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Mittelsachsen: Fast 500 Corona-Tests in einer Woche

Mit wichtigen Testergebnissen wird erst am Mittwoch gerechnet. Roßweiner Oberschüler sollen laut Schulleiter zu Hause bleiben.

Durch Corona ist der Betrieb an der Roßweiner Oberschule schon eingeschränkt. Jetzt bittet Schulleiter Thomas Winter, dass Schüler daheimbleiben, deren Geschwister an der Grundschule lernen. Im Hort hat es drei positive Corona-Tests gegeben.
Durch Corona ist der Betrieb an der Roßweiner Oberschule schon eingeschränkt. Jetzt bittet Schulleiter Thomas Winter, dass Schüler daheimbleiben, deren Geschwister an der Grundschule lernen. Im Hort hat es drei positive Corona-Tests gegeben. © André Braun/Döbelner Anzeiger

In Roßwein ist bis jetzt keine weitere Kontaktperson positiv auf Covid-19 getestet worden. Auch die Testergebnisse eines zweiten Pflegeheims in Augustusburg sind alle negativ ausgefallen. Das verkündete am Dienstagnachmittag Kreissprecher André Kaiser vom Landratsamt.

Nachdem zwei Kinder und eine Hortnerin der Roßweiner Kita "Am Weinberg" positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, hat auch die Oberschule in Roßwein reagiert.  "Ich empfehle allen Eltern, dass Schüler unserer Schule, die Geschwisterkinder in der Grundschule Roßwein haben, dem Unterricht an der Oberschule aus Sicherheitsgründen vorerst fernbleiben", heißt es in einem Brief von Schulleiter Thomas Winter an die Oberschüler, der auf der Homepage der Schule zu finden ist. Behördlicherseits gibt es allerdings keine Anordnung zur Schließung der Oberschule Roßwein.

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Wie viele Schüler am Dienstag an die Geschwister-Scholl-Oberschule gekommen sind, das könne Winter unmöglich sagen. Derzeit lernt ohnehin nur ein Teil tatsächlich in der Schule, die Klassen sind geteilt. „Ich kann nur sagen: Es sind Eltern meiner Empfehlung gefolgt und lassen ihr Kind zu Hause lernen.“ Winter sei über die Klassenlehrer bereits am Wochenende kontaktiert worden. Zu diesem Zeitpunkt stand lediglich fest, dass es einen nachgewiesenen Corona-Fall im Roßweiner Hort gibt, von zwei weiteren positiven Tests war die Rede. Das hatte die Behörde dann am Montag bestätigt.

Belastung für die Eltern

Die Empfehlung von Schulleiter Winter bringt jedoch die eine oder andere betroffene Familie ins Schlingern. Wie eine Mutter Sächsische.de sagte, gehe ihr Sohn bislang schon nur einmal die Woche zur Schule. Ihn zu Hause zu motivieren, sei schwer - und werde immer schwerer. Aber das sei nicht das einzige Problem.

>>>Über das Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Um ihre Tochter daheim zu betreuen, für die zwar ein negativer Corona-Test vorliegt, die aber unter häuslicher Quarantäne steht, müsse wieder eine Lösung gefunden werden, der Job zurückstecken. "Die Belastung für uns als Eltern ist schon groß", sagte sie und meint damit nicht nur ihre Familie, sondern auch weitere betroffene Eltern. Was ihnen zugemutet werde, gehe bei manchem mittlerweile an die Grenzen des Machbaren.

Kita wartet auf Testergebnis

In der Kita "Striegiszwerge" in Niederstriegis wird derzeit auf einen Anruf aus dem Gesundheitsamt gewartet. Der Grund: Ein Geschwisterkind eines Hortkindes aus Roßwein, das positiv getestet worden ist, hat die Kita besucht. Nun befinde sich das Kind allerdings in Quarantäne, wie die Leiterin der Kita, Christine Fiedler, informierte.

Wie es in der Einrichtung weiter geht, werde sich  mit dem Bekanntwerden der Testergebnisse entscheiden.

