merken
PLUS

Meißen

Ruhe vor dem Sturm

Das Elblandklinikum Meißen tut alles, um vorbereitet zu sein.

Das Elblandklinikum bereitet sich konsequent auf mehr stationär zu behandelnde Corona-Fälle vor.
Das Elblandklinikum bereitet sich konsequent auf mehr stationär zu behandelnde Corona-Fälle vor. © Claudia Hübschmann

Meißen. Das Bild im Foyer des Meißner Erblandklinikums entspricht nicht den Erwartungen, die mancher vielleicht angesichts der Coronakrise haben könnte. Nicht einmal rund ein Dutzend Menschen bevölkern den großen Raum. Improvisierte Schilder machen die jetzt gültigen Regeln klar: „Bitte Abstand halten“, heißt es vor dem runden Tresen. „Bei uns gilt einer Besuchsstopp“, steht weiterhin zu lesen.

Seit dem Mittwoch besteht diese Vorschrift. Die meisten Patienten haben hierfür Verständnis. Uneinsichtigen Besuchern macht der Mann am Tresen mit klaren und doch höflichen Worten den Ernst der Lage klar. Im Hintergrund steht unauffällig ein bulliger Security-Mann. Die Jobs in dieser Branche sind jetzt sicher. In dieser Situation heißt es, Ruhe zu bewahren.

Anzeige
Sparen wie die Schwaben in Sachsen 

Weil es zu Hause doch am gemütlichsten ist! Jetzt zu günstigem Gas und Strom mit Vertrauensgarantie der Stadtwerke Döbeln wechseln und Prämie sichern!

Ein bisschen erinnert die Stimmung im Meißner Haus des kreiseigenen Gesundheitskonzerns an den Juni 2013. Starkregenfälle hatten damals erneut ein Jahrhunderthochwasser der Elbe ausgelöst. Von den Behörden wurde klar kommuniziert, dass eine ähnlich verheerende Flut wie 2002 zu erwarten sei. Doch dann hieß es warten. Erst nach Tagen trat das Verhängnis ein, wurde jedoch ruhig und diszipliniert bewältigt.

150 Anrufe pro Tag

Die sofort eingerichtete Corona-Ambulanz funktioniere gut, sagt Dr. med. Thomas Peschel, der ärztliche Leiter der Notaufnahme. Rund 150 Anrufe gingen täglich ein. Die Zahl der Besucher schwanke zwischen 30 und 60. Mit Stand vom Freitagmittag gab es noch keinen stationären Corona-Fall. Die Zahl der positiv getesteten Patienten verändere sich leicht von Tag zu Tag. Doch sie nimmt höchstens im einstelligen Bereich zu. Die Ruhe vor dem Sturm? Oder bleibt der Sturm gar aus?

Meißens Landrat Arndt Steinbach (CDU) vertritt hierzu eine klare Meinung. Die Lage sei ernst, sagt er unmissverständlich. Aus seiner Sicht sollten weitgehende Maßnahmen ergriffen werden. Der Landkreis und die Elblandkliniken gehen hier mit gutem Beispiel voran. Nicht zuletzt deshalb, genießt das Haus derzeit bundesweit eine überdurchschnittliche Medienpräsenz.

Steinbach ist an diesem Freitagmittag für einen kurzen, aber ihm wichtigen Termin in die Nassau gekommen. Er möchte sich bedanken, bei allen, welche derzeit die Elblandkliniken auf eine steigende Zahl von stationär zu behandelnden Corona-Patienten vorbereiten. Nach Angaben von Konzernchef Frank Ohi sind grundlegende Materialien wie Atemmasken und Desinfektionsmittel ausreichend vorhanden. Das Unternehmen hat selbst schnell die Initiative ergriffen und stellt etwa Desinfektionsmittel her. Optimistisch ist Ohi, dass der Nachschub längerfristig ebenfalls funktioniert. Bundesweit sind hier große Aufträge ausgelöst worden, von denen auch die Krankenhäuser im Kreis Meißen profitieren dürften.

Die Initiativen des Klinikchefs gehen unterdessen weiter. Schwerpunktmäßig werde momentan vor allem Beatmungstechnik angeschafft, sagt er. Daran schließt sich eine ganze Kette an. Pflegekräfte müssen geschult, korrespondierende Technik besorgt und angeschlossen werden. Isolierte Räume sind einzurichten, die weitgehend abgekapselt und überwacht vom sonstigen Klinikbetrieb funktionieren.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Sachsen nimmt weitere Corona-Patienten auf

Flugzeuge aus Frankreich und Italien gelandet. Erntehelfer dürfen unter Auflagen doch einreisen. Jetzt 2.411 infizierte Sachsen: unser Newsblog.

Landrat Arndt Steinbach sind diese Initiativen Weißes Gold Wert. Einen ganzen Haufen an Verdienstmedaillen des Landkreises Meißen hat er vor sich aufgehäuft, ungeachtet möglicher Engpässe bei der Porzellanmanufaktur Meissen. Stellvertretend überreicht sie Steinbach an die Leiter der verschiedenen Klinikbereiche. Pflege, Ärzteschaft, rückwärtige Dienste – alle werden stellvertretend bedacht. Bewohner des Kreises, die eine besondere Liebe zur Heimat an den Tag legen, sollen die Medaillen per Definition erhalten. Genau das zeichne gegenwärtig die gesamte Belegschaft der Eblandkliniken in ihrem Kampf gegen den Coronavirus aus, So Steinbach.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!