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Runder Geburtstag Dr. Christian Rentsch

Der ehemalige Lautech-Chef und Mitbegründer des Hoyerswerdaer Konrad-Zuse-Computermuseums feierte jetzt seinen Achtzigsten.

Dr. Christian Rentsch
Dr. Christian Rentsch © Archivfoto: Silke Richter

Hoyerswerda. Es war am 19. September 1995, als Dr. Christian Rentsch Computervater Konrad Zuse im früheren Robotron-Gebäude in Empfang nahm, das mittlerweile das Lausitzer Technologie-Zentrum war. Zwar standen im Lautech-Haus zur Ausstellung von EDV-Technik nicht einmal 40 Quadratmeter zur Verfügung, aber: Mit einer kleinen Zeremonie war die Keimzelle des Konrad-Zuse-Computermuseums geboren.

In diesem Herbst feiert das ZCOM also 25. Geburtstag. Schon vor ein paar Tagen ist mit Christian Rentsch einer seiner Väter 80 Jahre alt geworden. Er wurde am 9. April 1940 in Dresden geboren. In einem Zeitungsporträt las sich die Beschreibung seines Werdegangs einmal sehr prosaisch so: „Grund-/Mittelschule, Lehre als Schlosser, Studium, Doktor“. Rentsch erlebte als Kind die Bombardierung seiner Geburtsstadt. Das habe ihn, sagt er, zum Pazifisten werden lassen. Eingeschult wurde der kleine Christian dann nach der Flucht aus dem zerstörten Dresden 1946 in Röhrsdorf, wo die Großeltern lebten.Koch, erzählte er später, habe er werden wollen – des Hungers wegen. Es kam anders. Christian Rentsch studierte an der Bergingenieurschule in Senftenberg, wurde Arbeitswissenschaftler im Kombinat Schwarze Pumpe, war dort ab 1969 Projektleiter für die EDV. In der Kohle sollte die Elektronische Datenverarbeitung also zu so etwas wie einem Lebensthema werden. Im Jahr 1986 folgte die Promotion.

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Sechs Jahre später gründeten Rentsch und Prof. Dr. Peter Biegel die Trägergesellschaft des Lautech – damals in Großkoschen. Ihre Mission: die Unterstützung von Existenzgründern. Inzwischen nennt man so etwas auch gern Start-ups. Bald stiegen die Stadt und der damalige Kreis Hoyerswerda in die Gesellschaft ein – und das frühere Robotron-Gebäude im Industriegelände wurde bezogen. Im Mai 1996 folgte die Eröffnung des Technologieparks in Lauta. Dr. Christian Rentsch lenkte als Geschäftsführer die Geschicke des Lautech von der Gründung im Jahr 1992 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2005. Eng im Zusammenhang damit stand auch 1993 die Bildung der Seniorenakademie (Senak). Eines ihrer ersten Themen waren Überlegungen zur Einrichtung eines Computermuseums.

Die engsten Mitstreiter wurden in dieser Hinsicht Hans-Jürgen Pröhl und Horst Tschiedel. Als die Stadt Hoyerswerda die drei im Jahr 2011 gemeinsam mit ihrer Konrad-Zuse-Plakette würdigte, hieß es in der Begründung: „Der Einsatz und die ehrenvolle Vereinsarbeit der Gründer des Computermuseums [...] zur Verbreitung des Wissens über die Persönlichkeit von Prof. Konrad Zuse und der lebendigen Präsentation von Computergeschichte sind einzigartig und verdienen Anerkennung.“

Dazu gehört auch die unermüdliche jahrelange Suche nach einer Lösung, die repräsentativer und funktionaler als die Ausstellungsfläche im Lautech-Gebäude sein sollte. Vor mittlerweile drei Jahren konnte das ZCOM in umgebauten Laden-Geschäften im Hochhaus Bonhoefferstraße neu eröffnet werden. Mit besagter Keimzelle von einst kaum mehr vergleichbar, stehen dort gut 1.400 Quadratmeter zur Verfügung. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen engagiert sich Christian Rentsch über den Förderverein Konrad-Zuse-Forum bis heute für „sein“ Museum.

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