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Rückfall nach Lebensbeichte

Der Meißner wollte Schluss machen mit seiner Drogenkarriere. Doch er wurde in der Bewährungszeit rückfällig.

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Von Jürgen Müller

Der 29-jährige Meißner hat eine lange Drogenkarriere hinter sich. Jahrelang nahm er Crystal, später stieg er auf Haschisch um, wollte damit von der anderen Droge wegkommen. Mehrfach musste er sich vor Gericht verantworten. Dann kam der Tag, an dem er Schluss machen wollte mit den Drogen. Während einer Gerichtsverhandlung legte er eine „Lebensbeichte“ ab.

Durch sein Geständnis konnten mehrere Drogenhändler ermittelt und dingfest gemacht werden. Der Angeklagte kam mit einer Bewährungsstrafe davon, doch leichter wurde sein Leben durch die Beichte nicht.

„Ich wurde durch Meißen gejagt, habe mich im Restaurant meiner Verlobten versteckt“, sagt er. In solch einer Situation wurde er wieder rückfällig. Bei einer Polizeikontrolle in Meißen wurde bei ihm Haschisch entdeckt. 1,19 Gramm, das ist eine so geringe Menge, dass normalerweise von einer Verfolgung bei Ersttätern abgesehen wird. Bei dem Angeklagten mit seinem Vorleben ist das anders. Wieder sitzt er vor Gericht.

Die Verlobte droht

Das gefundene Haschisch ist nur ein Bruchteil dessen, was er früher täglich nahm. So um die zehn Gramm pro Tag sollen es gewesen sein. Die 1,19 Gramm waren also gerade mal eine Konsumeinheit. Doch illegale Drogen sind nicht das einzige Problem des Angeklagten. Er ist auch Alkoholiker. 20 Flaschen Bier pro Tag und dazu Schnaps hat er mal getrunken. Heute sei es „nur“ noch die Hälfte. Vor der Gerichtsverhandlung hat er schon Alkohol getrunken. „Ich kann nicht anders, brauche schon am Morgen Alkohol“, gibt er zu. Inzwischen geht er zur Suchtberatung, eine Therapie wird vorbereitet. Er wartet nur noch darauf, dass die Krankenkasse die finanzielle Zusage gibt. Zwei Geldstrafen sind noch offen, eine davon arbeitet er gerade ab.

Eine neue Strafe kommt nicht dazu. Das Gericht will ihm seine Zukunft nicht verbauen. Es stellt das Verfahren im Hinblick auf seine Verurteilung vom August dieses Jahres ein, obwohl er die neue Tat mitten in der laufenden Bewährungszeit beging.

Er und seine Verlobte bedanken sich beim Gericht. „Wenn du noch einmal was machst“, droht sie ihm, ohne den Satz zu beenden. So was wirkt manchmal stärker als ein juristisches Urteil.