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Bischofswerda

Bischofswerda rettet ein Stück Mittelalter

Die Geschichte der Fronfeste reicht viele hundert Jahre zurück. Das sieht man dem Gebäude jetzt auch wieder an.

Am Turm der Fronfeste an der Dresdner Straße in Bischofswerda sind die Gerüste abgebaut. Ältere Einwohner sprechen auch vom Hungerturm.
Am Turm der Fronfeste an der Dresdner Straße in Bischofswerda sind die Gerüste abgebaut. Ältere Einwohner sprechen auch vom Hungerturm. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. An der Fronfeste in Bischofswerda ist das Baugerüst gefallen. Das Mauerwerk aus Bruchsteinen, ergänzt um Ziegel, bestimmt jetzt die Ansicht des Gebäudes. Jahrzehntelang war sie verborgen unter Putz. Eine Bausünde, die mit der Sanierung nun beseitigt wurde.  Künftig bleibt der Turm, der als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung errichtet worden war und in seinem Keller ein Verließ beherbergte, unverputzt. 

Turm wird Teil eines stationären Hospizes

Die Fronfeste ist eines von nur wenigen Zeugnissen des Mittelalters in Bischofswerda.  Nur drei Gebäude überstanden den Stadtbrand vom 12. Mai 1813. Dieser war vermutlich versehentlich  ausgelöst worden, als Napoleons Truppen auf ihrem Rückzug vom Russland-Feldzug in Bischofswerda halt machten. 

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Mit der Sanierung der Fronfeste als Teil des stationären Hospizes Siloah  bekommt Bischofswerda baulich ein vorzeigbares Stück Mittelalter zurück. Künftig wird der Turm ein Schwesternzimmer und darüber einen Raum der Stille beherbergen, der die geschwungene Turmhaube mit einbezieht. 

Ehe vor wenigen Tagen die Fronfeste abgerüstet wurde, wurde die neu befüllte Zeitkapsel auf die Kupferhaube des Turms wieder aufgesetzt. Sie war kurz vorm Richtfest im vorigen Oktober in der Turmspitze gefunden worden, sagt Kristin Schiffner von der gemeinnützigen Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen. 

Neu befüllte Zeitkapsel ist wieder auf der Turmhaube

Zum Richtfest wurde diese Kapsel dann geöffnet. In ihr befanden sich ein Dokument des „Verschönerungs- und Verkehrsvereins“ von 1930, eine Zeichnung der Fronfeste, die  anlässlich der 700-Jahr-Feier Bischofswerdas im Jahr 1927 angefertigt worden war, sowie weitere historische Belege. Diese Dokumente wurden in den vergangenen Wochen digitalisiert und im Stadtarchiv archiviert.

Mit den Originalen sowie aktuellen Dokumenten der Stadt Bischofswerda und des Christlichen Hospizes Ostsachsen wurde die Zeitkapsel nun wieder befüllt und auf die Turmhaube gesetzt. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation und den damit verbundenen Einschränkungen fand diese Zeremonie nur im kleinen Rahmen statt. 

Die Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen, die bereits in Herrnhut ein stationäres Hospiz betreibt, plant für Juli  die Eröffnung des Hauses. Künftig werden auch in Bischofswerda bis zu zwölf unheilbar kranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt betreut. 

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