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Rothenburgs Klinik ist spitze

Die AOK plus zeichnet drei besonders gute Orthopädische Kliniken im Freistaat aus. Das Martin-Ulbrich-Haus ist dabei.

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Von Katja Schlenker

Ausgezeichnet fühlt er sich, sagt Chefarzt Torsten Menzel lachend. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Am Montagnachmittag ist das Orthopädische Zentrum „Martin-Ulbrich-Haus“ (MUH) in Rothenburg von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) ausgezeichnet worden. Damit erkennt Sachsens größte Krankenkasse die herausragende Behandlungsqualität bei der Implantation von Hüftgelenk-Prothesen an. Vorstandsvorsitzender Rolf Steinbronn hat es sich nicht nehmen lassen, an die Neiße zu kommen, um das Qualitätszertifikat zu überreichen.

748 Fälle werden ausgewählt

„Diese Auszeichnung steht auf zwei Säulen“, erklärt Steinbronn. „Auf beiden Feldern hat das Orthopädische Zentrum hervorragend abgeschnitten.“ Grundlage dafür ist das vom Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen entwickelte Verfahren zur Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten (QSR). Außerdem sind AOK-Versicherte befragt worden. Insgesamt sind 748 Fälle in Rothenburg durch dieses Verfahren erfasst und ausgewertet worden. Dabei handelt es sich um ein statistisches Verfahren, welches ermöglicht, die Behandlungsqualität von Kliniken zuverlässig zu messen, zu bewerten und zu vergleichen. All das funktioniert ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand für die Krankenhäuser.

Das Verfahren greift auf anonymisierte Abrechnungsdaten von Kliniken und Stammdaten der AOK zurück. Das Besondere daran ist, dass die Qualität bestimmter stationärer Behandlungen langfristig, also auch nach dem Tag der Entlassung, gemessen wird. Das ist bislang einzigartig.

Doch es geht nicht nur um reine Statistik, sondern auch um den Patienten. Aus diesem Grunde sind AOK-versicherte Patienten kurz nach ihrem Krankenhausaufenthalt befragt worden. Wie zufrieden sind sie mit der ärztlichen und pflegerischen Versorgung, der Organisation und dem Service in der Klinik? Würden sie das Haus weiterempfehlen? Immerhin 371 von 399 Befragten würden das MUH weiterempfehlen. Das sind 93 Prozent, der Bundesdurchschnitt liegt bei 82 Prozent.

Zufrieden mit der ärztlichen Versorgung sind 87 Prozent. Hier liegt der Bundesdurchschnitt bei 83 Prozent. Bei der pflegerischen Betreuung kann das MUH sogar noch einen Prozentpunkt draufpacken. Und hängt den Bundesdurchschnitt von 82 Prozent ab. Ganz weit vorn liegt die Rothenburger Klinik im Bereich Organisation und Service. 91 Prozent zeigen sich hier zufrieden – der Bundesdurchschnitt liegt bei 79 Prozent. Offenbar sind die Befragten kritisch gewesen. In Sachsen erhalten lediglich drei Kliniken, welche Hüftgelenk- oder Knie-Totalendoprothesen einsetzen, die Auszeichnung der AOK. Doch das Ergebnis soll nicht nur die Leistung der ausgezeichneten Kliniken würdigen, sondern auch den Patienten nützen. Denn die müssen sich darüber informieren können, in welchen Krankenhäusern gut behandelt wird. Im Orthopädischen Zentrum in Rothenburg ist dies der Fall. Auch weil sich hier eine medizinische Fachrichtung konzentriert. Denn in den geschichtsträchtigen Räumen in der Neißestadt wird nicht nur operiert. Auch eine Klinik für Rehabilitation gehört dazu. Der Patient kann quasi vom ersten Gespräch bis er wieder gesund ist, an einem Ort bleiben.

Spezialisierung war richtig

„Diese gute Qualität gibt es auch deshalb, weil die Klinik spezialisiert ist“, erklärt Steinbronn. „Fachkliniken können eine höhere Qualität leisten als Krankenhäuser.“ Das wird etwas sein, worüber sich der Landkreis Görlitz in Zukunft Gedanken machen muss. Landrat Bernd Lange (CDU) ist am Montag ebenfalls in Rothenburg und hört sich die Worte Steinbronns an. „Die Basis- und Unfallversorgung muss gegeben sein“, sagt der AOK-Vorstand. „Darüber hinaus ist es für den wirtschaftlichen Erfolg angezeigt, sich zu spezialisieren.“

In Rothenburg ist das geglückt. „Das Zertifikat ist eine Bestätigung für unser Bemühen nach qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung, und jetzt auch Ansporn, um weiter zum Kreis der ausgezeichneten Kliniken zu gehören“, sagt MUH-Geschäftsführer Jörg Ruppert. Rund die Hälfte der 2 500 Patienten, die jährlich im Orthopädischen Zentrum behandelt werden, sind AOK-Versicherte. „Daher sind das verlässliche Zahlen, mit denen man umgehen kann“, sagt der Geschäftsführer.

Im AOK-Krankenhausportal ist die Auswertung

der Kliniken allen Interessierten offen zugänglich: http://weisse-liste.krankenhaus.aok.de/