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Sachsen braucht neue Ideen für Landärzte

Angehende Studenten sollten sich nicht so früh festlegen müssen: Ein Kommentar zum Modellprojekt für das Medizin-Studium.

Andrea Schawe ist Redakteurin im Ressort Politik der Sächsischen Zeitung.
Andrea Schawe ist Redakteurin im Ressort Politik der Sächsischen Zeitung. © Thomas Frey/dpa/SZ

Im Freistaat fehlen 359 Hausärzte. Der Mangel ist spürbar: In 34 der 48 Planungsregionen in Sachsen herrscht oder droht Unterversorgung bei den Allgemeinmedizinern. Ohne Veränderungen an den Voraussetzungen für das Medizinstudium und dem Studienverlauf wird sich daran kaum etwas ändern.

Der Freistaat finanziert deswegen seit diesem Jahr 20 zusätzliche Studienplätze ohne Einser-Abitur an der Universität im ungarischen Pécs. Die Studenten verpflichten sich, nach ihrem Abschluss eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner zu machen und dann mindestens fünf Jahre in Sachsen auf dem Land zu arbeiten. Die geplante Landarztquote hat das gleiche Ziel: Über 30 Studienplätze in der Humanmedizin in Sachsen sollen ohne Numerus clausus vergeben werden. Der Preis: mindestens zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt außerhalb der Großstädte in Sachsen arbeiten.

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Es ist durchaus umstritten, den jungen Leuten so zeitig solche Ketten anzulegen. Wer kann schon mit 18 Jahren sagen, wo er zehn Jahre später arbeiten will. Besser wäre es, die Studenten mit mehr Praxis während des Studiums zu überzeugen. Wenn sie erst als Fachärzte vor der Entscheidung stehen, hat der ländliche Raum kaum eine Chance. Im April hat der Bund ein Modellprojekt am Klinikum Chemnitz mit 50 Medizinstudienplätzen genehmigt, bei dem die Studenten in Lehrpraxen die ländliche Versorgung hautnah erleben können. Das sollte Schule machen.

E-Mail an Andrea Schawe

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