In der Kita in Gleisberg haben die Eltern am Montag zumindest die Kinder zu Hause gelassen, die Geschwister im Hort in Roßwein haben. Am Dienstag sei ein Teil der Kinder aber wieder in der Einrichtung gewesen, weil es sich einige Eltern nicht anders einrichten konnten, begründet Kita-Chefin Carola Rothe.

Elf Grundschüler in der Notbetreuung

Bisher gibt es noch keine behördliche Anordnung zur Schließung der Kindereinrichtungen der Stadt. Die Stadt hat, nach Angaben von Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), auch bisher noch keine Empfehlung an die städtischen Kitas ausgesprochen, dass Kinder, die Geschwister in der Grundschule haben, zu Hause bleiben müssen. "Das obliegt nicht uns", sagte Lindner.

Am Montag appellierte die Stadtverwaltung an die Eltern, Grundschüler vorsorglich zu Hause zu lassen. Eine Notbetreuung in der Schule gibt es jedoch. Diese haben die Eltern von insgesamt elf Kindern in Anspruch genommen, teilt Schulleiterin Michaela Roßberg auf Anfrage mit. Das seien deutlich weniger als bei der vorherigen sachsenweiten Schulschließung.

Über 200 Personen in Quarantäne

Die Zahl der Nachweise des Coronavirus lag auch am Dienstag in Mittelsachsen bei 298. Eine Steigerung gab es nicht. Trotzdem ist die Zahl der Fälle in der Region Döbeln von 85 am Montag auf 86 gestiegen. Gesunken ist dafür die Zahl der Nachweise in Mittweida. Waren für diese Region am Montag noch 80 Fälle angeführt worden, sind es am Dienstag dort 79. Hier wurde die Zuordnung noch einmal geändert, begründet Kaiser.

Rein rechnerisch sind knapp 250 Personen im Landkreis seit Beginn der Pandemie wieder genesen, neun sind verstorben. Damit läge die Zahl der aktuell Infizierten bei 39. Für 1.194 Personen hat das Gesundheitsamt bisher Quarantänebescheide erlassen, 964 Personen haben diese wieder verlassen.

Mit Unterstützung des DRK wurde am Dienstag in Penig und Flöha weiter getestet. In Flöha machten die Mitglieder der DRK, die das Gesundheitsamt derzeit unterstützen, Abstriche bei rund120 Personen. Darunter waren 79 Schüler. Grund hierfür ist ein positiver Fall am Gymnasium in Flöha.

"Mit den Ergebnissen wird am Mittwoch gerechnet", meinte Kaiser. Insgesamt sind seit vergangener Woche im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Augustusburg 494 Personen bis Montag getestet worden. 

Augustusburg: "Lage im Griff"

Aufgeatmet wurde in Augustusburg. Beide getesteten Pflegeeinrichtungen wiesen keinen neuen Fall auf. Die Sportstätten in der Stadt sollen bis zum nächsten Wochenende geschlossen bleiben, sagte Bürgermeister Dirk Neubauer Montagabend in seiner Videobotschaft. "Solange, bis die Kontaktpersonen der jetzt Betroffenen ermittelt sind", sagte Neubauer.

In seiner Nachricht appellierte er an die Augustusburger, sich die Corona-Warn-App auf ihrem Handy einzurichten. "Für uns kam die App zu spät. Aber wir haben gesehen, wie schwer die Kontaktermittlung ist. Mit der App wäre das leichter gewesen", so Neubauer.

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Ausgangspunkt für die Welle in Augustusburg ist der positive Test bei einer Lehrerin des Regenbogen-Gymnasiums. Bisher gibt es für die Stadt 37 Nachweise. In Verbindung mit Augustusburg stehen weitere Fälle an der Grund- und Oberschule in Penig sowie dem Gymnasium in Flöha. Die Kontaktpersonen der positiv getesteten Schüler sind auch dort ermittelt worden, weitere Abstriche werden am Dienstag durchgeführt.

Im Zusammenhang mit Augustusburg wurden bisher insgesamt 292 Quarantänebescheide erlassen.

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