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Döbeln

Roßweiner zeigen, wie es gehen kann

Der sächsische Finanzminister besucht das Fachzentrum für Aufzugtechnik. Mitgenommen hat er eine drängende Bitte.

Der sächsische Finanzminister Matthias Haß (CDU) durfte sich  in das Goldene Buch in Roßwein  eintragen, im Bild hinten von links Rudolf Lehle, Bürgermeister Veit Lindner und Hubert Paßehr.
Der sächsische Finanzminister Matthias Haß (CDU) durfte sich in das Goldene Buch in Roßwein eintragen, im Bild hinten von links Rudolf Lehle, Bürgermeister Veit Lindner und Hubert Paßehr. © Dietmar Thomas

Roßwein. Wenn der sächsische Finanzminister Matthias Haß (CDU) künftig in einen Aufzug steigt, dann werde er nun immer an Roßwein denken. Das sagte er bei seinem Besuch des Mitteldeutschen Zentrums für Metall und Technik (MFM) in Roßwein am Freitagmittag. Wie so viele habe er immer ein ungutes Gefühl in einem Fahrstuhl, erklärte der Minister. „Jetzt werde ich aber immer darauf hoffen, dass die zuständigen Aufzugsbauer und -techniker in Roßwein ausgebildet worden sind“, so Matthias Haß.

Dass das tatsächlich der Fall ist, dafür stehen die Chancen ziemlich gut, denn das Roßweiner Unternehmen ist bundesweit der einzige produktunabhängige Ausbilder für Aufzugstechnik. „Wir können in verschiedenen Kursen eine hoch spezialisierte Aus- und Weiterbildung für Aufzugsmonteure und -Servicetechniker bieten“, sagte Diether Hils, MFM-Geschäftsführer. 

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In einem kurzen Abriss erläuterte er die Vergangenheit der Berufsschule als überregional bekannte und traditionsreiche Bundesfachschule für die Ausbildung im Metallbereich und den Aufbau des unabhängigen Fachzentrums für Aufzugtechnik mit der Unterstützung zahlreicher Zulieferer, Komponentenhersteller und weiterer Partner. Dabei ist es in den vergangenen Jahren gelungen, den elfstöckigen Turm mit aktuellster Aufzugstechnik auszustatten. In dem Gebäude können die Lehrgangsteilnehmer aus ganz Deutschland unter Realbedingungen den Aufbau und die Wartung von hochmodernen Fahrstühlen üben.

Hils erklärte weiter, dass der Ausblick vom Turm fast bis nach Dresden und Leipzig reiche. Sich davon einen eigenen Eindruck zu verschaffen, darauf verzichteten die Politiker allerdings. „Da oben herrschen um die 40 Grad Celsius“, hatte der Einrichtungsleiter zuvor erklärt.

Die bildliche Beschreibung der Aussicht nutzte Diether Hils aber als Stichwort, um dem Minister eines der drängendsten Probleme der Roßweiner und der Döbelner Region mit auf den Weg in die Landeshauptstadt zu geben. „Wir arbeiten mit großen Konzernen und bundesweit agierenden Unternehmen zusammen. Es kann doch aber nicht sein, dass wir in der Mitte des Freistaates keine funktionierende Anbindung des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs an die großen sächsischen Städte haben“, fand er deutliche Worte. Der ländliche Standort sei für die ansässigen Unternehmen wie das MFM überhaupt kein Problem. „Dass man uns aber nicht mit einer vernünftigen Zugverbindung erreichen kann, das können wir keinem unserer Partner und Kunden erklären.“

Deshalb bekräftigten die anwesenden CDU-Politiker der Region die Bitte, dass eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen innerhalb des Freistaates zwischen Dresden und Leipzig unbedingt und schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen werden muss. Zumindest zu einer Unterschrift konnten die Gastgeber den Herren der sächsichen Finanzen bei seinem Besuch dennoch leicht überzeugen. Die leistete der Staatsminister zwar nicht unter einem Fördermittelbescheid oder unter der Zusage einer schnellen Zuganbindung von Döbeln und Roßwein nach Dresden, dafür aber im Goldenen Buch der Stadt Roßwein.

Für den Ministerbesuch aus Dresden hatte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) extra seinen Urlaub unterbrochen. „Für einen solchen Termin habe ich das gern gemacht, denn hierher nach Roßwein kommt nicht allzu häufig ein Dresdener Politiker“, so Lindner. Weil er parteilos sei, könnten die Parteienvertreter nicht so viel mit der Stadt anfangen, so seine Erklärung. Deshalb sei es für seine Stadt aber umso bedeutender, dass ein Staatsminister der sächsischen Regierungspartei auf seiner Wahlkampftour Station in Roßwein gemacht hat. 

Organisiert und eingeladen hatten zu dem Rundgang in der Roßweiner Traditionsschule der CDU-Vertreter der Stadt Hubert Paßehr, der bisherige CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser und sein Nachfolger als Direktkandidat Rudolf Lehle.