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Nur wenige Sachsen steigen aufs Elektro-Auto um

Das E-Auto hat es im Osten immer noch schwer. Doch eine neue Studie zeigt: Kombi-Antriebe können durchaus punkten.

Das VW-Werk im sächsischen Zwickau: Für reine Elektro-Autos können sich die Sachsen im Bundesvergleich mit am wenigsten begeistern.
Das VW-Werk im sächsischen Zwickau: Für reine Elektro-Autos können sich die Sachsen im Bundesvergleich mit am wenigsten begeistern. © dpa-Zentralbild/POOL

Dresden. Reine Elektrofahrzeuge sind auch weiterhin hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg auf dem Vormarsch. Das zeigt eine deutschlandweite Studie des Datendienstleisters Acxiom, die unter anderem auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes basiert.

Demnach ist der Anteil an Elektro-Autos in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern im Bundesgebiet am geringsten. Anders bei Hybrid-Autos: Hier sei die Verteilung auf der Landkarte deutlich ausgeglichener, so die Autoren der Studie. Im Osten der Republik seien Hybrid-Fahrzeuge sogar überdurchschnittlich oft vertreten. 

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Das sind die typischen Hybrid- und Elektro-Fahrer

Um diese Unterschiede besser erklären zu können, haben die Macher der Studie eine Zielgruppenanalyse durchgeführt. Sie wollten wissen: Wer sind die Käufer von Elektro- und Hybridfahrzeugen?

Das Ergebnis: Es seien "überwiegend verheiratete Männer mittleren Alters mit hohem Sozialstatus und gutem Einkommen." Allerdings unterscheiden sich Elektro- und Hybrid-Fans in einigen Punkten. So seien Elektroauto-Fahrer meist zwischen 35 und 59, Hybrid-Fahrer zwischen 40 und 59 Jahren und damit tendenziell etwas älter.

E-Fahrer sind der Studie zufolge besonders umweltbewusst und besitzen meist zwei oder mehr PKWs. Dabei seien sie stark auf ihren Status bedacht und deshalb besonders Marken-fixiert.  Hybridfahrer seien hingegen preisbewusster und legten pro Jahr mehr Kilometer zurück als die Besitzer von E-Autos.

Beide Gruppen seien naturverbunden und gingen gerne auf Reisen. Besonders beliebte Sportarten in der Gruppe der E-Autofahrer seien Bergsteigen und Klettern, die Hybridfans sind eher unter den Reitern, Skifahrern und Golfspielern zu finden. Auch politisch gebe es Unterschiede: Während sich E-Autofahrer demnach stark für alternative Energien interessieren, spielten die Produktionsbedingungen von Kraftstoff und Strom für Hybridfahrer keine besondere Rolle. 

Hybrid- und E-Autos: Besonders in Städten beliebt

Besonders viele Fahrer dieser Autotypen findet man laut der Studie in Ballungsräumen und Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Die Macher erkennen aber einen stärkeren Trend zu E-Autos auch in Gemeinden mit 5.000 bis 20.000 Einwohnern. Hybrid-Plug-In-Autos, also Fahrzeuge, deren Akku auch über den Verbrennungsmotor geladen wird, seien überdurchschnittlich oft in der Nähe von Ladestationen zu finden.

Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Denn für den schleppenden Umstieg der Deutschen auf Elektromobilität machen Umweltverbände auch einen Mangel an Ladesäulen in der Fläche verantwortlich.

Die Studie kommt jedoch zu einem überraschenden Ergebnis: Wo mehr Ladesäulen stehen, gibt es nicht zwangsläufig auch mehr E-Autos. Die Autoren begründen dies mit einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Demnach werden mittlerweile 65 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause durchgeführt. Auf der Arbeit sind es nur sieben Prozent, öffentliche Ladesäulen nutzen Fahrer in 15 Prozent aller Fälle. 

65 Prozent mehr E-Autos im Jahr 2019

Noch immer ist der Anteil an Elektro-Autos in Deutschland vergleichsweise gering. Von 47,7 Millionen zugelassenen Fahrzeugen, die das Kraftfahrt-Bundesamt am 1. Januar 2020 registriert hat, fuhren nur 136.617 ausschließlich mit Strom. 

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Die Macher der Studie sehen trotzdem einen positiven Trend, denn Im Vergleich zum Vorjahr seien damit 64 Prozent mehr Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs gewesen. Deutlich öfter findet man Hybrid-Autos in deutschen Garagen vor. Von 2018 zu 2019 stieg der Bestand von 341.411 auf 539.383 Fahrzeuge an.

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