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Des Pfarrers Schnaps-Idee

Rothenburgs Kirche braucht neue Stühle. Das Geld dafür spielt Pfarrer Schmidt mit Hochprozentigem ein.

Die neueste Kreation des Rothenburger Pfarrers: Daniel Schmidt sammelt Rosenblätter. Daraus entsteht dann Likör, der Geld für neues Gestühl in der Winterkirche einspielen soll.
Die neueste Kreation des Rothenburger Pfarrers: Daniel Schmidt sammelt Rosenblätter. Daraus entsteht dann Likör, der Geld für neues Gestühl in der Winterkirche einspielen soll. © André Schulze

Ob der Heilige Vater in seiner schier endlosen Güte damit wohl einverstanden ist? Wahrscheinlich schon, denn Pfarrer Daniel Schmidts Leidenschaft für Liköre aus eigener Herstellung ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Natürlich zum Wohle seiner Schäfchen. Denn den guten Zweck verliert er mit seinen alkoholischen Hochgenüssen nicht aus dem Blick.

"Ich bin jetzt seit rund zehn Jahren hier. Und immer wieder bei Geburtstagskindern unserer Gemeinde zu Gast. Anfangs habe ich Kerzen mit dem Bild unserer Stadtkirche mitgebracht." Die standen beim Gratulieren im nächsten Jahr oft noch immer unberührt im Regal.

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Diese Erfahrung war der Beginn für zahlreiche neue Ideen. "Zuerst habe ich natürlich für Abwechslung bei den Fotos auf den Kerzen gesorgt." Dann allerdings waren neue Geschenke gefragt. Fündig wurde der Rothenburger Gottesmann im Pfarrgarten. Dort hatte sein Vorgänger einst jede Menge Obstgehölze gepflanzt, die nun jedes Jahr für  reiche Ernten sorgten.

Geburtstagskinder dürfen sich Likör aussuchen

Die Früchte mussten jedoch verarbeitet werden. So entstand "Pfarrgartens Beste" - Kirchen-Marmelade in Geschmacksrichtungen, wie man sie sich unterschiedlicher nicht denken kann. Daniel Schmidt, der zusammen mit seiner Frau Cindy und Pfarramtssekretärin Andrea Brussig den Kochlöffel führt und die Gläser befüllt, liebt sie alle. "Ich kann gar nicht sagen, welche die Beste ist. Aber Johannis- oder Stachelbeermarmelade, Holunderblüten-Gelee, auch Kirsch-Konfitüre - das hat schon was."

"Pfarrgartens Bestes" - so nennen sich die Rothenburger Marmeladen und Liköre, die es in den unterschiedlichsten Varianten gibt.
"Pfarrgartens Bestes" - so nennen sich die Rothenburger Marmeladen und Liköre, die es in den unterschiedlichsten Varianten gibt. © André Schulze

Seit etwa fünf Jahren gibt es auch die alkoholische Variante der pfarrgarteneigenen Obstvielfalt. Abgefüllt in 100 Milliliter-Fläschchen sorgt sie für Hochstimmung bei den Jubilaren. Die dürfen sich oft sogar aussuchen, was sie möchten: süße Marmelade oder ein leckeres alkoholisches Tröpfchen. Manchmal bekommen sie sogar beides überreicht. "Je nachdem, wie reich die Ernte war und wie viele Reserven wir noch im Keller haben", lacht der Pfarrer. Oder welche Jahreszeit gerade ist.

Im Winter steht vor allem Holunder mit Amaretto hoch im Kurs, in der warmen Jahreszeit ist es vor allem Erfrischendes. Minze, Grapefruit und Limette harmonieren dann mit der Holunderblüte. Im Moment sammelt Daniel Schmidt die Zutaten für den ebenfalls stark nachgefragten Rosenblütenlikör. "Der hat eine etwas bittere Note."

Likör-Spende sorgt für neues Kirchengestühl

Zwischen 120 und 150 Fläschchen des edlen Gesöffs bekommen die Jubilare der evangelischen Kirchgemeinde Rothenburg jedes Jahr überreicht. Aber auch zu Feierlichkeiten wie dem Erntedankfest gibt es sie. "Regulär verkaufen können wir sie natürlich nicht. Aber wer eine kleine Spende übrig hat, tut mit seinem Geld sogar etwas Gutes", erzählt der Pfarrer. Mit seiner Schnaps-Idee sammelt er so noch Finanzen für neue Stühle im Gemeindesaal und in der Winterkirche ein.

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