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Rübezahl aus Schnee thront in Jilemnice

Auf dem Marktplatz hat wieder der Berggeist Quartier bezogen. Es gibt auch eine Figur in Špindleruv Mlýn.

© dpa

Von Petra Laurinova

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Jilemnice. Rund vier Meter hoch ist der eisige Rübezahl, der seit dem Wochenende auf dem zentralen Masaryk-Platz vor dem Rathaus in Jilemnice (Starkenbach) in Tschechien steht. Der dortige Künstler Josef Dufek, der ihn alljährlich formt, schenkte sich diesmal den wilden Gesellen zu seinem 70 Geburtstag. Und zwar anstelle einer Torte mit Kerzen. „In diesem Winter ist das Wetter sehr wechselhaft, ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob wir die 21-jährige Tradition unterbrechen müssen“, sagte Dufek.

Schon 2016 kam Jilemnice wegen des Tauwetters innerhalb von drei Tagen um seinen Touristenmagneten, im Vorjahr thronte der Rübezahl aber dann beinahe einen Monat lang auf dem Platz.

Laut der aktuellen Wettervorhersage könnte der diesjährige Bergbeschützer bis Ende Februar standhalten. „Die Skulptur ist jedes Mal etwas anders. Manchmal ist sie bis zu acht Meter groß“, sagte Josef Dufek, der bei seiner Arbeit von zwei jüngeren Helfern unterstützt wird, die die Tradition einmal fortführen werden. „Sie sind gelernte Maurer und einer malt in der Freizeit, das sind gute Voraussetzungen“, sagt der Rübezahl-Künstler. Das Team baute noch einen zweiten Schnee-Rübezahl – in Špindleruv Mlýn (Spindlermühle). Dort ist er sogar noch etwas größer als der in Jilemnice, der diesmal wegen Schneemangels auch einen etwas kleineren Kopf als gewöhnlich hat und auch keine Pfeife raucht. Ein Dorf mit Kirche und Berghäuschen zu seinen Füßen haben sich die Einheimischen beim Künstler erkämpft.

In Špindleruv Mlýn konnten die Eisbildhauer mit einer Motorsäge zu Werke gehen. In Jilemnice benutzten sie nur eine normale Schaufel und eine Kohlenschaufel, dazu Meißel und Spachtel. Zum Schluss wird die Skulptur immer von der Feuerwehr mit Wasser besprüht. Das mache sie stabiler und härter. Laut den Künstlern sei das Ganze keine filigrane Aufgabe, sondern harte Arbeit. Der Eis-Berggeist müsse robust und fest sein. Oft klettern Kinder oder Touristen auf ihm herum, die Bilder von sich und der Figur machen wollen. Das müsse er überstehen.

Rübezahl fasziniert Dufek schon immer. Er fertigt die Berggeist-Skulpturen ganzjährig an, aus Holz mit Motorsäge. Im Moment stellt er vier seiner Werke im Jilemnicer Museum aus.

Schon Dufeks Großvater gehörte vor über 100 Jahren zu den ersten Erbauern von Rübezahl-Gestalten. Er hat seinen Enkel in das Handwerk eingeweiht. Dufek ist vor der Wende nach Bayern ausgewandert, doch das Riesengebirge lockte ihn in die alte Heimat zurück.