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Ruhe am Weidaer Dreieck

Einmal im Jahr wird Riesa ein Anziehungspunkt für Oldtimer-Enthusiasten aus etlichen Ländern. Dieses Mal nicht.

Frank Schäfer (l.) und Sebastian Menzel fegen mit einer Norton ES2 um die Kurven des Weidaer Dreiecks. Solche Bilder wird es dieses Jahr nicht in Riesa geben - wegen Corona. Aber die Vorbereitungen für 2021 laufen schon.
Frank Schäfer (l.) und Sebastian Menzel fegen mit einer Norton ES2 um die Kurven des Weidaer Dreiecks. Solche Bilder wird es dieses Jahr nicht in Riesa geben - wegen Corona. Aber die Vorbereitungen für 2021 laufen schon. © Archivfoto: Andreas Weihs

Riesa. Diese Woche wäre es hektisch geworden für die Riesaer Oldtimerrennsportler. Hätte nicht Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht, wären in dieser Woche die Vorbereitungen für das Traditionsrennen rund ums Weidaer Dreieck in die heiße Phase gegangen.

Da wären aus ganz Deutschland und zahlreichen Nachbarländern Fans mit Wohnmobilen angereist, da wären Umleitungsschilder aufgestellt und als Aufprallschutz Strohsäcke an Dutzenden Straßenbäumen montiert worden. Da wären Zelte aufgebaut und Rettungswagen postiert worden.

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So aber bleibt es ruhig auf den Straßen und Feldern zwischen Mautitz, Groptitz und Weida. Aber warum eigentlich? Sind doch kleinere Veranstaltungen mittlerweile längst wieder erlaubt - unter Auflagen und mit genehmigtem Hygienekonzept.

Die Organisatoren hatten sich bereits im Frühjahr dazu entschieden, die 15. Auflage des Rennens für 2020 abzusagen und auf das Folgejahr zu verschieben. "Die Entscheidung vom 5. Mai 2020, die Veranstaltung abzusagen, vor allem im Interesse aller Beteiligten, war richtig", teilen die Macher um Hans-Jürgen Macioschek mit. "Wir stehen nach wie vor dazu!"

Denn eine Veranstaltung wie das Weidaer Dreieck stampft man nicht nebenbei aus dem Boden: Bergeweise Genehmigungen sind dafür einzuholen, Konzepte abzusegnen, Helfer zu organisieren. Da sich die Corona-Regeln in Sachsen quasi von Monat zu Monat änderten, war keine langfristige Planung möglich. "Mit der rechtzeitigen Absage der Veranstaltung sind uns nur begrenzt und überschaubare Mehrkosten entstanden", sagen die ehrenamtlich tätigen Macher.

Awos im Mittelpunkt

Sie haben das Jahr 2020 für die "Isle of Mautitz" abgehakt und bereiten jetzt bereits das Jahr 2021 vor: Der Termin ist für das Wochenende 21. und 22. August 2021 bereits gesetzt - dann hoffentlich ohne Corona-Auflagen. Dann soll es auch um das Jubiläum 70 Jahre Awo-Maschinen gehen. 

1950 wurden die ersten Modelle der legendären Awo 425 hergestellt. Die Vierzylinder-Motorräder entstanden in Suhl in der damaligen Sowjetischen Aktiengesellschaft Awtowelo (kurz Awo), die erst Jahre später als  VEB Fahrzeug- und Gerätewerk „Simson“ Suhl firmierte.

Die Awos sind auch nach 70 Jahren noch Kult bei Motorradfahrern - so wie ihre Moped-Nachfolger von Simson eine ungebrochene Beliebtheit bei Jugendlichen genießen. Beim Weidaer Dreieck 2021 sollen aber natürlich original Awo-Rennmaschinen im Mittelpunkt stehen und im Fahrerlager und auf der Strecke zu bewundern sein.

Nach Angaben der Veranstalter vergrößert sich die Teilnehmerzahl beim Rennen am Riesaer Stadtrand von Jahr zu Jahr. 2019 waren mehr als 1.000 Menschen an die Strecke gekommen. 

Mittlerweile schreiben sich Fahrer aus der Schweiz, Österreich, der Tschechischen Republik und aus ganz Deutschland in die Starterlisten ein. Sie gehen mit Motorrädern aus den 1920er Jahren bis zum Baujahr 1985 an den Start. Wie die Maschinen selbst, sind auch die Fahrer selbst oft schon etwas älter. Ein guter Grund, das Thema Corona nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

https://riesaer-oldtimerrennsport.de/

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