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Sachsen richtet "Soko LinX" ein

Polizei und Justiz verschärfen den Kurs gegen die linksextreme Szene. Anlass ist eine besonders menschenverachtende Tat gegen eine Frau.

Roland Wöller (CDU, l), Innenminister von Sachsen, und Sebastian Gemkow (CDU), Justizminister von Sachsen.
Roland Wöller (CDU, l), Innenminister von Sachsen, und Sebastian Gemkow (CDU), Justizminister von Sachsen. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Nach dem brutalen Überfall auf die Mitarbeiterin einer Immobilienfirma in Leipzig hat die Polizei eine Sonderkommission gegen Linksextremismus eingerichtet. Das teilten Innenminister Roland Wöller und Justizminister Sebastian Gemkow (beide CDU) am Mittwoch in Dresden mit. 

Aufgabe der neuen „Soko LinX“ mit 20 Ermittlern ist die Suche nach den Tätern, die in den vergangenen Wochen mehrere Brandstiftungen in Leipzig sowie die Attacke auf die junge Frau in ihrer Wohnung verübt haben. Die Soko soll zudem kriminelle Strukturen in der linksextremistischen Szene in Leipzig ermitteln. 

Die Gewalttaten hätten inzwischen eine neue Qualität erreicht, sagte Wöller. In diesem Jahr ist die Zahl der Straftaten linksextremistischer Täter auf 305 angestiegen. Die  Aufklärungsquote bleibt demgegenüber eher niedrig. Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar sprach von 20 Prozent. „Da ist noch Luft nach oben.“ Die blitzartigen Taten sowie professionelle Vorbereitungen erschwerten die Strafverfolgung. 

Nach seinen Angaben gehören etwa 250 Personen der gewalttätigen linksextremistischen Szene in Leipzig an, die ihren Schwerpunkt seit vielen Jahren im Stadtteil Connewitz hat. „Polizeifreie Räume in Leipzig kann sich der Staat nicht gefallen lassen“, sagte er. „Wir geben keine Stadtteile auf“. Justizminister Gemkow forderte die zivilgesellschaftlichen Gruppen in Leipzig auf, sich von den Tätern zu distanzieren.

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