SZ +
Merken

Russen-Granaten im Stollen entdeckt

Freital. Wismut-Leute stoßen im Steinbruch am Osterberg auf scharfe Munition. Spezialisten beseitigen die Gefahr.

Teilen
Folgen

Von Peter Hilbert

Dienstagmorgen am Freitaler Steinbruch Osterberg. Wismutarbeiter Herco Vogel hat voll zu tun, um mit seiner Schaufel den Schutt im alten Stollen beiseite zu räumen. Plötzlich klingt es metallisch, rutscht er mit seiner Schaufel ab. Vorsichtig räumen der Wismut-Mann und seine Kollegen das Metallteil frei. Zutage tritt eine rund 30 Zentimeter lange Artillerie-Granate, gleich daneben entdecken sie zwei weitere mit russischer Aufschrift. Finger weg! „Wir haben sofort die Arbeit eingestellt“, berichtet Vogel. „Man weiß schließlich nie genau, was los ist.“ An dem Tag geht in dem rund 50 Meter langen Stollen nichts mehr.

Die Polizei wird informiert. Sprecher Jörg Weyand weiß, dass der Stollen früher als Munitionslager genutzt wurde. Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs lassen grüßen. Der Kampfmittel-Beseitigungsdienst wird aus Zeithain herbeizitiert. Gestern Vormittag ist nun das Fingerspitzengefühl der Spezialisten gefragt. Hier muss jeder Handgriff sitzen. Für die Zeithainer Granaten-Beseitiger ist das jedoch Alltag. Ein Aufatmen, als die Granaten per Spezial-Fahrzeug abtransportiert werden. Die Wismut-Leute können den Stollen weiter beräumen. Zu tun gibt es noch genügend. Schließlich wird hier ausreichend Platz benötigt, um zentnerweise Sprengstoff einzulagern.

Gebraucht wird der, wenn ab nächstem Jahr per Sprengung ein knapp drei Kilometer langer Entwässerungs-Stollen vorangetrieben wird. Zufrieden ist der Chef der Königsteiner Wismut-Niederlassung, Steffen Kurz, wie die Arbeiten vorankommen. Die Wismut liegt im Zeitplan. Kürzlich hat das Oberbergamt Freiberg Grünes Licht für die vorbereitenden Arbeiten im Steinbruch gegeben.

Bereits abgeschlossen sind die Erkundungsbohrungen im Steinbruch und im Abschnitt bis Zauckerode. Derzeit ist der Bohrtrupp noch oberhalb des Steinbruchs in Burgk zugange.

2007 dröhnen Sprengungen

Kurz hofft, dass im März nächsten Jahres im Steinbruch mit dem Auffahren des Mundlochs für den Stollen begonnen werden kann. Im zweiten Quartal werden auch die Anwohner unüberhörbar mitbekommen, dass die Arbeiten vorangehen. Die Wismut plant, dass dann gesprengt wird. Denn nur mit Bohren ist bei dem Gestein nichts zu machen. Der Verbindungs-Stollen soll in einer Tiefe zwischen 40 und 100 Metern vorgetrieben werden. Der Wismut-Chef versichert, dass es bezüglich der Erschütterungs-Wirkung keine Bedenken gibt. In puncto Lärm müsste die Wismut genaue Auflagen des Oberbergamtes erfüllen.