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Rothenburger Geldfälscher wird verurteilt

Mit falschen Euroscheinen wollte der Angeklagte seine Lage verbessern. Jetzt muss er sich drei Jahre bewähren.

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Symbolbild.
Symbolbild. © Boris Roessler/dpa

Der 30-jährige Rothenburger ist nach dem Entzug des Führerscheins von April 2016 bis etwa März 2017 infolge einer Trunkenheitsfahrt in eine finanziell wirtschaftliche Schieflage geraten. Der wollte er begegnen, indem er sich gefälschte Eurobanknoten verschaffte. Von Berufswegen kennt er sich in internationalen Datennetzen aus und auf der Suche nach Verkäufern auf entsprechenden Plattformen wurde er fündig, obwohl ihm klar war, dass solche Käufe verboten sind.

In drei Zeiträumen von September bis November 2016 bestellte der Angeklagte Falschgeld. Bezahlt hat er die Blüten in virtueller Währung, die später dann wieder in normale Währung zurückgerechnet wird. Zwei Käufe tätigte der Rothenburger in Deutschland. Gegen diesen bekannt gewordenen Verkäufer läuft inzwischen ein gesondertes Verfahren der Staatsanwaltschaft. 

Die dritte Bestellung wurde aus Österreich von einem bislang Unbekannten realisiert. Geliefert wurden zweimal 150 Euro und einmal 500 Euro Falschgeld in 50-Euroscheinen. Das gefälschte Geld brachte der Angeklagte teilweise in Umlauf, indem er Rechnungen bezahlte und einkaufte.

Falschgeld in Verkehr bringen ist eine Straftat, die als Geldfälschung geahndet wird, hier in drei tateinheitlichen Fällen. Der Angeklagte, anwaltlich vertreten, zeigte sich von Anbeginn geständig. Es sei eben so, sagte der 30-Jährige, dass man über solche verschlüsselten Plattformen alles bekommen kann, was verboten ist. Dazu gehört auch Falschgeld. 

Die meist illegalen Verkäufer kopieren die Scheine und liefern sie. Jeder kopierte Geldschein hat dann zwar von der Nummer her die gleiche Identität, was im EU-Bereich beim Bezahlen aber kaum auffällt. Davon machte der Angeklagte Gebrauch. Die Trunkenheitsfahrt hätte ihm zur Warnung dienen sollen. Stattdessen machte er mit hoher krimineller Energie weiter und Amtsrichter Ralph Rehm meinte, dass es im Wissen, eine neue Straftat zu begehen, weiterer ungebremster Energie bedurfte, nämlich der Überschreitung einer bewussten Hemmschwelle.

Auf Nachfragen des Staatsanwaltes zeigte sich, dass es nicht nur der Verlust des Führerscheins war, den jetzt Angeklagten in wirtschaftliche Not trieb, sondern auch seine Suchtprobleme, die für einen Betroffenen Notsituationen hervorrufen, aber in Tatsache solche nicht sind. Drogen und Alkohol waren damals nämlich die Lebensbegleiter des Mannes. Als das Falschgeld entdeckt wurde, bedurfte es noch einiger Zeit, bis die Ermittler zuschlagen konnten.

Am 4. Juli 2017 wurde die Wohnung des Angeklagten durchsucht, der Computer mit den Dateien sichergestellt und die in der Küche aufgefundenen falschen 50-Euroscheine beschlagnahmt. Der Zeuge von der Polizei sagte auf Nachfrage des Amtsrichters, dass die Blüten unterschiedlicher Qualität waren.

Angesichts des hier Geschilderten plädierte der Staatsanwalt auf eine zweijährige Freiheitsstrafe, ausgesetzt für drei Jahre zur Bewährung. Der Angeklagte sei geständig gewesen und lebe jetzt wieder in geordneten Verhältnissen. Der Verteidiger regte an, das Strafmaß etwas niedriger anzusetzen. Zwei Jahre Freiheitsstrafe seien doch sehr viel.

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Amtsrichter Ralph Rehm verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf drei Jahre Bewährung. Angeordnet wurden die Einziehung der aufgefundenen falschen Banknoten, des Notebooks samt Ladekabel und die Zahlung eines Geldbetrages von 300 Euro. 

Zudem hat der Rothenburger als Bewährungsauflage eine Geldbuße von 200 Euro zugunsten eines gemeinnützigen Vereins in Görlitz zu überweisen. Die Verfahrensbeteiligten verzichteten auf Rechtsmittel, damit ist das Urteil sofort rechtskräftig geworden. (jos)

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