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Sachsen findet nicht genug Lehrer

600 freie Stellen waren zum Halbjahr ausgeschrieben. Inzwischen gibt es mehr Bewerber aus anderen Bundesländern - aber auch die reichen nicht.

Von Andrea Schawe
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© dpa

Dresden. Sachsen stellt zum 1. Februar neue Lehrer ein. 600 freie Lehrerstellen waren zum 2. Schulhalbjahr ausgeschrieben, um den Bedarf an den Schulen zu decken. Für 150 dieser Stellen konnten sich die Lehrer direkt an den Schulen bewerben. Bis zum 28. Januar wurden 438 Stellen vergeben, teilte das Kultusministerium am Mittwoch mit. Das Einstellungsverfahren laufe allerdings noch weiter.

Auf die freien Stellen hatten sich insgesamt 625 Personen beworben. 185 von ihnen kommen aus anderen Bundesländern. Die Quote der Lehrer, die ihren Vorbereitungsdienst nicht in Sachsen absolviert haben, stieg damit auf 30 Prozent. In den vorherigen Einstellungsverfahren lag sie nach Angaben des Kultusministeriums bei etwa 20 Prozent. Es haben sich auch 57 Seiteneinsteiger beworben, die schon Erfahrung an Schulen gesammelt haben und deswegen keine dreimonatige Einstiegsqualifizierung brauchen. 30 von ihnen wurden eingestellt. Dazu beenden noch 231 Seiteneinsteiger, die schon im November 2018 eingestellt wurden, ihre Qualifizierung und werden ab 1. Februar für den Unterricht zur Verfügung stehen. .

„Ein sofortiges bedarfsdeckendes Angebot an Bewerbern ist illusorisch“, sagt Sprecher Dirk Reelfs. „Das haben wir auch nicht erwartet.“ Die Gesamtzahl der Bewerber sei Ausdruck des begrenzten Lehrerarbeitsmarktes. Allerdings deute die steigende Zahl der Bewerber aus anderen Bundesländern darauf hin, dass der Freistaat durch das Handlungsprogramm auf dem bundesweiten Lehrerarbeitsmarkt an Attraktivität gewonnen habe. Seit 1. Januar können Lehrer in Sachsen – wie in allen anderen Bundesländern außer Berlin – verbeamtet werden. „Eine Verbesserung der Situation ist ohnehin erst zu erwarten, wenn sich die perspektivisch steigenden Absolventenzahlen aus der Lehramtsausbildung auf dem Arbeitsmarkt spürbar auswirken.“

Die meisten neuen Lehrer werden an Grund- und Oberschulen gebraucht. An den Grundschulen konnten nur 116 der 185 freien Stellen besetzt werden. An den Oberschulen fehlen 77 Lehrer. Auch an den Förderschulen war die Besetzung der Stellen schwierig.

Besonders in den Regionalstellen Chemnitz und Bautzen bleibt der Lehrermangel gravierend. In beiden Regionen konnte nur etwa die Hälfte der freien Stellen vergeben werden. Von den zehn freien Stellen an Förderschulen in Bautzen wurde keine besetzt, in der Region Chemnitz nur neun von 18. An den Gymnasien gelang es wie auch in den bisherigen Einstellungsverfahren besser, freie Stellen zu besetzen. In Chemnitz, Leipzig und Zwickau wurden sogar mehr Gymnasiallehrkräfte eingestellt, als Stellen ausgeschrieben waren.