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Rote Retter proben für den Ernstfall

Geschäftiges Treiben und ungewöhnlich viele Löschfahrzeuge waren am Wochenende vor der Feuerwache in Seifhennersdorf zu beobachten. Hier hatten sich die Feuerwehrmänner der umliegenden Ortschaften zu einem Ausbildungslager zusammengefunden.

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Von Christoph Meichsner

Geschäftiges Treiben und ungewöhnlich viele Löschfahrzeuge waren am Wochenende vor der Feuerwache in Seifhennersdorf zu beobachten. Hier hatten sich die Feuerwehrmänner der umliegenden Ortschaften zu einem Ausbildungslager zusammengefunden.

Wenn die Sirene auf dem Dach heult, dann heißt das für alle verfügbaren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr: Vollalarm, sofort in der Feuerwache melden! „Das passiert bei uns allerdings relativ selten“, meint Gunter Adam, Wehrleiter der Seifhennersdorfer Feuerwehr. Und dennoch müssen die Einsatzkräfte im Ernstfall topfit sein. Dabei helfen soll ein Ausbildungslager, das die Seifhennersdorfer Feuerwehr jedes Jahr gemeinsam mit den Kollegen aus Neugersdorf, Leutersdorf, Spitzkunnersdorf und Walddorf durchführt. Diesmal stand es unter dem Hauptthema „Taktik“. Die 65 Teilnehmer erfuhren am Freitagabend beim Referat „Falsche Taktik – Große Schäden“ zunächst, wie sich beim Löschen die Nachfolgeschäden möglichst gering halten lassen. „Man muss ja nicht jede Tür eintreten und auch das Wasser sollte sinnvoll eingesetzt werden“, erklärt dazu Gunter Adam. Am Sonnabend wurden die freiwilligen Feuerwehrmänner dann an fünf Übungsstellen mit so ziemlich allen Dingen aus dem Alltag der Brandbekämpfung konfrontiert – beispielsweise Handhabung technischer Geräte, Erkennung gefährlicher Stoffe, Abseilen am Turm, Drehleitersteigen oder Übungen zum Atemschutz. Zweimal breitete sich zudem die Kunde von einem Brand aus. Am Freitagabend stand ein leer stehendes Fabrikgebäude in Flammen, am Sonntag die Grundschule. Beide Male jedoch nur zu Übungszwecken, und das Feuer war lediglich imitiert. Trotzdem kamen die Feuerwehrmänner bei diesen Einsätzen ins Schwitzen, galt es doch vermisste Personen zu finden, Rettungswege herzustellen und den Rauch zu bekämpfen. „Eine sehr gute Verbindung von Theorie und Praxis“, sagt Peter Michael von der Seifhennersdorfer Feuerwehr. Steffen Fiedler meint, dass das Üben der Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren für die Praxis ein großer Vorteil sei. „Vieles von dem Gelernten kann man immer wieder anwenden“, sagt ebenso Janett Nickel aus Leutersdorf, eine von sieben teilnehmenden Frauen.

Ein effektives Training und das ortsübergreifende Kennenlernen der Feuerwehrleute untereinander sind auch die Hauptziele von Organisator Gunter Adam. Denn er weiß, dass beides sehr wichtig für Notfälle in der Realität ist. Bisher musste die Seifhennersdorfer Feuerwehr an größeren Einsätzen in diesem Jahr nur zu einem Waldbrand im Frühjahr ausrücken. Mit dem heißen Sommer gab's dagegen keine Probleme. Sorgen bereitet ihm nur der steigende Altersdurchschnitt seiner Männer. Der Grund ist die schlechte Lehrstellensituation, wegen der viele nachrückende Jugendliche abwandern müssen.

Das jährliche Ausbildungslager ergänzt die 14-tägigen Trainingseinheiten. Und wieder einmal ist nach Abschluss aller Übungen für Gunter Adam klar: Nicht nur auf seine, sondern auch auf die Nachbarwehren ist im Ernstfall Verlass.