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Rücktritt vom Rücktritt

Maik Franke wollte wegen der Corona-Krise aus dem Gohrischer Rat zurücktreten. Kurz vor der Entscheidung kommt der Rückzieher. Warum?

Will doch im Amt bleiben: Gemeinderat Maik Franke.
Will doch im Amt bleiben: Gemeinderat Maik Franke. © Daniel Schäfer

Erst wollte er gehen, jetzt bleibt er: Maik Franke (Zukunft Gohrisch) wird doch nicht seinen Sitz im Gohrischer Gemeinderat aufgeben. Franke hatte Mitte April einen entsprechenden Antrag gestellt, über den der Gemeinderat am Dienstag hätte entscheiden sollen. So weit kam es jedoch gar nicht erst.

Denn eingangs der Sitzung gab Bürgermeister Christian Naumann (parteilos) bekannt, dass der Beschluss von der Tagesordnung gestrichen wird. "Er hat seine Entscheidung wieder rückgängig gemacht", meinte Naumann knapp. Zu den Hintergründen sagte er auch auf Nachfrage nichts. "Das klären wir im nicht-öffentlichen Teil", sagte der Ratschef. Auch Maik Franke äußerte sich im öffentlichen Teil der Ratssitzung nicht zu seinem Rücktritt vom Rücktritt. 

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Erinnert an das Wahlversprechen

Wie Sächsische.de auf Nachfrage erfuhr, gibt es mehrere Gründe, warum Franke seine Entscheidung zurückgezogen hat. Nachdem sein geplanter Schritt bekannt wurde, hätten sich viele Gohrischer bei ihm gemeldet. "Einige haben meine Entscheidung nachvollziehen können", sagt er. Andere wollten ihn überreden, weiter zu machen. "Ich habe bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen bekommen", sagt er. Er sei angetreten mit dem Willen, etwas zu verändern. Daran hätten ihn die Gohrischer erinnert. Die vielen Anrufe und persönliche Gespräche hätten ihn bewogen, die Entscheidung zurückzuziehen. "Also versuche ich es weiter im Rat", meint Franke.

Auch die aktuelle Corona-Situation spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Franke, der den Hofladen in Gohrisch betreibt, musste seinen Laden Mitte März schließen. "Welche wirtschaftlichen Folgen das hat, ist weiter ungewiss", erklärt er. Franke wollte sich deshalb mehr auf das Geschäft konzentrieren. Die Situation hätte sich nun etwas geändert. Der Hofladen hat seit 20. April wieder geöffnet. Das Café ist zwar weiter zu, dafür gibt es einen Straßenverkauf. "Den Service schätzen viele Touristen und Einheimische", sagt er. Ob es sich rentiere, stehe auf einem anderen Blatt. Dass das Geschäft weiter laufe, sei jedoch positiv. 

Bruch mit dem neuen Bürgermeister?

Dass es sich Maik Franke noch einmal überlegt hat, könnte auch einen anderen Grund haben. Dieser hängt mit seinem Verhältnis zu Bürgermeister Christian Naumann (parteilos) zusammen. Im Wahlkampf galt er noch als großer Unterstützer Naumanns. 

Bürgermeister Christian Naumann (parteilos) wurde im Wahlkampf noch von Maik Franke unterstützt.
Bürgermeister Christian Naumann (parteilos) wurde im Wahlkampf noch von Maik Franke unterstützt. © Daniel Förster

Nur wenige Wochen nach dessen Amtsantritt ist das Verhältnis jedoch mehr als angespannt. Das wurde auch in der Ratssitzung am Dienstag deutlich - der zweiten, die Naumann als Ratschef leitete. Die Stimmung zwischen beiden kippte mehrfach, war gereizt, teilweise überhitzt. Möglich ist auch, dass Franke Naumann das kommunalpolitische Feld nicht einfach überlassen will. 

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