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Rudolf Sitte zeigt Film zu Arbeiten

Hermsdorf. Der Künstler aus Königsbrück hat eine Vielzahl seiner Arbeiten dokumentieren lassen. Die Doku will er heute im Schloss vorstellen.

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Unter dem Titel „Ein Leben für die Katz’“ lädt der Königsbrücker Kunstkeramiker, Maler und Grafiker Professor Rudolf Sitte zu Filmabend und Streitgespräch in das Kunstschloss Hermsdorf. Dort möchte er heute Abend, 19 Uhr, den von Helmut Hopfauf und Bernd Findeisen gefertigten Dokumentarfilm über eine Vielzahl seiner künstlerischen Arbeiten vorstellen. Fast zwei Jahre waren Sitte und Hopfauf an den Orten, wo einst die sogenannte baugebundene Kunst des Königsbrückers installiert wurde – in Dresden, Mittweida, Schellerhau, Berlin, Halle...

Heutige Kulturbarbarei

Sitte, heute 85-jährig, möchte damit der Öffentlichkeit über das Medium Film zeigen, was nie in Kunstausstellungen wegen der Dimension seiner Arbeiten gezeigt werden konnte: Die Kunst an und in den öffentlichen Gebäuden, im Freiraum, in Ferienheimen, Universitäten, Kulturhäusern, Gaststätten und Sportzentren. In den späteren Kunstausstellungen der DDR waren lediglich Fotos zu sehen. Zugleich möchte er den Interessenten ein Bild darüber zeichnen, wie heute mit seinen Arbeiten umgegangen wird. Beim Dokumentieren musste er erfreuliche wie niederschmetternde Erfahrungen sammeln. Der gesetzlich garantierte Schutz von Kunst wurde und wird nämlich in vielen Fällen von den neuen Eigentümern einfach ignoriert – Sitte nennt das neue Kulturbarbarei.

Drittens möchte Sitte auf die historische Bedeutung der baugebundenen Kunst aufmerksam machen. Die Stadt Dresden war damals seit den 60er Jahren auch international so etwas wie Vorreiter mit einem „Beirat für Bildende Kunst“. Dieser wurde lange Jahre vom 2003 verstorbenen Dresdener Professor Helmut Trauzettel geleitet.

Der Filmvorführung könnten Gespräche über Kunst und Künstler, die sich keinesfalls nur auf Sitte beziehen, folgen. Der Königsbrücker Künstler hat auch Dresdner Freunde geladen, darunter den Architekten Ulf Zimmermann, den er seit 1963 aus gemeinsamer Arbeit kennt. (rek)