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Sachsen erwägt Tests für Touristen aus Corona-Hotspots

Gesundheitsministerin Köpping will, dass Reisende aus Risiko-Gebieten wie dem Kreis Gütersloh im Freistaat einen negativen Test vorlegen.

Seit Monaten im Corona-Krisenmodus: Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) muss derzeit über den Umgang mit Touristen aus Corona-Risikogebieten wie in NRW entscheiden.
Seit Monaten im Corona-Krisenmodus: Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) muss derzeit über den Umgang mit Touristen aus Corona-Risikogebieten wie in NRW entscheiden. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Der Freistaat will Touristen aus Corona-Risikogebieten vorerst nicht zurückschicken. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) erwägt aber, dass Menschen, die aus Gebieten mit einer hohen Zahl an Neuinfektionen nach Sachsen kommen, ein negatives Testergebnis vorweisen müssen, das nicht älter ist als zwei Tage. Das kündigte die Ministerin am Mittwoch auf SZ-Nachfrage an.

„Bei Gästen, die schon bei uns sind, können wir eventuell Tests in Sachsen anbieten, damit wir hier Sicherheit haben“, sagte Köpping weiter. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sie favorisiere eine bundeseinheitliche Lösung. Bei einer Telefon-Konferenz der Länder-Gesundheitsminister habe man sich am Mittwoch aber noch nicht auf eine Regelung einigen können. „Ich möchte auf keinen Fall, dass Menschen, die aus aktuell von hohen Fallzahlen betroffenen Landkreisen wie etwa Gütersloh kommen, stigmatisiert werden“, sagte Köpping.

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Die Zurückweisung von Touristen aus dem Kreis Gütersloh auf der Insel Usedom hatte vor wenigen Tagen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Corona-Verordnung von Mecklenburg-Vorpommern sieht vor, dass Menschen nicht aus einem Gebiet einreisen dürfen, in dem in den vergangenen sieben Tagen vor Einreise die Zahl der Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohner höher als 50 lag. Diese Grenze wurde im Kreis Gütersloh nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik deutlich überschritten. Auch Bayern hat ein entsprechendes Beherbungsverbot erlassen. Das heißt, dort dürfen Hotels und Pensionen keine Gäster mehr aus solchen Risiko-Gebieten aufnehmen, es sei denn, sie zeigen einen aktuellen Corona-Test vor. Auch Niedersachsen erwägt ein solches „Einreise-Verbot“. Unterdessen will Schleswig-Holstein Reisende aus Corona-Risiko-Gebieten künftig zwei Wochen in Quarantäne schicken. Ausnahmen soll es jeweils nur für jene geben, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Verärgert hat unterdessen der nordrheinwestfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die anderen Bundesländer aufgefordert, Menschen aus den Kreisne Gütersloh und Warendorf trotz des Corona-Lockdown nicht den Urlaub zu verweigern. „Eines geht nicht: dass man die Menschen aus dem Kreis Gütersloh öffentlich stigmatisiert“, sagte Laschet im Landtag in Düsseldorf.

„Ich erwarte auch von den Bundesländern in Norddeutschland, dass wir zu solchen Regelungen kommen und dass wir gemeinsam diese Krise bewältigen“, sagte Laschet. Außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie sei nur eine kleine Zahl von Fällen bisher bekannt. (mit dpa)

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