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Ärger um Straßenbau in Olbersdorf

Die Ortsverbindung nach Jonsdorf wird ab nächster Woche voll gesperrt. Die Anwohner erfahren es erst aus der Zeitung. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung.

© SZ-Archiv

Ralph Bürger glaubt am Dienstag seinen Augen nicht zu trauen: "Neuer Asphalt für die S134" liest er auf sächsische.de. Aber am Dienstag ist es zu spät, um die Olbersdorfer Einwohner im Amtsblatt noch über die Großbaustelle, die sie jetzt bis Oktober erwartet, informieren zu können. Die S134 ist ja nicht irgendeine Nebenstraße - sondern die viel befahrene Ortsverbindung von Olbersdorf nach Jonsdorf.

Bürger, der Haupt- und Bauamtsleiter der Gemeinde, ahnt, was ihn jetzt erwartet: "Die Anwohner werden hier bei uns auf der Matte stehen", sagt er. "Aber wir können weder etwas für die Baumaßnahme, noch dafür, dass wir sie den Einwohnern nicht ankündigen konnten."

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Amt informiert nur die Medien

Zwar habe es vorige Woche eine Bauanlaufberatung mit dem Landkreis und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gegeben, die für die Baumaßnahme zuständig sind, doch da seien noch gar nicht alle Details bis zum Ende geklärt gewesen.

"Wir hatten vereinbart, dass das Lasuv uns informiert, sobald das endgültige Okay für den Bau gegeben ist und feststeht, wie der Busverkehr geregelt wird", sagt Bürger. Letzteres zum Beispiel sei noch eine der offenen Fragen gewesen. Doch eine Information vom Lasuv sei in der Gemeindeverwaltung nicht eingegangen.

Dafür aber eine Presseinformation vom Landesamt an alle Medien: "Verkehrshinweise zur Fahrbahnerneuerung in Olbersdorf" - verschickt am Montagvormittag. Am Montagvormittag war das neue Olbersdorfer Amtsblatt noch nicht gedruckt. Die Chance, die Einwohner zu informieren, hätte es so also noch gegeben. Am Dienstag war es dafür zu spät. Da lief das neue Amtsblatt bereits über die Druckmaschinen.

Ein Bauprojekt mit Problemen

Jetzt könne er sich also nur noch um Schadensbegrenzung kümmern, schimpft der Hauptamtsleiter. Er wird die Mitteilung auf die Homepage der Gemeinde stellen. Das Bauprojekt stellt die Gemeinde ohnehin vor große Probleme. Die viel befahrene Straße nach Jonsdorf wird ab kommendem Montag über mehr als einen Kilometer - vom Kreisverkehr an der Apotheken-Kreuzung bis zum Bahnhof Bertsdorf - voll gesperrt. Und das geplant bis Ende Oktober.

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Die Umleitung erfolgt über den Kreisverkehr in Richtung Oybin und dann über die Bertsdorfer Straße, die nach Meinung der Olbersdorfer gar nicht dafür ausgelegt ist, den ganzen Verkehr ins Gebirge aufzunehmen. Dass die Deckschichten der Jonsdorfer Straße erneuert werden sollen, hatte der Bauamtsleiter durch einen Anruf aus dem Landratsamt erfahren. Der Freistaat will rund 400.000 Euro investieren.

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