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Ruhe und Geschäftigkeit

Fast pausenlos ist tagsüber am Grenzübergang Sebnitz-Dolni Poustevna (Niedereinsiedel) Motorengebrumm zu hören. Deutsche Pkw stauen sich in Schlangen, um ins Böhmische zu kommen. Der kleine Grenztourismus boomt.

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Von Gabriele Schrul

Fast pausenlos ist tagsüber am Grenzübergang Sebnitz-Dolni Poustevna (Niedereinsiedel) Motorengebrumm zu hören. Deutsche Pkw stauen sich in Schlangen, um ins Böhmische zu kommen. Der kleine Grenztourismus boomt. Die dortigen Geschäftsleute freut’s. Sie richten ihr Leben danach ein. Dass es in Dolni Poustevna lohnt, sich geschäftlich niederzulassen, hat sich längst herumgesprochen. Und wer einmal da ist, der bleibt, meist auf lange Zeit. Die Geburtenrate im Ort spricht für sich, denn während die anderswo im Land stetig fällt, steigt sie in der Grenzkommune.

Die jährlich wachsenden Fahrzeugströme bereiten der Gemeinde keine Sorgen. Im Gegenteil. Die Autonummern verraten: Nicht nur Sebnitzer und Pirnaer kommen hier über die Grenze, auch Bautzener, Hoyerswerdaer, Meißner oder Großenhainer. Der Tourismus auf Ein-Tages-Basis geht auf.

Doch dass die Gemeinde noch mehr zu bieten hat als nur das schnelle Geschäft, offenbart sich dann doch erst auf den zweiten Blick. Denn dafür braucht es etwas mehr Zeit. Zeit zum Schauen, gerade in jene Ecken der Grenzstadt – Dolni Poustevna bekam 1998 nach über 40 Jahren das Stadtrecht zurück –, in die sonst kaum ein Ein-Tages-Tourist kommt. In die Kirche beispielsweise oder auf den Friedhof. Oder in den nahe gelegenen Wald. Von da aus gibt es wunderschöne Blicke auf den Ort und die hügelige Landschaft.

Wer lieber auf Wanderschaft gehen möchte, dem ist die romantische Strecke durch das Khaatal zu empfehlen.