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Vergebliches Warten auf Infos

Die B6 gesperrt, die Grundstraße überlastet. Im Rathaus herrschte dennoch Schweigen.

Mit schwerem Gerät wird das Gebäude gesichert.
Mit schwerem Gerät wird das Gebäude gesichert. © Roland Halkasch

Die Bautzner war am Montagmorgen eine Wanderstrecke. Schon in der Dunkelheit stapften zahlreiche Fußgänger zwischen Radeberger Vorstadt und Bühlau durch den Schnee. Sie mussten laufen, weil die Straße noch immer gesperrt war, die Linie 11 nicht fuhr und zu allem Unglück kurz nach 6 Uhr auch noch der Ersatzbus kaputt gegangen war, der zwischen der Mordgrundbrücke und dem Waldschlösschen fahren sollte. Um 6.04 Uhr kam diese schlechte Nachricht über Twitter von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB).

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Technische Hilfswerk (THW) seine Arbeit an dem einsturzgefährdeten Haus bereits beendet. „Das THW hat sich vor zehn Minuten abgemeldet“, sagte ein Verantwortlicher in der Feuerwehrleitstelle kurz nach 6 Uhr auf SZ-Anfrage. Wie es mit der Bautzner weitergeht, konnte die Polizei zu dieser Zeit nicht sagen. Die Stadtverwaltung hüllte sich da bereits seit mehr als zwei Tagen in Schweigen. Keine Info, kein Hinweis auf der Internetseite, an der Telefoneinwahl nur die Bandansage, dass der Anruf außerhalb der Geschäftszeiten kommt.

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THW-Sprecher Ralf Mancke stand das gesamte Wochenende Rede und Antwort zur Arbeit seiner Kollegen. „Wir haben ein Abstützsystem aus Holz aufgestellt“, erklärte er am Montag. Die Balken gibts als Bausatz beim THW. Vor Ort mussten aber noch die Längen angepasst werden. Problematisch war für die Helfer der viele Schnee. „Wir sind erst gar nicht den Hirschberg hochgekommen“, berichtete der THW-Sprecher, dann hat ein Radlader der Helfer ständig die Straße freigehalten.

Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden
Foto: THW Ortsverband Dresden

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Um den kaputten Balken zu sichern, musste das Dach geöffnet werden. Dann schaufelten THWler von einem Krankorb und einem Hubsteiger aus den Schnee vom Dach, bevor eine Dachdeckerfirma den Balken zersägte, damit er nicht mehr gegen die Außenwand drückt. Erst danach konnte das Stützsystem errichtet werden.

Allein der THW-Einsatz kostet voraussichtlich eine fünfstellige Summe. Dazu kommen unter anderem die Kosten für einen großen Mobilkran und mehrere tausend Euro für die DVB-Umleitungen und die Straßensperrungen. Alles zu zahlen vom Eigentümer.