumschulen verwendet. Veranlasst durch seine Rosenleidenschaft, legte Friedrich August Pollmer auch im Großenhainer Stadtpark ein Rosarium - heute der Sommerblumengarten - an.

In Erinnerung an die Zuchterfolge des Stadtparkschöpfers haben die Gärtner des Stadtbauhofes Ende April sechs Hochstammrosen der Sorte „Musquee Sans Souci“ der Rosenbaumschule Dräger, welche ausschließlich Pollmerunterlagen verwendet, gepflanzt. Gleichzeitig wurden drei Rosa canina „Pollmer“ als Wildstrauchrosen am Sommerblumengarten gepflanzt. „Auf diese Weise lebt das Erbe Friedrich August Pollmers nicht nur in Deutschen Rosenbaumschulen oder im Rosengarten Dresden, sondern auch in seinem Großenhainer Stadtpark fort“, freut sich Matthias Schmieder. Trotz aller Freude kann er sich einen ganz kleinen Wermutstropfen nicht versagen: Eigentlich wollten Matthias Schmieder und der Chef des Dresdener Rosengartens, Jens Zappe, die Pflanzungen gemeinsam zum Tag der Parks und Gärten im Mai offiziell präsentieren, auch fachkundige Führungen waren geplant. Der Corona-Virus habe dies leider – wie bei so vielen Veranstaltungen in diesem Jahr – verhindert. 

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