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S177: Alle Brücken stehen

Nur an einem Bauwerk bei Radeberg haben Firmen noch zu tun. Jetzt beginnen die Arbeiten an der Trasse.

Eins der größten Bauwerke zwischen Radeberg und Leppersdorf ist die Brücke über den Deponieteich. Sie steht kurz vor der Fertigstellung.
Eins der größten Bauwerke zwischen Radeberg und Leppersdorf ist die Brücke über den Deponieteich. Sie steht kurz vor der Fertigstellung. © Sven Ellger

Radeberg. Etwas verlassen stehen die Fledermaus- und etliche weitere neue Brücken in der Landschaft zwischen Radeberg, Leppersdorf, der A 4 und dem Eierberg. Die einen für den Autoverkehr, der zum Beispiel die Kleine Röder quert. Andere sollen Fledermäusen einen gefahrlosen Weg über die neue S 177 ermöglichen. Die eigentliche Fahrbahntrasse fehlt allerdings noch. Noch laufen die umfangreichen Vorarbeiten für die Spange zwischen Radeberg und der Autobahn. Die SZ hat sich über den Stand der Arbeiten erkundigt.

Staubecken entstehen nördlich der Autobahn

Mächtige Erdhaufen werden jetzt nördlich der A 4 am Fuße des Eierbergs bewegt. Dort soll auch ein neuer Kreisverkehr und der Zubringer für den Autobahnanschluss Pulsnitz an seinem neuen Standort entstehen (siehe Grafik). Darum geht es bei den derzeitigen Arbeiten aber noch nicht, sondern um den Hochwasserschutz. So werden in unmittelbarer Nähe von Kreisverkehr und neuer Anschlussstelle Rückhalteanlagen für die Kleine Röder und das Faule Floß hergestellt, erklärt Isabel Pfeiffer, Sprecherin im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Der Straßenbau selbst wird erst in Auftrag gegeben. Das Gleiche gilt für eine Lärmschutzwand an der neuen Anschlussstelle Pulsnitz und weitere Aufgaben wie die Beschilderung, Markierung und Schutzplanken.

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© Lasuv

Arbeiten an der Brücke am Deponieteich

Südlich der Autobahn sind alle Brückenbauwerke hergestellt, teilt das Lasuv mit, mit einer Ausnahme: der Brücke über den Deponieteich bei Radeberg. Auch die Regenrückhaltebecken in dem Bereich sind fertig. Begonnen hat jetzt zudem der Bau an der Trasse selbst. So werden an den neuen Brücken  für die Verbindungsstraßen zwischen Leppersdorf und Lichtenberg sowie Leppersdorf und Wachau noch in diesem Jahr die Straßenanschlüsse hergestellt, erklärt die Lasuv-Sprecherin.

Schutz für Fledermaus und Molch

Da der Neubau einer Straße zugleich große Eingriffe in Natur bedeutet, „haben wir verschiedene Ausgleichsmaßnahmen vorgezogen erledigt“, sagt Isabel Pfeiffer. So ist bei Radeberg aus einem vermüllten Schlammloch eine Oase für den Kammmolch und Amphibien geworden. Ebenso wurden die Fledermausbrücken mit Bepflanzung fertiggestellt. So können die besonders geschützten Tierarten schon während der Straßenarbeiten gefahrlos das Baufeld queren. 

Fertigstellungstermin für Abschnitt zur A4 bestätigt

Die Fertigstellung der Trasse zwischen Radeberg und der Autobahn sollte ursprünglich im Jahre 2020 sein. Jetzt ist das Jahr 2022 als Termin vorgesehen. Die Begründung dafür klingt etwas sperrig und hat etwas mit der mittelstandsfreundlichen Vergabe der Bauleistungen zutun, teilt das Lasuv mit. So hätten Baufirmen aus der Region eine Chance bekommen. Zudem habe das Amt „Ausschreibungszeitpunkte nochmals betrachtet und besser aufeinander abgestimmt“. Der Streckenbau sei bautechnologisch optimiert und durchgängige Baufreiheit geschaffen worden. Außerdem habe die Behörde „bauvertragliche Risiken minimiert“. Verzögerungen durch Corona gab es nicht. Die Gesamtkosten für den rund fünf Kilometer langen Abschnitt beziffert das Amt mit rund 53 Millionen Euro, das ist etwas über den zuvor angegebenen 50 Millionen Euro. Deutlich teurer wurden die drei Fledermausbrücken, die insgesamt statt der veranschlagten rund 3,6 Millionen Euro rund 4,2 Millionen Euro kosten.

Arbeiten zwischen Rossendorf und Eschdorf beginnen

Zwischen Eschdorf und Rossendorf entsteht für die neue S177 eine Brücke. Sie überquert die bestehende Straße.
Zwischen Eschdorf und Rossendorf entsteht für die neue S177 eine Brücke. Sie überquert die bestehende Straße. © René Meinig

Auch am anderen Ende des Bauabschnittes haben die Arbeiten begonnen. Direkt an der Ortsverbindungsstraße zwischen Eschdorf und Rossendorf wurden bereits große Flächen frei geschoben. Nach Angaben von Isabel Pfeiffer entsteht hier eine Brücke für die Ortsumfahrung Eschdorf-Wünschendorf. „Unter anderem wurden Bohrungen vorgenommen. Sie dienten der Suche nach eventueller Munition oder anderen Kampfmitteln“, sagt sie. Auch eine Trinkwasserleitung musste verlegt werden und es fanden bereits archäologischen Grabungen auf der gesamten Trasse der neuen S 177 statt. Als Nächstes werden Spundwände in den Boden gerammt. Sie dienen unter anderem der Sicherung der jetzigen S177. Anschließend beginnt der Brückenbau. Über sie wird die neue S 177 führen und dabei die jetzige S177 überqueren. Im Zuge dieser Arbeiten verlegen die Bauleute auch die jetzige Straße auf die dann endgültige Trasse. Diese Bauarbeiten dauern bis August 2021 an.

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